Die Chroniken von Amber

Die Burgen des Chaos

von Roger Zelazny
Rezension von Stefan Cernohuby | 20. Mai 2018

Die Burgen des Chaos

Selbst wenn eine Welt unendlich vielfältig ist und sich potenziell noch eine große Menge an weiteren Geschichten erzählen lassen würden, liegt es doch am Abschlussband eines ersten Erzählzyklus, ob Leser noch einmal interessiert daran sind, die erschaffenen Welten erneut zu betreten. „Die Burgen des Chaos“ ist der abschließende fünfte Band der Reihe „Die Chroniken von Amber“ von Roger Zelazny. Und wer dessen weiteren Werdegang kennt, weiß auch um diesen Band Bescheid.

Seit Corwin weiß, dass sein Vater nie verschwunden war, sondern unter falschem Namen und mit falschem Gesicht an seiner Seite gekämpft hat, ist er reichlich aufgebracht. Auch die Tatsache, dass die geheimnisvolle Dara wieder auftaucht und ihm erzählt, dass er einen Sohn namens Merlin hat, trägt nicht zu seiner Beruhigung bei. Da erhält er den Auftrag, die Burgen des Chaos aufzusuchen und dort zu verhindern, dass sein Bruder Brand Amber und alle anderen Welten auslöscht. Es ist eine Reise, bei der er auf unterschiedliche Personen und Wesen trifft. Manche glauben ihn zu erkennen, andere wollen ihn verspeisen. Es gibt viele Fallen und selten sind die Wege gerade. Er erhält einen Blutvogel von seinem Vater, später fliegt ihm ein nerviger Rabe namens Hugi zu. Ein magischer Baum spendet einen Ast und ein Schakal will ihn in die Falle locken. Kann Oberon das Muster reparieren, um alle Welten zu retten oder liegt es an Corwin und dem neuen König von Amber, die Schlacht gegen den verräterischen Bruder Brand und dessen Verbündeten zu führen?

Die Handlung scheint relativ geradlinig zu sein, widmet sich aber mehr oder weniger im Vorbeigehen wichtigen philosophischen Fragen, ohne dass das ganze aufgesetzt erscheint. Dabei wird auch die Wandlung des Protagonisten augenscheinlich. Zu Beginn der Reihe war er – sobald er sein Gedächtnis zurückhatte – hauptsächlich erpicht darauf, den Thron Ambers an sich zu bringen. Nun gilt sein Streben nicht nur dem eigenen Vorteil, sondern tatsächlich der Möglichkeit Amber und alle Welten zu retten. Denn im Grunde könnte er selbst überleben, auch wenn ein neues Muster geschaffen wird – doch das ist nicht, was er möchte. Charakterliche Entwicklung, neue Abenteuer, Philosophie und ein packendes Finale ergeben zusammen einen sehr gelungenen Abschluss der initialen Chroniken von Amber. Auf dieser Reihe baute Roger Zelazny später noch weitere Serien auf – doch jene erste Reihe ist mittlerweile ein Klassiker, den jeder Sammler guter Fantasy in seinem Regal haben sollte.

„Die Burgen des Chaos“ ist der fünfte und abschließende Band der Reihe „Die Chroniken von Amber“ von Roger Zelazny. Diese Reihe stellt das Fundament dar, auf dem später weitere Geschichten über Amber und seine Bewohner erzählt wurden und ist mittlerweile als Klassiker zu betrachten. Wer die Romane noch nicht sein Eignen nennt, sollte hier unbedingt zugreifen.

Details

Bewertung

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