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Cantus Buranus - das Orgelwerk

von Corvus Corax
Rezension von Stefan Cernohuby | 01. März 2009

Cantus Buranus - das Orgelwerk

Viele Bands versuchen sich in unterschiedlichen Phasen ihres Schaffens an verschiedenen Musikarten und auch Instrumenten. Einen besonderen Status nimmt unter ihnen allerdings die deutsche Band Corvus Corax ein. Dadurch, dass sie mittelalterliche Musik machen, müssen sie sich zwangsläufig mit ungewöhnlichen Instrumenten auseinandersetzen. Nach ihren beiden Alben, die sich der Neuvertonung der Carmina Burana gewidmet haben, ist nun ein dritter Tonträger erschienen, der sich diesem Thema annimmt: Cantus Bauranus: Das Orgelwerk.

Auf ihm finden sich ausgewählte Stücke der beiden logischen Vorgängeralben, die aber Komplett mit Orgelklängen neu aufgenommen wurden. Eine Herausforderung für Band, Musikliebhaber und Umsetzung. Warum genau?
Für die Band deshalb, weil sie hier auf ein anderes musikalisches Medium zurückgreifen. Musikliebhaber haben hingegen eher mit der ungewöhnlichen Klangfarbe der Stücke und dem Fehlen von Texten zu kämpfen. Zuletzt ist die Umsetzung kompliziert, weil verspielte Musikstücke auf einem Instrument gespielt werden, dessen akustische Eigenschaften völlig anders sind als die von Dudelsack, Schalmei oder Cister.
Dies wird auch in den unterschiedlichen Stücken schnell klar. Orgeln, wem Orgeln gebühren, wie man so schön sagt. So ist eine Hommage an Johann Sebastian Bach natürlich perfekt per Orgel in Szene zu setzen. Geht es des Weiteren um getragene oder eindrucksvolle Segmente von Stücken, ist das Instrument auch hier perfekt eingesetzt. Werden aber schnell aufeinander folgende musikalische Phrasen gespielt, die ineinander übergehen, klingt die Musik unfreiwillig gehetzt und auch der Spielstil nicht unbedingt perfekt. Zudem scheint der Anschlag, der für Orgelmusik völlig anders bemessen werden muss als beispielsweise bei einem Klavier, nicht immer zu stimmen. Daher kann man insgesamt festhalten, dass "Cantus Buranus: Das Orgelwerk" zwar zweifelsohne Orgelinterpretationen genialer Musikstücke beinhaltet, aber die Umsetzung nicht bei allen als gelungen bezeichnet werden kann. Auch die Akzeptanz des Hörers wird nicht an jeder Stelle des Albums gegeben sein. Somit kann das Werk leider - so schwer es auch fällt - nur als durchschnittlich bezeichnet werden.

"Cantus Buranus: Das Orgelwerk" ist eine Neuinterpretation der Neuinterpretationen der Carmina Burana von Corvus Corax. Leider verträgt sich die Orgelmusik nicht immer mit den sicherlich genialen Musikstücken, wodurch das Hörerlebnis für den Zuhörer bei einigen Teilen der CD merklich geschmälert wird. Daher kann nur Fans von Corvus Corax dieses Werk uneingeschränkt empfohlen werden.

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