Der Tod steht auf der Schwelle

von Kirsten Holst
Rezension von Stefan Cernohuby | 15. Dezember 2005

Der Tod steht auf der Schwelle

Kriminalliteratur, und Literatur, die versucht Kriminalliteratur zu sein, gibt es viel. Auch etablierte Krimiautoren findet man Heutzutage zahlreiche. Aber nur wenige Autoren werden von Kritikern als Meister ihres Fachs bezeichnet. Kirsten Holst ist eine der wenigen Autorinnen, die sich bereits durch herausragende Werke von der Masse abgehoben haben, unter anderem wurde sie bereits mit dem renommierten Poe-Preis prämiert. Bei Der Tod steht auf der Schwelle handelt es sich um den 5. Roman, der von den beiden Chefermittlern Høyer und Therkelsen erzählt. Erstmals erschien der Roman im Jahr 1984 in Dänemark, jetzt endlich hat er aber seinen Weg in unsere Buchregale gefunden.

Als Martin Nielsen, einer der genialsten Einbrecher, die Dänemark jemals unsicher gemacht haben, bei Nacht die Wohnung einer Freundin besucht - jedoch ohne dass diese anwesend ist -, rechnet er nicht damit dabei überrascht zu werden. Doch manchmal hält der Zufall schlimme Überraschungen für einen bereit. Er wird von einer Polizeistreife überrascht, erkannt und festgenommen. Nielsen, der einst wegen seiner Lautlosigkeit „Indianer“ genannt wurde, und Kommissar Høyer sind alte Bekannte. Schon vor mehr als zehn Jahren haben sich seine Wege mit denen des charismatischen Einbrechers gekreuzt. Høyer ist überrascht wie sehr sich Nielsen verändert hat. Aus dem niemals wirklich erwachsenen Mann ist ein Geschäftsmann geworden, aber offensichtlich kein völlig ehrlicher. Probleme scheinen sich wie eh und je hinter ihm zusammenzuballen.

Jene Probleme entladen sich anscheinend schon am nächsten Tag, und zwar in Form eines Schusses, der Martin Nielsen in den Kopf trifft und tödlich verletzt. Für Høyer ist die Sache klar. Jemand war Nielsen auf der Spur, da er jemanden bei seinen internationalen „Geschäften“ auf die Zehen getreten ist. Therkelsen sieht die Sache anders. Für ihn ist sein Kollege das logischere Opfer als der ehemalige Kleinkriminelle. Schließlich waren beide zum Tatzeitpunkt ähnlich gekleidet und auch in ihrer Statur sehr ähnlich.
Høyer will das nicht glauben. Er findet interessante Details aus dem familiären Umfeld des „Indianers“ heraus, und glaubt der Sache immer näher zu kommen. Ein Bruder der Nielsen verleugnet seine Schwester, die offensichtlich Alkoholikerin ist, und eine beste Freundin des Toten, die völlig konträr zu ihm zu sein scheint. Viele, scheinbar unzusammenhängende Puzzlesteine, die er zusammensetzen will.
Doch dann wird (wieder) auf ihn geschossen.

Kirsten Holst vermag es, den Leser in unerwartete Wendungen schlittern zu lassen. Auch wenn die Hauptcharaktere nicht immer jene charakterlichen Tiefen erreichen, die man sie gerne erreichen lassen würde, ist der Roman selbst von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Selten ist das, was auf den ersten Blick richtig scheint, wirklich der Weisheit letzter Schluss. Jeder Krimifan, der bisher noch nicht zu einem Buch von Kirsten Holst gegriffen hat, sollte das schleunigst machen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Erschienen:
    04/2016
  • Umfang:
    1170 KB / 173 Seiten
  • Typ:
    eBook
  • Preis:
    3,99 €

Bewertung

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