Das Schwarze Auge

Toras von Havena

von Christian Lebesius
Rezension von Stefan Cernohuby | 23. Juli 2009

Toras von Havena

Aventurien, Dere. Überall auf der ganzen Welt sind Schwarzmagier verstreut, die allesamt böse sind? Wirklich alle? Nein, denn da ist Toras von Havena, ein Schwarzmagier mit einem Herz aus Gold, der andere rettet und sich dabei nur ganz selten selbst bereichert. So oder ähnlich könnte man den neuesten Roman aus der Reihe "Das Schwarze Auge" umschreiben, wenn man auf Asterix-Stil wert legt. Aber gehen wir etwas näher auf das Werk ein.

Toras von Havena befindet sich in Al´Anfa und besitzt dort eine leidlich gute Anstellung, bei der er nicht schlecht verdient. Leider gibt es da einen Magier, der ihm seine Position missgönnt und ihn zu einem Duell herausfordert. Eine Kleinigkeit für einen Könnern wie Toras, denn schließlich ist er nicht umsonst Erzmagier. Doch sein Gegner rächt sich auf überaus unangenehme Weise, als er Toras komplette Wertsachen mitgehen lässt und sich aus dem Land absetzt. So bleibt dem jungen Magier nichts anderes übrig, als seinem Kontrahenten zu folgen - sein Stolz lässt keine andere Möglichkeit zu. Mit Hilfe eines alten, aber immer noch hervorragenden Schwertmeisters (und Meuchelmörders!) stöbert er Zachaban auf und stellt ihn abermals. Doch bleibt die bange Frage, ob er sich damit nicht etwas übernommen hat, der gar nicht so bösartige Beherrschungsmagier Toras.

Gut, dass mit dem Herz aus Gold ist übertrieben, zugegeben. Aber ansonsten kann man Toras von Havena im gleichnamigen Roman keine Vorwürfe machen. Sein Autor Christian Labesius lässt ihn nur andere töten, wenn es absolut unvermeidlich erscheint oder dem Spaßfaktor zuträglich ist. Und das ist eigentlich das Hauptkonzept des Romans. Toras tut etwas Lustiges und der Leser amüsiert sich darüber. Ob es die Verführung einer überaus reizvollen Frau ist (die danach vergiftet wird), die Verhöhnung einer Magierin (die nachher in einem Fluss landet) oder gar die Selbstgespräche mit seinem ehemaligen Meister sind (der irgendwo in seinem Kopf zu stecken scheint), das Konzept zieht sich durch das ganze Werk. Zum Glück gelingen die Scherze und Witze ganz gut, ansonsten würde man nämlich schnell auf die frappierende Schwäche des Buchs stoßen. Der ganze Plot reduziert sich auf den Satz: "Toras wird etwas gestohlen und er holt es sich zurück."
Richtige Nebencharaktere gibt es derer nur zwei, wobei einer nur als Lachspender herangezogen wird und der zweite eine notwendige Kampfmaschine ist - denn wie realistisch wäre es, wenn ein Magier allein alles könnte? So ist quasi der Weg das Ziel, etwas was sich bis zum Ende des Romans zieht. Denn dieser hat keinen richtigen Schluss, sondern erzählt nur wieder eine witzige Anekdote über Toras, der es wieder einmal gut findet, er selbst zu sein.
Leser, die hauptsächlich nach Unterhaltung suchen, können sich den Roman getrost kaufen, denn langweilig wird er an keiner Stelle. Wer aber ein wenig mehr erwartet als Lacher am laufenden Band und einem guten bösen Schwarzmagier, der alle Probleme problemlos aus dem Weg räumt, sollte sich besser einem anderen Roman der Reihe "Das Schwarze Auge widmen."

"Toras von Havena" stammt aus der Feder von Christian Labesius und handelt vom gleichnamigen guten und bösen Schwarzmagier. Leider baut der Roman zu sehr darauf auf, den Leser unterhalten und zum Lachen bringen zu wollen. Dementsprechend kann er leider nicht wirklich überzeugen und ist eher durchschnittlich gelungen. Als unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, deren Inhalt man nicht besonders lange in Erinnerung behält, kann das Buch jedoch trotzdem herhalten.

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    108
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    06/2009
  • Umfang:
    313 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3890641687
  • ISBN 13:
    9783890641683
  • Preis:
    9 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:

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