Warcraft

Warcraft: The Beginning - Hinter den Kulissen

von Daniel Wallace
Rezension von Gabriel Zupcan | 06. August 2016

Warcraft: The Beginning - Hinter den Kulissen

Durch das Dunkle Portal stürmen die Orcs nach Azeroth um es für ihren Herrn, den Hexenmeister Gul’dan, zu erobern. Die Menschen von Sturmwind  stellen sich ihnen entgegen, die Horde prallt auf die Allianz. 2016 gelangte Warcraft nach langem Warten endlich auch auf unsere Kinoleinwände. Wieviel künstlerische Arbeit hinter diesem Film steckte und weshalb es so lange gedauert hat, bis er fertig gestellt war, das beleuchtet der Bildband „Hinter den Kulissen“.

„Warcraft: The Beginning“ kommt in einem schönen breiten Format daher, nicht zu quadratisch und auch nicht zu breit, um es in einem Regal unterzubringen. Das Buch hat ein wunderbares Gimmick, das sofort ins Auge sticht: es hat zwei Cover und man kann es wenden. Jeweils die Horde und die Allianz mit ihrem jeweiligen Hauptdarsteller (Durotan, bzw. Lothar) zieren das Cover und erhalten somit je eine Hälfte des Bandes. Der Fokus liegt in den jeweiligen Sektionen auf dem Design und der Entwicklung der Fraktion und ihrer Charaktere. Das wird mit wunderschönen, großen Artworks und Fotos präsentiert. Überschneidungen im Text gibt praktisch keine und beide Teile sind interessant zu lesen – wenn man sich für den Film interessiert.

Und genau für solche Leute ist das Buch konzipiert: Diejenigen, die den Film gesehen haben und mehr darüber wissen wollen, wie er entstanden ist. Es ist mehr oder weniger die Print-Version eines Making-Of-Featurettes auf einer Blu-ray Disc. Der Text geht nicht unbedingt in die Tiefe, das wäre für einen Bildband auch etwas zu viel verlangt. Man erhält aber eine gute Einsicht über die aufwendige Arbeit und auch die eine oder andere Anekdote von den Dreharbeiten. Besonders interessant ist die Arbeit mit den Schauspielern der Orcs (bei Warcraft nur echt mit „c“!), die mit höchst aufwendiger und eigenwilliger Motion Capture-Technologie ihre Szenen filmen mussten. Man stelle sich vor: anstelle von vier massiven, muskelbepackten Orcs stehen vier „schmächtige“ Menschen in „Star Trek: The Next Generation“-artigen Overalls, bepackt mit allerlei Cyberkram wie aus einem 90er Genrefilm vor dem Dunklen Portal. Natürlich wirkt das unfreiwillig komisch, aber umso erstaunlicher ist das Ergebnis, das die vermutlich am besten animierten CGI-Charaktere seit Gollum ermöglichte. Wer den Film gesehen hat, weiß auch, dass die Orcs nicht nur die faszinierende Optik auf ihrer Seite hatten, sondern auch die etwas spannenderen Charaktere.
Die Welt der Menschen spart jedoch auch nicht mit prunkvollem Glanz und fantastischen Waffen und Rüstungen, die sehr nah an die eher cartoonhafte Computerspieloptik angelehnt wurden. Die Hälfte der Allianz beschäftigt sich somit auch mehr mit der Visualisierung der ungewöhnlichen Schauplätze des Films. Auch wenn Warcraft: The Beginning vom erzählerischen her etwas steif und klobig wirkt, wird ihm jeder eingestehen, dass er visuell überwältigend und einzigartig war. Auch wenn viele den sehr künstlich-unrealistischen Look vielleicht nicht schätzen werden, muss man sagen, dass er die Atmosphäre und Optik der aus den Warcraft-Spielen bekannten Cinematics perfekt einfängt.
Als Boni liegen dem Buch noch drei kleine Folder mit weiteren Konzept-Artworks bei, darunter einer der wie ein In-Game-Zauberbuch aufgemacht ist.

Insgesamt ein visuell schönes Buch zu einem visuell herausragenden Film mit einem guten Maß an interessanten Infos für den Fan. Es macht sich perfekt im Warcraft-Fan-Schrein im Regal. Den Nicht-Fan wird es nicht sonderlich jucken, vor allem nicht zu diesem Preis, der vielleicht etwas über dem Schnitt liegt.

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