Was uns das Kamasutra bis jetzt vorenthalten hat

von André Sedlaczek
Rezension von Stefan Cernohuby | 06. September 2009

Was uns das Kamasutra bis jetzt vorenthalten hat

Bei Geschenkbüchern muss man eines immer schon vorab berücksichtigen. Sie versuchen in erster Linie witzig zu sein und - wenn überhaupt - erst in zweiter Linie etwas zu vermitteln. Somit darf man nicht mit zu großen Erwartungen oder gar einem Bildungsauftrag an ein solches Büchlein herangehen. Insbesondere André Sedlaczeks Schöpfung "Was uns das Kamasutra bis jetzt vorenthalten hat", ist in diese Kategorie einzustufen.

Zweitausend Jahre ist es nun her, seit das originale "Kamasutra" von Vatsyayana verfasst wurde. André Sedlaczek ist der Meinung, dass es einige Updates geben muss, um der heutigen Zeit gerecht zu werden. So wird in dem in Rosatönen gehaltenen Büchlein die Wechselwirkung zwischen Potenzmitteln und Kopfschmerztabletten, die Funktion erotisierender Kleidung und die Kunst vorsichtiger Annäherung ans andere (oder gleiche) Geschlecht illustriert. Klassiker wie die erogenen Zonen für Mann und Frau finden sich ebenfalls in diesem Büchlein. Natürlich dürfen auch einige neue Stellungen für das Kamasutra nicht fehlen, beispielsweise "Die Polnische Schubkarre" oder "Der Wachturm". Auch verschiedenen modernen Spielarten der Liebe will sich der Autor widmen. So gibt es interessante Bilder, welche die Begriffe "Hündchen" und "Vögel(n)" neu erklären. So ist es zumindest gedacht.

Tatsächlich ist der Zeichenstil von André Sedlaczek sehr gewöhnungsbedürftig. Natürlich sind die Figuren in "Was uns das Kamasutra bis jetzt vorenthalten hat" als Karikaturen aufzufassen. Das ändert aber nichts daran, dass sie wirklich und wahrhaftig hässlich sind. Es ändert auch nichts daran, dass sie bis auf einige wenige Zeichnungen überhaupt nichts mit dem Titel des Büchleins zu tun haben und dass man den Witz oft mit der Lupe suchen muss. Zudem empfindet man als Leser viele der Illustrationen einfach als geschmacklos. Daher ist das Buch - wenn man es verschenken will - eher für Leute mit etwas derberem Humor geeignet und nicht für Feinmotoriker in der Kunst des Witzeerzählens. Aber selbst dann sollte man sich fragen, ob man wirklich 5,95 dafür ausgeben oder doch lieber etwas Niveauvolleres kaufen möchte.

André Sedlaczek versucht in "Was uns das Kamasutra bis jetzt vorenthalten hat" einige neue Gags und zeitlose Klassiker zum Thema Sex zünden zu lassen. Leider gelingt ihm das nicht und es handelt sich eher um Rohrkrepierer, rein vom humoristischen Standpunkt her betrachtet. Auch die Zeichnungen sind nicht schön anzusehen. Daher sollte man sich eher zweimal überlegen, ob man dieses Büchlein herschenken möchte.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    07/2005
  • Umfang:
    48 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • ASIN:
    3830360959
  • ISBN 13:
    9783830360957
  • Preis:
    5,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
    Keine Bewertung
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
    Keine Bewertung
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:
    Keine Bewertung

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