Lucifer

Lucifer, Band 1

von Dan Watters
Rezension von Stefan Cernohuby | 10. August 2019

Lucifer, Band 1

Geschichten und Ideen aus dem „Sandman“-Universum greifen um sich und streben nach selbsttändiger Bedeutung. Was bisher schon mit einigen eigenständigen Reihen gelungen ist, geht mit „Lucifer“ mittlerweile in die vierte Staffel Fernsehserie. Und obwohl es bereits eigene Comics gab, ist nun unter dem Label „Sandman Universe“ eine neue Reihe gestartet. Für wahre „Sandman“-Fans natürlich Pflichtlektüre.

Lucifer steckt mit einigen Getreuen an einem Ort fest. Er weiß nicht genau wo er ist und wer ihn festhält, doch sein Körper ist der eines alten Mannes. Er weiß nur, er muss sich und die seinen befreien. Indem er gräbt, mit einem Spaten, der ihm Widerworte gibt. Doch da sind diese Schausteller, die ihn immer wieder verstümmeln und kurzzeitig töten.
Detective John Decker erlebt währenddessen seine eigene Hölle. Seine Frau Penelope stirbt an einem Gehirntumor und es gibt nichts, was er dagegen tun kann. Als er ihr ihre letzten Tage erleichtern will, haben die beiden einen Autounfall und sie stirbt. Er wird suspendiert, weiß aber durch die letzten Worte seiner Frau, dass alles irgendwie mit Robert, dem Cousin seiner Frau, zu tun hat. Er sucht ihn in Gately House, einem Ort der irgendein Dazwischen darstellt. Fakt ist, es geht immer um Familie. Sowohl bei John Decker, als auch bei Lucifer. In beiden Fällen sind es Familienmitglieder, die für die Lebens-, Todes- und Wiedergeburtssituationen der Charaktere verantwortlich sind. Wie wird das enden? Oder wie wird alles beginnen?

Es sind Höllenvisionen, welche die beiden Protagonisten des Bandes haben. Bei Lucifer ist das im Grunde nicht so weit hergeholt, doch was er sieht – wenn er gerade mal wieder Augen hat – ist nicht das, was er sehen sollte. Und John Decker sieht mehr, als er sehen dürfte. Interessant ist auch die Besetzung, denn John und Penelope Decker sind jene beiden Charaktere, die laut Fernsehserie „Lucifer“ die Eltern der dortigen Protagonistin Chloe Decker sind. Doch von Familienidyll oder gar Kindern kann hier keine Rede sein. Die Handlung ist brutal, undurchsichtig, blutig und erbarmungslos. Es geht um Verrat, Gefangenschaft und – wie schon angedeutet – Familienverhältnisse. Dan Watters hat eine Geschichte erschaffen, die man ohne Zweifel im Sandman Universe ansiedeln kann. Die Illustrationen von Max und Sebastian Fiumara haben jenen Federstrich, der den Leser die Hölle so richtig fühlen lässt. Insofern kann man sowohl als „Sandman“ als auch als „Lucifer“-Fan zugreifen, auch wenn einige beliebte Nebencharaktere nur sehr am Rand vorkommen. Auch Kenner von Neil Gaiman, der sicherlich einen Blick auf das Ergebnis gehabt hat, werden hier nicht zu kurz kommen.

Der erste Band der neuen Reihe „Lucifer“ von Dan Watters ist dem Label „Sandman Universe“ zugeordnet. Man merkt, dass sich alle bemühen, die Welt von Neil Gaiman in den dunkelsten Farben widerzuspiegeln. Und das gelingt hier. Max und Sebastian Fiumara zeigen ein apokalyptisches und höllisches Ambiente, das getrost den einen oder anderen Schauer über den Rücken jagt. Empfehlenswert.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Band:
    1
  • Verlag:
  • Erschienen:
    07/2019
  • Umfang:
    148 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • Altersempfehlung:
    16 Jahre
  • ISBN 13:
    9783741615290
  • Preis:
    16,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Illustration:

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