Die Gilde

Astraban

von Dragan Miroslav, Oscar Martin
Rezension von Stefan Cernohuby | 18. Juni 2009

Astraban

Menschen sind einfach brutal zueinander, leugnen hilft gar nichts. Die meisten Erfindungen entstanden vor dem Hintergrund, anderen Schmerzen zufügen zu wollen, wenn nicht gar schlimmeres. Doch meist übersieht man, dass es im Tierreich nicht weniger gewalttätig zugeht. Wenn nun in einem Comic Tiere die Rollen der Menschen übernehmen, kann man davon ausgehen, dass die Handlung ziemlich bluttriefend wird. So auch in Oscar Martíns und Miroslav Dragans Werk "Die Gilde: Astraban".

Eigentlich ist Astraban nur ein angehender Alchimist mit mittelmäßigem Geschick für die Materie. Das Schicksal will es aber, dass er eine junge Dame in einer mittelalterlichen Welt vor Mördern rettet. Damit befindet er sich plötzlich selbst auf der Abschussliste gefährlicher Attentäter. Nur durch einen Zufall entkommt er den ersten Anschlägen, aber nicht alle seine Freunde und Nachbarn haben gleich viel Glück. Dann wird er von Herrn Braezel unter dessen Fittiche genommen, als Dank dafür, dass Astraban dessen Nichte Lyndia gerettet hat. Er soll untertauchen und eine neue Identität annehmen.
Astraban tut wie ihm geheißen, hat er sich doch in die hübsche Lyndia verliebt. Was er allerdings nicht weiß ist, dass man düstere Pläne mit ihm hat. Pläne, in der seine Familie keinen Platz hat. So verirrt er sich in einem Labyrinth aus Gewalt und Tod, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ist er "der Gilde" hilflos ausgeliefert?

In eindrucksvollen und ziemlich blutigen Bildern lassen Oscar Martíns und Miroslav Dragan einen ersten Blick in ihre Welt zu. Eine Welt, in der Tiere Menschen darstellen. Hunde, Ratten und Tiger scheinen die hauptsächlichen Bewohner zu sein, doch ihre Rasse scheint keinen Aufschluss über ihren Charakter zu geben. Alle Individuen, denen man begegnet, sind hinterhältig, auf ihren Vorteil bedacht und gefährlich.
So toll die Illustrationen auch sein mögen, weiß doch die Handlung nicht ganz zu überzeugen. Man will den Protagonisten Astraban unbedingt in die Familie der Gilde eingliedern. Nirgendwo wird allerdings klar, was ihn so besonders macht oder warum man gerade ihn will. Auch sonst wirken die handelnden Personen nicht gerade sympathisch. Meister Braezel lässt Astrabans Eltern ermorden und dessen potentielle Geliebte sieht dabei relativ ungerührt zu. Somit weiß man auch nicht, was man vom möglicherweise folgenden zweiten Band erwarten soll. Handelt dieser überhaupt noch von Astraban? Dreht sich die Serie - wie der Titel vermuten lässt - hauptsächlich um die mörderische Gilde?
Ohne mehr über die Hintergründe zu wissen, kann man daher nur eine durchschnittliche Bewertung aussprechen. Es ist durchaus noch Potential vorhanden, dieses ist aber nicht wirklich einschätzbar. Fans von Blut und Gewalt in Comics werden aber auch schon mit diesem Band ihre Freude haben. Aus diesen Gründen kann der Comic jedoch erst ab 16 Jahren empfohlen werden.

Oscar Martíns Werk "Die Gilde: Astraban" führ den Leser durch eine mittelalterliche Welt voller Tiermenschen, in der gemordet und intrigiert wird, was das Zeug hält. Da die zugehörige Handlung allerdings nicht vollends überzeugen kann, muss man das Werk als Durchschnitt einstufen. Aufgrund der brutalen Gewaltdarstellungen ist es auch eher erst ab 16 Jahren zu empfehlen.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung
  • Illustration: