Alfa Beta

von Dugald Keith
Rezension von Stefan Cernohuby | 28. September 2015

Alfa Beta

Jeder der das griechische Alphabet vom Hörensagen kennt, weiß wie selbiges beginnt: Alpha, Beta, Gamma. Einige bekommen sogar noch zusätzlich zusammen, dass es mit einem Omega endet. Doch nicht alle Zeichen decken sich vollständig mit den heute verwendeten Buchstaben. So kann man es als kleine Überraschung betrachten, wenn sich ein Spiel für Kinder ab acht Jahren, das sich mit dem Thema Wortbildung beschäftigt, den Titel „Alfa Beta“ trägt. Wir haben uns dieses Spiel angesehen.

Öffnet man die Packung, sieht man erst einmal eine Unzahl an Aufklebern und Haken. Das liegt daran, dass das Spiel nicht nur auf Deutsch enthalten ist, sondern in acht verschiedenen Sprachen. Doch man klebt nur die Sticker in der Sprache seiner Wahl auf. Dann hat man orange, grüne und rote beidseitige Haken aus Plastik, mit unterschiedlichen Buchstaben, die jeweils auf beiden Seiten sitzen. Die verschiedenen Farben stellen Punktewerte dar, die man erringen kann, wenn man die jeweiligen Haken verwendet. Das Spielprinzip ist denkbar einfach. Man mischt alle Häkchen, legt sie auf einen großen Haufen in der Mitte des Tischs und der erste Spieler, der ein „A“ findet, beginnt. Man ergreift also einen freiliegenden haken, „hakelt“ dann nach dem zweiten, dem dritten und so weiter, bis man ein vollständiges Wort gebildet hat. Erwischt man einen Buchstaben verkehrt herum, fällt einer herunter oder schafft man es nicht, ein ganzes Wort zu bilden, müssen die Haken wieder auf dem Haufen abgelegt werden. Schafft man es, darf man sie behalten und kassiert somit die Punkte, welche die Haken wert waren. Umlaute gibt es keine und auch auf ein „Y“ wurde verzichtet.

Besitzt man ein wenig Fingerfertigkeit, ist es kein Problem, Ketten mit bis zu sechs oder sieben Buchstaben zu bilden. Doch hier kommt es einerseits auf die Verteilung auf dem Tisch, auf den Wortschatz des betreffenden Spielers und ein kleines bisschen Glück an. Denn selten liegen alle benötigten Buchstaben für ein Wort frei zugänglich. Da man aber nicht „umrühren“ darf, sollte man doch nicht immer nach den Sternen greifen – vor allem, da man sich ab einem gewissen Zeitpunkt doch übernimmt und dann im Fall eines Unfalls alle Punkte verliert. So konnte bei einer Testpartie auch einmal ein jüngerer Spieler gewinnen, weil er sich auf Worte mit vier bis fünf Buchstaben konzentrierte und so konstant Punkte sammelte. Das Spiel enthält nicht ganz dieselbe Langzeitmotivation wie klassische Wortbauspiele, ermöglicht aber mit beinahe hundert verwendbaren Buchstaben doch einen Vorrat, der etliche auch kompliziertere Varianten ermöglicht. Man muss allerdings zugeben, dass Spieler mit einem Zielalter von acht Jahren noch nicht den Wortschatz mitbringen, um sich gegen durchschnittliche Erwachsene durchzusetzen. Insofern wäre ein wenig Hilfe nicht schlecht, denn motorisch haben manche Kinder bereits wieder Vorteile gegenüber den Erwachsenen. Insgesamt ist „Alfa Beta“ ein zwar sehr minimalistisches Spiel, dessen Konzept jedoch voll aufgeht. Da man auch kaum Einlesezeit zum Losspielen benötigt, können wir dieses Spiel mit gutem Gewissen empfehlen.

„Alfa Beta“, ein Spiel von Dugald Keith, ist im Verlagshaus Piatnik erschienen. Das Spiel, das für zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren geeignet ist, benötigt Wortschatz, Fingerfertigkeit und ein etwas Glück. Auch wenn es sich vermutlich mit Kindern ab zehn Jahren besser spielt, macht das Spiel auch schon früher Spaß und verspricht spannende, wenngleich eher kurze Spielrunden von etwa 15 bis 20 Minuten (angegeben sind 25 Minuten). Uns hat es gefallen und wir empfehlen es gerne weiter.

Details

Bewertung

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