Wolverine

von Frank Miller
Rezension von Stefan Cernohuby | 06. Juli 2009

Wolverine

Ob der verstorbene King of Pop Michael Jackson oder der britische Superagent James Bond, der Status jedes Superstars muss erst einmal erworben werden. Dafür gibt es meistens einen Auslöser. Im Falle des Marvel-Helden Wolverine war eine von Frank Miller illustrierte und im Jahr 1982 erschienene Miniserie. Ob diese trotz ihres mittlerweile etwas antiquierten Zeichenstils auch heute noch überzeugen kann, wollen wir uns näher ansehen...

Wolverine ist der beste in seinem Job, das heißt, er ist der Beste in dem was er tut - was nicht immer allzu schön anzusehen ist. Doch nicht immer sind es seine Aufgaben, die ihn antreiben. Im vorliegenden Band geht es zuallererst um Wolverines große Liebe Mariko. Als Tochter eines großen Unterweltsbosses kann sie sich allerdings nicht für den Gaijin Logan als Freund, Liebhaber oder Ehemann entscheiden, zu sehr ist sie durch ihr Ehrgefühl an ihre Familie gebunden. Doch Marikos Vater Lord Shingen schmiedet einen perfiden Plan. Dieser soll einerseits den unliebsamen Mutanten Wolverine beseitigen, andererseits ihm die Herrschaft über die komplette Unterwelt in Tokio einbringen. Dies beinhaltet nicht nur diverse Attentäter, sondern auch den Einsatz einer zweiten Frau, die Wolverine von seinen ursprünglichen Interessen abbringen soll. Doch er unterschätzt den Kanadier, etwas, was noch niemandem gut bekommen ist. Wolverine verfolgt sein Ziel unaufhaltsam und eröffnet die Jagd auf Shingen...

Wer ist Wolverine? Eine Frage, die man bis heute nur sehr unvollständig beantworten kann. Allerdings kann man klar sagen, was er vor diesem Comic war: Eine Randgestalt und ein einfaches Teammitglied der X-Men. Ein gewalttätiger Mutant mit seltsamen Klauen und tierhaften Instinkten. Niemand, den man unbedingt im Fokus behalten musste.
Danach war Wolverine etwas Besonderes. Er war nicht länger ein X-beliebiger Mutant, sondern ein Profi und Killer mit Herz. Ein Krieger, der nicht nur für persönliche Befriedigung oder sein Land kämpft, sondern vielmehr für seine Liebe - und direkt damit verbunden auch für seine eigene Persönlichkeit. Auch wenn sich dieses Abenteuer nicht unbedingt mit aktuellen anderen deckt, welche sich mit Wolverines Geschichte beschäftigen, weiß die Erzählung durchaus zu begeistern. Allein der Zeichenstil der frühen 80er ist gewöhnungsbedürftig, auch wenn "Sin City"-Mastermind Frank Miller hier an den Stiften saß. Jedem, dem die 80er-Jahre-Comics von Condor noch ein Begriff sind, weiß auch, wie sie früher dargestellt wurden: Sehr stark komprimiert.
Aus diesem Grund ist auch das Format nicht hundertprozentig passend. Trotzdem kann der Band jedem Fan des jähzornigen Kanadiers nur ans Herz gelegt werden, denn 9,95 Euro sind in diesem Fall genau richtig bemessen.

Frank Miller hat mit "Wolverine" einen Nebencharakter zum Protagonisten befördert. In diesem Band ist der Grundstein zu erkennen, durch den es der Charakter geschafft hat, in mittlerweile vier Kinofilmen und natürlich auch unzähligen Comics aufzutreten. Sammler und Fans sollten sich den Band keinesfalls entgehen lassen, auch wenn er im Vergleich zum heutigen Zeichenstil mehr als nur ein wenig zurückhinkt.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    11/2006
  • Umfang:
    96 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ISBN 13:
    9783866071704
  • Preis:
    9,95 €

Bewertung

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