Die Krone der Sterne

Hexenmacht

von Kai Meyer
Rezension von Stefan Cernohuby | 01. August 2018

Hexenmacht

Die Entfernungen zwischen den Sternen sind gewaltig und für uns heutzutage noch unüberwindlich. Doch was, wenn es im All einer fernen Zukunft unzählige gefährliche Wunder zu entdecken gäbe? Uralte Maschinen, aussterbende Kriegerkasten und magiebegabte Hexen. Und wenn man sich mit diesen nicht freiwillig auseinandersetzt, sondern weil man muss? Davon handelt der zweite Roman der Reihe „Die Krone der Sterne“ mit dem Titel „Hexenmacht“ von Kai Meyer, den wir uns selbstverständlich näher angesehen haben.

Es ist immer schlecht, sich gegen die Mächtigen im Universum aufzulehnen. Das müssen auch Iniza und Glanis feststellen, die inmitten eines Piratennests zu überleben versuchen. Doch die Sache ist nicht ganz einfach. Glanis muss versuchen weniger geradlinig zu sein als sonst und Iniza muss neben dem Abwehren von Avancen auch noch Mutter sein. Doch sehr schnell werden die beiden wie im Vorgängerband zum Spielball der Mächtigen. Inizas Vater und Onkel repräsentieren sehr unterschiedliche Machtfraktionen und trachten einander nach dem Leben. Und doch gibt es noch Pläne, die weit darüber hinausgehen und zu Weltraumschlachten mit vielen Toten führen. Gleichzeitig sind Shara und Kranit unterwegs, um einige Transportaufträge zu erledigen, da stolpern sie mitten in einen Hinterhalt der Hexen des Ordens der Gottkaiserin. Hier wird nicht lange gefackelt und so gibt es unzählige Kollateralschäden, als sich die beiden nicht so einfach gefangen nehmen lassen. Doch der letzte Waffenmeister von Amun hat noch eine weit größere Aufgabe vor sich.
Und da sind noch die Anhänger der STILLE und eine immer noch schlafende Armee an Maschinenwesen…

Nachdem man bereits alle wichtigen Personen für die Reihe im ersten Band kennengelernt hat, geht es jetzt mit Tempo weiter voran. So schleudert Kai Meyer seine Protagonisten in unterschiedlichen Erzählsträngen in gefährliche Situationen. Auch gibt er jetzt mehr Informationen über die Vergangenheit einiger allzu geheimnisvoller Charaktere preis. Besonders Kranit ist hier eine Offenbarung – und irgendwann ist er kein wandelndes Klischee mehr, das alles kann, alles weiß und schon überall in der Galaxie war. Schon allein dafür lohnt sich die Lektüre. Obwohl nicht alle Charaktere ihr volles Potenzial entfalten, werden die Handlung und der Weltenbau konsequent vorangetrieben. Und so geschieht ein großer Fehler, der nicht nur einige Fraktionen bedroht, sondern das gesamte bekannte und unbekannten All in Gefahr bringen könnte. Hier gelingt es dem Autor, einen guten Cliffhanger zu wählen, welcher den dritten Band nahtlos ansetzen lassen kann. Der zweite Teil einer Trilogie ist oft nur ein Übergangswerk, um die Handlung zu verbinden, doch hier geschehen genügend überraschende und schockierende Ereignisse, um auch als Einzelwerk bestehen zu können. Man kann das auf den Vorsatzseiten wieder sehr schön illustrierte Werk also auch lesen, ohne dass man den Vorgänger unbedingt kennt – wenngleich einem dann natürlich doch einiges der gelungenen Vorgeschichte entgeht.

„Hexenmacht“ ist der zweite Band der Reihe „Die Krone der Sterne“ von Kai Meyer. Bei seinem zweiten Weltraummärchen wird immer mehr vom Hintergrund des Settings und von den verschiedenen Charakteren und deren Familienverflechtungen bekannt. Der gelungene Spannungsaufbau und der ebenso geglückte Cliffhanger lassen für den dritten und letzten Band der Trilogie einiges erwarten. Wir können den vorliegenden Roman in jedem Fall empfehlen. Fans und Kenner der Reihe können völlig beruhigt zugreifen.

Details

Bewertung

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