Kim Possible

Kim Possible

von Disney
Rezension von Stefan Cernohuby | 19. Juni 2009

Kim Possible

Es gibt Dinge, die möglich sind und solche, die unmöglich sind. Der Weltfrieden, Vollbeschäftigung und vorurteilsfreier Umgang miteinander gehören wohl eher zur zweiten Kategorie. Für alle anderen Dinge zeigt sich Kim Possible zuständig. Denn wenn ein Teenager die Welt retten und jeden Tag einen neuen Plan eines kriminellen Superhirns vereiteln kann, ist alles andere nur noch Zugabe. Mit dem ersten Band von "Kim Possible" hat Walt Disney eine eigene Comicserie zur beliebten Fernsehserie gestartet.

Kim ist ein typisches amerikanisches Teenager-Mädchen. Die Prioritäten sind klar gesetzt. Cheerleading, shopping und das herumhängen mit Freunden stehen ganz oben auf der "To do"-Liste. Aber so ganz nebenbei ist die Tochter einer Gehirnchirurgin und eines Raketenwissenschaftlers täglich damit beschäftigt, die Welt zu retten, wenn finstere Gestalten wie Doktor Drakken und seine attraktive tödliche Helferin Shego düstere Pläne schmieden. Sie selbst hat dabei auch Hilfe. Neben dem Computergenie Wade, der sie immer mit den neuesten Informationen versorgt, treten vor allem ihr bester Freund Ron Stoppable und sein Nagetier-Freund Rufus (ein Nacktmull) aktiv in Erscheinung.
Im aktuell vorliegenden Band müssen Kim und Ron zweimal eingreifen um Doktor Drakken das Handwerk zu legen. Einmal versucht er mittels eines gewaltigen Lasers eine Magmablase anzubohren, um den amerikanischen Bundesstaat Wisconcin dem Erdboden gleich zu machen. Ein anderes Mal will er eine Nano-Roboter-Zecke mit einem Sprengsatz versehen und dadurch einflussreiche Persönlichkeiten seinem Willen unterwerfen.
Aber natürlich schaffen es Kim, Ron und Rufus jedes Mal die Bösewichte auf kreative Weise aufzuhalten und meistens sogar wieder rechtzeitig beim Cheerleader-Training zu sein.

Obwohl durchaus auch selbstironische Stellen im Comic vorkommen, hauptsächlich in der Konversation zwischen "Gut und Böse", liegt das Hauptaugenmerk des Comichintergrundes auf dem Faktor Spaß. Und obwohl Ron der typische Tollpatsch ist, der in jeder Fernsehserie seinen Platz hat, hat er (natürlich) das Herz am rechten Fleck und schafft es dadurch das eine oder andere Mal Kim tatsächlich zu helfen. Sein intelligenter wie verfressener Nacktmull-Begleiter ist gelegentlich die einzige Hoffnung der Beiden und enttäuscht sie auch nie. Obwohl es böse Pläne gibt und riesige Waffen eingesetzt werden, kommt "Kim Possible" bis auf gelegentliche Handgreiflichkeiten trotzdem ohne Gewalt aus. Überall gibt es Menschen, die der Hauptperson Kim gerne helfen, weil sie von ihr selbst schon einmal aus einer Notlage befreit wurden. So wird jugendlichen Lesern vermittelt, dass sich gute Taten lohnen, sogar wenn man kein Superheld ist.
Auch wenn Handlungen um die Teenager-Superheldin Kim Possible nicht die anspruchsvollsten sind, macht es trotzdem viel Spaß die absichtlich klischeebehafteten Szenen zu verfolgen, in denen beispielsweise die Schurken ihren Masterplan offenbaren - eine Stelle, die offenbar in jedem Band ihren fixen Platz hat. Typisch Disney.

Kim Possible mag zwar eine Teenage-Superheldin sein, die in jeder Episode ihres Daseins die Welt rettet (oder zumindest ähnlich groß angelegte Pläne vereitelt), aber sie tut dies auf wirklich amüsante Weise. Man kostet Klischees genüsslich aus und sieht die Helden dennoch an Alltagsproblemen, wie den horrenden Kosten einer modisch unbedingt notwendigen Jacke, verzweifeln. Den Leser erwartet im Band unterhaltsame Comickost, nicht mehr aber auch nicht weniger. Wer allerdings auf der Suche nach etwas Anspruchsvollem ist, sollte von "Kim Possible" lieber die Finger lassen, denn diese steht nicht für hochgeistiges Niveau, sondern kurzweilige Unterhaltung.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:
    Keine Bewertung
  • Illustration:
    Keine Bewertung

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