Die Katze mit den goldenen Augen

von Andrea Schacht
Rezension von Janett Cernohuby | 25. Januar 2009

Die Katze mit den goldenen Augen

Katzen begleiten den Menschen schon seit Jahrtausenden. Trotzdem ist es uns nie wirklich gelungen, sie zu zähmen und zu domestizieren. Über all die Jahrhunderte hinweg haben sich diese Tiere ihren eigenen Stolz und Charakter bewahrt und sind, egal wie anhänglich sie erscheinen, stets ihr eigener Herr. Wir Menschen sehen das ganz unterschiedlich. Entweder lieben wir diese Tiere genau wegen ihrer starken Persönlichkeit oder wir sehen in ihnen störrische, arrogante Biester, denen man lieber aus dem Weg geht.

Zur zweiten Gruppe gehört definitiv der Schriftsteller Helge Palmer. Dessen Geschäfte verlaufen in den letzten Wochen verhältnismäßig schlecht. Nun verlangt sein Verlag auch noch, dass er einen Geschichtenband über Katzen schreibt. Katzen! Jene Tiere, die Helge am wenigsten leiden kann. Doch ihm bleibt nichts anderes übrig und so setzt er sich vor seinen Computer und lässt sich von einem herumstreunenden Kater, der sich dem mürrischen Autor quasi aufzwingt, inspierieren. So verfasst Helge seine erste Kurzgeschichte über "Die Katze mit dem goldenen Schnurrhaar". Nach dieser scheinen die Ideen förmlich an seine Tür zu klopfen. Durch einen Bekannten gerät ihm ein altes Buch in die Hände, in dem er die Inspiration für seine zweite Erzählung, "Die Katze mit den goldenen Augen", findet. Der Streuner hat sich mittlerweile einen festen Platz in Helges Leben "erzwungen", wodurch aber auch die schöne Nachbarin Lea auf den Schriftsteller aufmerksam wird. Sie erzählt ihm eine weitere Katzengesichte, nämlich die von Eder Katze mit den goldenen OhrrineE. Ohne dass der Autor es bemerkt, nimmt er den Streuner bei sich auf und tauft ihn auf den Namen Ronan. Dieser verhilft ihm letztendlich zu drei weiteren Erzählungen, bei denen die letzte sogar jene des Autor und seines neuen Haustieres ist.

"Die Katze mit den goldenen Augen" ist eine wunderschöne und poetische Sammlung kleiner Katzengeschichten. Dabei dient die Rahmenhandlung um den Schriftsteller Helge Palmer eher als Kette, auf der die fünf Erzählungen aufgereiht werden. In diesen gelingt es der Autorin auf hervorragende Weise, Menschen in die Welt der Katzen eintauchen zu lassen und sie diesen Tieren näher zu bringen. Bis auf eine Ausnahme haben bei allen Kurzgeschichten die Katzen etwas Goldenes: ein goldenes Schnurrhaar, goldene Augen, einen goldenen Ohrring, einen Goldzahn und goldenes Fell. Deswegen ähneln sich die Handlungen aber keinesfalls. So facettenreich und unterschiedlich wie Katzen sind auch die kurzen Erzählungen. Mal spielt die Handlung in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart und ein anderes Mal stellt sich die Erzählung als Krimi heraus. Lediglich die letzte Geschichte weicht von diesem Schema ab. Sie ist der Erlebnisbericht des Autors selbst, als er für einen Tag mit seinem Kater Ronan die Rollen tauschte. Somit wird nicht nur endgültig die Verbindung zwischen Helge und dem einstigen Streuner besiegelt, gleichzeitig wird auch vom Umdenken eines einstigen Katzengegners berichtet.
Gelesen wird das Hörbuch von dem Schauspieler Tommi Piper, dessen Stimme uns nicht zuletzt durch die Serie "Alf" bekannt ist. Während er damals jedoch Katzen eher auf seinen Speiseplan setzte, leiht er ihnen heute in einer poetischen Geschichte seine Stimme. Das gelingt ihm sehr gut.

Somit ist "Die Katze mit den goldenen Augen" eine wunderschöne Audioproduktion eines Romans, der in poetischer, geheimnisvoller und heiterer Art und Weise Katzengeschichten erzählt. Es macht Spaß, den Erzählungen zu lauschen und in die Welt der Samtpfoten tragen zu lassen. Für Katzenfans ist dieses Hörbuch ein Muss.

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