GEFÜHLEflip

Flip mal - Mix mal - Fühl mal

von Marion Mebes, Antje Bohnstedt (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 05. November 2015

Flip mal - Mix mal - Fühl mal

Die Welt der Gefühle ist weitläufig, vielseitig und vor allem verwirrend. Gefühle zu zeigen ist nicht immer einfach, sie in Worte zu fassen sogar noch schwieriger. Speziell Kinder müssen den Umgang mit ihnen lernen. Das kann ihnen Angst bereiten, sie verwirren. Jetzt brauchen sie jemanden, der sie bei der Hand nimmt und ihnen hilft, sich im Dschungel der Gefühle zurecht zu finden. Das können Eltern, Erzieher, Therapeuten sein und der "GEFÜHLEflip: Flip mal - Mix mal - Fühl mal".

Der gefühlskluge Biber Bib kennt sich aus mit Emotionen und weiß, wie er die vielseitigen Gefühle ganz einfach und witzig vorstellen kann. Nämlich mit diesem GEFÜHLEflip und seinen 72 Karten.
Dieser Flip besteht aus zwei Blöcken. Eine Seite zeigt bildlich die Gefühlswelt des Bibers Bib. Dabei ist nicht nur sein Gesichtsausdruck abgebildet, sondern sein gesamter Körper im Ausdruck des jeweiligen Gefühls. Auf der zweiten Hälfte werden die Gefühle mit Worten beschrieben. Beide Hälften können unabhängig voneinander vor- und zurückgeblättert und somit ganz unterschiedlich kombiniert werden. Dadurch erhält man einen sehr variantenreichen Spielraum, denn keinem Bild ist ein fester Gefühlsausdruck zugeordnet. Schließlich gibt es kein richtig oder falsch in Sachen Gefühle, weswegen alle einen Bib anschauen, doch jeder das gezeigte Bild anders interpretiert.
Noch etwas soll zur Beschaffenheit des Flips gesagt werden. Die Karten sind in drei Kategorien eingeteilt. In Gruppe eins, den Karten mit grünem Rahmen, werden neun Grundemotionen vorgestellt. Sie eignen sich besonders gut für die Arbeit mit kleineren Kindern. Gruppe zwei, in Gelb, erweitert diese Grundemotionen um 17 weitere Gefühle. Durch die Verbindung mit der Kategorie eins hat man nun ein sehr breites Spektrum der Gefühle. Die letzte Gruppe, die blaue, zeigt jeweils vier Gefühle auf einer Karte. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn sich die Teilnehmer für eine Emotion entscheiden sollen.
Ebenso die beschrifteten Karten sind in diese drei Gruppen unterteilt, wobei sie natürlich auch mit anderen Kategorien kombiniert werden können - und sollen.

Wie arbeitet man nun mit diesen Karten? Entsprechende Vorschläge finden sich im GEFÜHLEflip selbst. Diesem ist eine zehnseitige "Einladung" beigefügt, in der das Thema Gefühle in pädagogisch-therapeutischer Arbeit erläutert und zahlreiche Anregungen zum Arbeiten mit diesen Karten gegeben werden. Doch diese "Einladung" regt auch dazu an, selbst kreativ zu werden und den Flip auf noch andere Arten einzusetzen. So ist es auch nicht verkehrt, Kindern einfach den Flip hinzustellen, sie damit frei spielen zu lassen und sie nur zu beobachten. Schnell beginnen sie, sich über die unterschiedlichen Gefühle zu unterhalten und sich gegenseitig zu erklären, warum Bib sich wie fühlt.
Die Einsatzmöglichkeiten dieses Flips sind vielseitig, nicht zuletzt durch die Möglichkeit, Texte mit Bildern zu kombinieren. Man kann den Bildern entsprechende Sätze zuordnen oder zu den Sätzen die entsprechenden Bilder heraussuchen lassen. Man kann aber auch die Satzanfänge aus Gruppe drei verwenden, um sie zu vervollständigen. Arbeitet man mit Kindern, die noch nicht lesen können, lässt man den schriftlichen Teil einfach komplett weg. So unterstützt der GEFÜHLEflip die pädagogische wie auch die therapeutische Arbeit.
Und manchmal kann er auch nur ein schlichtes Signalbord sein - etwa auf dem Schreibtisch zu Hause oder im Büro, um die eigene Stimmung anzuzeigen. Etwas, dass natürlich zu Gesprächen anregen kann und wird. Etwa, warum Mama sich gerade glücklich, gestresst oder traurig fühlt.

Der "GEFÜHLEflip: Flip mal - Mix mal - Fühl mal" ist ein einfaches Arbeitsmaterial, das aber sehr viele Möglichkeiten in seiner Anwendung bietet. Diese erstrecken sich nicht nur über die Aufgaben selbst, sondern über die Altersgruppen, die mit diesem Flip arbeiten. Er ist ein Wegweiser durch die verwirrende Gefühlswelt und hilft durch das hin- und herflippen der Karten, Gefühle Worten zuzuordnen. Oder aber man verwendet ihn als Signalbord um die eigenen Emotionen zu zeigen und den Anstoß zum Nachdenken oder darüber Sprechen zu geben. Wie auch immer der GEFÜHLEflip zum Einsatz kommen wird, er ist auf jeden Fall eine Bereicherung für verschiedene Gebieten und Gruppen, ganz gleich ob im privaten, pädagogischen oder therapeutischen Bereich.

Details

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