Killing Joke - Ein tödlicher Witz

von Alan Moore, Brian Bolland (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 05. April 2022

Killing Joke - Ein tödlicher Witz

Was wäre ein Superheld oder kostümierter Verbrecherjäger ohne einen würdigen Gegenspieler? Vermutlich ein Clown, über den sich alle lustig machen. Doch wenn sein Erzfeind tatsächlich ein Verbrecher im Clownskostüm ist, kann man den Helden ernstnehmen, insbesondere, wenn dieser sich offenkundig nicht von Emotionen leiten lässt. Daher ist es kein Wunder, dass bei Panini mit „Killing Joke – Ein tödlicher Witz“ der Klassiker von Alan Moore und Brian Bolland in einem edlen Hardcover neu aufgelegt wurde.

Eigentlich will der dunkle Ritter nur eine Gefahr aus der Welt schaffen, nämlich, dass sich der Joker und er gegenseitig töten. Doch bei diesem Gespräch im Arkham Asylum wird ihm klar, dass der Clownprinz des Verbrechens durch ein Double ersetzt wurde. Der Joker entführt Commissioner Gordon, den Polizeichef von Gotham City, und verletzt dessen Tochter Barbara schwer. Während gleichzeitig eine Origin-Geschichte eingeflochten wird, die zum damaligen Zeitpunkt nur eine von vielen Legenden war, die den Joker umranken, versucht er Gordon in den Wahnsinn zu treiben, noch bevor Batman vor Ort ist. Denn dieser findet ihn natürlich, das ist unvermeidlich. Die ewige Konfrontation beizulegen scheint unmöglich, zu verschieden und gleichzeitig zu ähnlich sind die beiden einander. Was bleibt, ist nur ein Witz, der beide zum Lachen bringt.
Ebenfalls enthalten sind zwei Kürzestgeschichten rund um die verschiedenen Varianten und Ursprungsgeschichten des Jokers und eine rund um einen „ganz normalen Typen“, der vorhat, Batman zu töten.

Alan Moore hat mit dem Joker das gemacht, was er am besten kann: mit Charakteren das tun, was er will. Lange bevor mit „Three Jokers“ die Darstellung des Jokers in verschiedenen Dekaden seiner Existenz diskutiert wurde, wurde hier die Frage gestellt, was einen Menschen so innerlich zerbrechen lassen kann, dass er eine derart dem Chaos gewidmete Existenz beginnt, die letztendlich in der Selbstzerstörung enden muss. Wahrheit und Lüge sind in dieser Situation relativ irrelevant, was zählt ist die Tatsache, dass der Joker und Batman einander wie zwei unwiderstehliche Kräfte anziehen und schließlich immer wieder zusammenprallen müssen. Die Gestaltung als Schwarzweiß-Zeichnungen und die harten Kontraste tragen das ihre bei, um den Band zu einem wahren Sammlerstück zu machen, das insbesondere für Batman-Fans den Kauf definitiv wert ist. Hier sollte man auch erwähnen, dass ungefähr ein Drittel des Bandes Covergalerien darstellen. Wenn letztendlich wieder die Diskussion aufkommen wird, ob das Werk „Kanon“ ist oder nicht – seit der Einführung der Multiversen muss man das nicht mehr so tragisch sehen.

„Killing Joke – Ein tödlicher Witz“ ist ein Kultband für alle Fans des dunklen Ritters und des durchgeknalltesten Clowns der Comicgeschickte, vor allem in der vorliegenden Schwarzweiß-Variante. Alan Moore und Brian Bolland haben ein Werk geschaffen, das sowohl die Funktion von Protagonist und Antagonist herausarbeitet als auch die Unsterblichkeit des Konflikts Chaos gegen Ordnung betont und das auch vom künstlerischen Standpunkt her sehenswert ist.

Details

  • Originaltitel:
    Batman: The Killing Joke; Batman: Black And White
  • Verlag:
  • Genre:
  • Erschienen:
    02/2022
  • Umfang:
    116 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    16 Jahre
  • ISBN 13:
    9783741627699
  • Preis:
    23,00 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Illustration:

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