Star Trek - The Next Generation

Widerstand

von M. J. Dillard
Rezension von Stefan Cernohuby | 07. März 2010

Widerstand

Alles wiederholt sich im Laufe der Geschichte. Menschen machen immer wieder die gleichen Fehler und müssen sich auch denselben Herausforderungen immer wieder aufs Neue stellen. So ist es natürlich kein Wunder, dass sich die Besatzung der U.S.S. Enterprise im "Star Trek"-Universum auch nach den großen Ereignissen um Picard und seinen romulanischen Klon wieder um alte Bekannte und Feinde kümmern muss.

Mitten in einer Phase der personellen Umstrukturierung - Riker und Troy haben die Enterprise verlassen, um die Titan zu kommandieren - beschleichen Jean-Luc Picard seltsame Ahnungen und Alpträume. Doch es kommt noch schlimmer. Plötzlich glaubt er, die Stimmen der Borg in seinem Kopf zu hören. Er, der einst Teil ihres Kollektivs war, glaubt aus dem Stimmengewirr herauszuhören, dass die Borg einen neuen Stützpunkt im Alpha-Quadranten besitzen und darauf abzielen, die Erde endgültig zu vernichten. Ohne einen Beweis für diese kühne Behauptung und gegen den ausdrücklichen Befehl von Admiral Janeway lässt Picard die Enterprise zu den Koordinaten steuern, an denen er die Borg vermutet. Und tatsächlich, ein gewaltiger Borg-Kubus befindet sich an selbigen und ist noch im Bau. Aber es kommt noch schlimmer, wird doch tatsächlich gerade eine neue Borg-Königin gezüchtet. Man will das Übel an der Wurzel packen, doch das erste Enterkommando geht völlig schief. Der gesamte Trupp wird aufgerieben und es gibt keine Überlebenden. Picard sieht nur noch eine Möglichkeit, den Borg beizukommen. Er selbst muss sie unterwandern und wieder zu Locutus van Borg werden. Ob dieser Plan gut gehen kann?

Aller guten Borg-Königinnen sind drei, so scheint es. Ein Satz der auch im Roman selbst verwendet wird. Ist dem so, kann man sich wirklich mit einer neuen Borg-Bedrohung anfreunden? Tatsächlich hat man als Leser oder als Kenner der verschiedenen Fernsehserien und Filme das Thema Borg eigentlich satt. Auch die Geschichte selbst birgt grundsätzlich nicht viel Stoff zur Begeisterung in sich. Überraschenderweise gelingt es der Autorin J. M. Dillard, die Handlung dennoch so spannend zu machen, dass man begeistert weiter liest. Man spürt, dass Worf sich endlich wieder von seinem Dax-Trauma zu lösen beginnt, registriert mit Überraschung, dass er sich offenbar zu einer Vulkanierin hingezogen fühlt und beginnt die feste Beziehung zwischen Jean-Luc Picard und Beverly Crusher langsam als Gegebenheit zu akzeptieren. Darüber hinaus werden geschickt weitere Nebenhandlungen eingeflochten, die vermutlich innerhalb der nächsten Bände zum Tragen kommen. So soll zum Beispiel Seven of Nine die Enterprise betreten und B-4, der Data-Prototyp zeigt langsam erste Anzeichen von Data-Verhalten. Man ist gespannt, wie sich diese Ereignisse weiter entwickeln und freut sich auf den nächsten Band. Genau diesen Effekt sollte ein Roman einer neuen Reihe haben. Somit ist das Buch eindeutig besser gelungen als der direkte Vorgänger. "Star Trek - The Next Generation"-Fans können hier beruhigt zugreifen. Sie werden finden, wonach sie suchen.

Auch wenn die neue "Star Trek - The Next Generation"-Romanreihe im Cross Cult Verlag nicht ganz so spannend gestartet ist, macht der zweite Band wieder einiges wett. J. M. Dillard zeigt im Roman "Widerstand", dass selbiger nicht zwecklos ist und auch aus einer relativ breitgetretenen Borg-Thematik immer noch etwas herauszuholen ist. Alle Fans des Universums und besonders der Reihe werden sich bei diesem Werk nicht über zu hohe Erwartungen ärgern müssen. Denn es ist spannend, unterhaltsam und nicht zu tiefgründig.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
    Keine Bewertung
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung

Könnte Ihnen auch gefallen: