Das gibt's doch nicht! Österreichs skurrilste Orte

von Jürgen Zahrl, Markus Foschum
Rezension von Stefan Cernohuby | 18. Januar 2015

Das gibt's doch nicht! Österreichs skurrilste Orte

Gibt´s nicht? Alles gibt´s! Ein weiterer Beweis dafür ist das im Metroverlag erschiene Buch "Das gibt´s doch nicht!". Ja, das klingt zwar etwas unlogisch, ist dafür aber wieder amüsant, denn das von Jürgen Zahrl und Markus Foschum verfasste Werk widmet sich Österreichs skurrilsten Orten. Wohin lohnt sich ein Abstecher, fern von konventionellen Sehenswürdigkeiten, um die seltsame Realität des Landes zu verstehen.

Was für einen Wiener noch einigermaßen bekannt beginnt - mit der Ankeruhr am Hohen Mark, den Stock im Eisen, dem Friedhof der Namenslosen oder gar der "Republik Kugelmugel", wird spätestens dann wirklich interessant, wenn es hinaus geht, aus der großen Stadt. Auch wenn selbige im Buch ebenfalls noch mit einigen Überraschungen aufzuwarten weiß. Beim Pinkelstein von Hollabrunn beginnt man erstmals zu hüsteln, beim Denkmal für Michael Jackson in Mistelbach reißt man die Augen auf und schließlich kommt beim Nonsensum in Herrnbaumgarten das unvermeidliche Lachen. Obwohl das Buch natürlich auch von etwas seltsamen oder gar makabren Sammlungen oder Ausstellungen berichtet, ist die Mehrheit einfach amüsant. So muss man den Forellenzirkus in Engelhartszell wirklich auf die Liste potenzieller Ausflugsziele setzen - beim Klo-Museum in Gmunden ist das nicht ganz so sicher. Ein Haifisch am Dachstein ist aber sicherlich ebenso skurril wie das austrojanische Holzpferd. Auch ein Sesselbaumdesigner, der seine Erzeugnisse wachsen lässt um sie dann zu verkaufen, kann so eingeschätzt werden - und besichtigt. Das Denkmal für die Gans Lilli in Sievering regt ebenso zum Schmunzeln an wie der Fund der Zeichnung einer mittelalterlichen Mickey Mouse wie das eines komplett verkehrt herum gebauten Hauses in Terfens.

Das Werk wird als außergewöhnlicher Reiseführer quer durch Österreich beworben, aber ehrlich, das ist es nicht. Dafür hat das Werk weder eine bestimmte Route im Sinn, noch passt das Hardcover-Format. Als Ideengeber für Kurzausflüge oder Erweiterung der Liste jener Orte, die man gerne sehen würde, ist es besser geeignet. Denn die enthaltenen skurrilen Sehenswürdigkeiten können sich wirklich sehen lassen und man kann vor allem herzlich über viele davon lachen - sogar schon, ohne sie gesehen zu haben. Manche sind, zugegeben, hauptsächlich skurril und nicht zwangsläufig amüsant. Aber im Großen und Ganzen sind es eher die lustigen Ideen, Gegebenheiten, Denkmäler und Kunstwerke, die im Gedächtnis bleiben. Dass die Abbildungen im Buch nur in Schwarzweiß gehalten sind, ist zwar schade, die Auflösung im Druck ist allerdings hoch genug um alle relevanten Details erkennen zu können. Der Stil des Buchs ist salopp und die Autoren scheuen nicht davor zurück in einzelnen Artikeln gedankliche Ausflüge zu unternehmen, bevor sie zum eigentlichen Objekt des Interesses zurückkehren. Da das Konzept aber voll aufgeht, unterstreicht es nochmals die Eignung des Buchs, zusätzlich zur Präsentation von skurrilen Orten und der Aufarbeitung relevanter Fakten auch noch zu unterhalten. Da knapp 20 Euro für ein Hardcover auch nicht unbedingt übertrieben teuer sind, gibt es eigentlich keine Gründe, warum man vom Kauf dieses Werks abraten sollte.

"Das gibt´s doch nicht!" von Jürgen Zahrl und Markus Foschum wird zwar als alternativer Reiseführer präsentiert, ist aber eher ein amüsantes Buch über Skurrilitäten in Österreich, die man auch besichtigen kann. Der Unterhaltungsfaktor ist hoch, die Texte gelungen und der Preis des Werks dem Inhalt völlig angemessen. Daher können wir das Buch mit guten Gewissen empfehlen.

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