Die Chroniken von Araluen

Der eiserne Ritter

von John Flanagan
Rezension von Stefan Cernohuby | 20. Februar 2010

Der eiserne Ritter

Wenn ein Autor beginnt, Chroniken zu schreiben, nimmt man als Leser mit Recht an, dass es sich um Bücher voll von epochalen und epischen Ereignissen handelt. "Die Chroniken von Narnia", der "Drachenlanze" oder der "Unterwelt" sind nur einige wenige Beispiele. Auch John Flanagan hat sich an die Thematik herangewagt. Von ihm stammen Die Chroniken von Araluen", von denen nun der dritte Band "Der Eiserne Ritter" erschienen ist.

Nicht immer geht alles problemlos vonstatten. So wurden der junge Waldläuferlehrling Will und die als Zofe verkleidete Prinzessin Evanlyn nach einer großen Heldentat von Piraten verschleppt. Etwas, was seinem Lehrmeister Walt überhaupt keine Ruhe lässt. Er möchte sich aufmachen, um seinen Schützling zu suchen und zu retten. Doch das Gesetz lässt einen Urlaub nicht zu. So bleibt ihm nur eine verzweifelte Möglichkeit das Land verlassen, er muss seinen eigenen König beleidigen. Nach erfolgter Verbannung steht ihm der junge Krieger Horace zur Seite. Gemeinsam mit diesem gerät Walt allerdings nach einigen Scharmützeln in die Hand des sadistischen Ritters Deparnieux. Dieser hat seine ganz eigenen Pläne mit ihnen.
Währenddessen müssen Will und Evanlyn als Sklaven schuften. Nach einem Fluchtversuch wird Will auch noch unter Drogen gesetzt und beginnt seinen freien Willen zu verlieren. Das sind keine guten Voraussetzungen, um den sich anbahnenden harten Winter zu überleben...

Im Fall von Chroniken kann es vorkommen, dass einer von vielen Bänden ein wenig langweiliger als die anderen wird. Ohne nun die vorherigen Romane zu kennen, bleibt dem Verfasser dieser Rezension nichts anderes übrig als anzunehmen, dass der vorliegende Roman Der Eiserne Ritter" genau das ist. Ein schwächerer Teil aus einer besseren Reihe an Büchern. Denn die Handlung ist alles andere als prickelnd. Will und Evanlyn erleben im Grunde den ganzen Roman lang nichts, was wirklich eine Erwähnung wert wäre. Walt und Horace hingegen erleben ihr Abenteuer - das in erster Linie aus einigen Duellen, einem ekelhaften Pseudo-Adeligen und einer Menge Warterei besteht - nur, weil sie auf der Suche nach Will sind. Und dabei lassen sie sich auch noch eine Menge Zeit. Der wackere Waldläufer hat offensichtlich seine eigenen Vorstellungen von einer eiligen Suche. Zudem bleiben die Charaktere blass. Abgesehen davon, dass sie ihren Peinigern grundsätzlich immer überlegen wären, halten die einige von ihnen so an Ehrenhaftigkeit fest, dass es manchmal beinahe wehtut. Würde man eine "Gesinnung" der Charaktere bestimmen, so wären sie allesamt "Gut", denn jeder will immer nur das Beste für alle.
Somit bleiben die aus diesem Roman ersichtlichen Gründe, selbigen zu kaufen, eher überschaubar, um nicht zu sagen nicht vorhanden. Möglicherweise waren die in diesem Fall unbekannten Vorgänger tatsächlich so gut, dass begeisterte Leser der Reihe auch hier zugreifen werden, empfohlen werden kann er allerdings nicht einmal bei der großzügigsten Auslegung. Nur Verschlinger jedes einzelnen erscheinenden Fantasy-Romans werden diesem Buch etwas Positives abgewinnen können.

Mit "Der Eiserne Ritter" ist nun der dritte Band der Reihe "Die Chroniken von Araluen" aus der Feder von John Flanagan. Ohne die anderen beiden Bände zu kennen, ist der aktuelle alles andere als empfehlenswert. Die Handlungsfäden schlängeln sich ohne Begeisterung dahin und auch die Charaktere bleiben blass. Wer nicht gerade ein absoluter Liebhaber der Reihe ist, sollte um dieses Buch besser einen großen Bogen machen. Denn dieses Geld kann sicherlich besser angelegt werden.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:
    Keine Bewertung