DC Black Label

Harleen (Band 2)

von Stjepan Sejic
Rezension von Gabriel Zupcan | 13. Juli 2020

Harleen (Band 2)

Eine junge, aufstrebende Psychiaterin namens Harleen Quinzel macht sich daran, eine Studie zu verfassen, die die Fachwelt durchrütteln soll. Ihr Forschungsobjekt ist einer der undurchsichtigsten Kriminellen von Gotham City: der Joker. Während Dr. Quinzel beginnt in die Finsternis abzugleiten, ereilt auch eine andere aufstrebende Gestalt von Gotham ihr dunkles Schicksal.

Im zweiten Teil von Stjepan Sejics Neuerzählung von Harley Quinns Origin beginnt das Unvermeidliche. Harleens Forschung setzt sie unter Stress, ihre Todesangsterfahrung mit dem Joker lässt sie nicht los. Auch wenn sie seine Spielchen eigentlich einfach durchschaut, kann sie sich nicht gegen kleine Gesten wehren. „Was wäre wenn doch…?“ fragt sie sich idealistisch und trifft auf bekannte Gothamer Gesichter und Masken, während sie auf der Suche nach Antworten ist. Ein dramatisches Ereignis wirbelt in der Zwischenzeit Gotham City durcheinander. Auf Staatsanwalt Harvey Dent, den aufstrebenden Star im Kampf gegen kriminellen Sumpf in Gotham, wird vor Gericht ein Mafia-Attentat durchgeführt. Eine Chemikalie entstellt das Gesicht von Dent und zerstört seine integre Persönlichkeit. Währenddessen beginnt Harleen längere Interviews mit dem Joker und anderen Patienten, bei denen ihr der Joker ein schockierendes Geständnis macht, das sie ihre Einstellung zu ihm umdenken lässt.

Auch wenn „Harleen“ auf dem Band steht, bekommen wir in Teil 2 überraschend eine Sekundärhandlung spendiert, die ebenso ikonisch für das Batman-Universum ist: „Harvey“. Der smarte Staatsanwalt legte schon in Band 1 einen denkwürdigen Gastauftritt hin und wird hier unvorhergesehen zur zweiten Hauptperson. Ebenso wie Harleen gleitet er in den Wahnsinn ab, jedoch kommt Harveys Absturz plötzlich und brutal, während Harley langsam, aber unaufhaltsam untergeht. Die Handlung und ihre Elemente ist den meisten Lesern wahrscheinlich bekannt, dennoch schafft es Sejic diese spannend zu verpacken. Die Erzählweise ist elegant, nicht nur in ihren inneren Monologen und Dialogen, sondern auch in der grafischen Aufbereitung. Als Zeichner Sejic steht Autor Sejic in nichts nach. Grässliche Alpträume und trostlose Psychiatrieanstalten sind perfekt dargestellt. Zudem versteht Sejic viel von Perspektive. Wie ein erfahrener Kameramann bereitet er seine Panels auf. Das große europäische Albenformat bewährt sich hier besonders, da es eine luxuriöse Fläche für die Bildkompositionen bietet. Etwas kontrovers könnte die Darstellung des Jokers empfunden werden. Anstatt des offensichtlich deutlich älteren Mannes als der er bislang meistens dargestellt wurde, ist er in „Harleen“ ungefähr gleich alt wie die Protagonistin und ein wenig melancholisch-attraktiv dargestellt. Ein wenig der verrückte E-Boy. Der grausam grinsende Joker kommt nur wenig zum Vorschein – was aber auch offensichtlich Sejics Absicht ist, denn der Joker spielt hier offensichtlich ein Spiel…Auch wenn „Harleen“ auf dem Band steht, bekommen wir in Teil 2 überraschend eine Sekundärhandlung spendiert, die ebenso ikonisch für das Batman-Universum ist: „Harvey“. Der smarte Staatsanwalt legte schon in Band 1 einen denkwürdigen Gastauftritt hin und wird hier unvorhergesehen zur zweiten Hauptperson. Ebenso wie Harleen gleitet er in den Wahnsinn ab, jedoch kommt Harveys Absturz plötzlich und brutal, während Harley langsam, aber unaufhaltsam untergeht. Die Handlung und ihre Elemente ist den meisten Lesern wahrscheinlich bekannt, dennoch schafft es Sejic diese spannend zu verpacken. Die Erzählweise ist elegant, nicht nur in ihren inneren Monologen und Dialogen, sondern auch in der grafischen Aufbereitung. Als Zeichner Sejic steht Autor Sejic in nichts nach. Grässliche Alpträume und trostlose Psychiatrieanstalten sind perfekt dargestellt. Zudem versteht Sejic viel von Perspektive. Wie ein erfahrener Kameramann bereitet er seine Panels auf. Das große europäische Albenformat bewährt sich hier besonders, da es eine luxuriöse Fläche für die Bildkompositionen bietet. Etwas kontrovers könnte die Darstellung des Jokers empfunden werden. Anstatt des offensichtlich deutlich älteren Mannes als der er bislang meistens dargestellt wurde, ist er in „Harleen“ ungefähr gleich alt wie die Protagonistin und ein wenig melancholisch-attraktiv dargestellt. Ein wenig der verrückte E-Boy. Der grausam grinsende Joker kommt nur wenig zum Vorschein – was aber auch offensichtlich Sejics Absicht ist, denn der Joker spielt hier offensichtlich ein Spiel…Das „Gimmick“ des Black Label unter dem „Harleen“ erscheint, bringt etwas zum Grübeln. Auch wenn es sich hier zweifellos um erwachsenen Psychothrill handelt, sind in bislang zwei Bänden keinerlei Szenen vorgekommen die in anderen Batman-Serien nicht möglich gewesen wären. Diese sind (besonders z.B. unter Scott Snyder) nicht gerade für ihren zimperlichen Umgang mit Gewaltdarstellung bekannt. Ebenso finden sich keine sexuellen Darstellungen oder überaus verstörende Elemente, die eine Art Hinweis als „Vorsicht – edgy!“ erfordern würden. Vielleicht werden dadurch sogar Leser abgeschreckt, die einen spannenden Thriller gerne lesen würden?„Harleen 2“ macht konsequent weiter wo Band 1 angefangen hat. Mit der Komponente von Two-Faces Origin wird die Geschichte signifikant erweitert und man kann gespannt sein, auf welche Pfade sich Stjepan Sejic in Band 3 begeben wird.

Ein sehr guter zweiter Band einer sehr empfehlenswerten Thriller-Serie rund um Harley Quinns Origin. Insbesondere Fans von Gotham und dessen Bat-Universum werden es zu schätzen wissen. Dr. Quinn wandelt auf den Spuren von Clarice Starling, aber es wird kein gutes Ende nehmen.

Details

  • Autor/-in:
  • Originaltitel:
    Harleen
  • Band:
    2
  • Verlag:
  • Genre:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    03/2020
  • Umfang:
    60 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ISBN 13:
    9783741618031
  • Preis:
    14,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
  • Grafik:

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