Deadpool Special

Drei glorreiche Halunken

von Brian Posehn
Rezension von Stefan Cernohuby | 20. Oktober 2014

Drei glorreiche Halunken

Übersetzungen sind eine schwierige Angelegenheit, besonders wenn es um die nicht-wörtliche Übersetzung eines Titels geht. Obwohl es bei einigen Klassikern der Filmgeschichte geteilte Meinungen gibt, ob nicht doch der übersetzte Titel der bessere wäre, ist das bei dem uns vorliegenden gleichnamigen Comic sicherlich nicht der Fall. Denn "Drei glorreiche Halunken" hieß im englischen Original "The good, the bad and the ugly". Also dürft ihr dreimal raten, wer die drei sind. Nein, insgesamt dreimal, nicht pro Person.

Was die meisten Kenner von Marvel-Comics sofort erraten würden, ist der Gute, bei dem es sich natürlich um Captain America handelt, ein wenig schwieriger wird es schon bei dem Bösen, aber Wolverine ist auch nicht zu weit entfernt beim Ratespiel. Aber wer kann wohl der Hässliche sein? Na? Ja, genau, Deadpool!
Doch, schon wieder. Und diesmal schwebt er in so großer Gefahr, dass er die bereits erwähnten Personen um Hilfe bittet. Diese lassen ihn allerdings abblitzen, weswegen er sich zuerst alleine mit einem gewissen Butler auseinander setzen muss, und es ist leider nicht Butler James. Tatsächlich wird er schließlich überwältigt, entführt und in ein Labor gebracht – schon wieder. Dort findet er heraus, dass überall seltsame Hybride aus seinen regenerativen (und krebskranken) Fähigkeiten mit bekannten Superhelden herumlaufen. Und als er sich schließlich befreit, stellt er fest, dass man Cap und Wolvie gleich mit entführt hat. Da diese natürlich alles andere als erfreut sind, macht sie die seltsame Formation auf, um gründlich aufzuräumen. Doch leider geht nicht alles so erfreulich aus, wie man es sich hätte erhoffen können.

Ja, alle Geschichten rund um Deadpool sind in ihrem Aufbau und ihrem Kern nicht wirklich ernst zu nehmen. Besonders seit er die verstorbene SHIELD-Agentin Preston mit in seinem Kopf trägt ist Wade als Charakter wieder einmal sehr knapp an der Grenze der geistigen Gesundheit. Doch obwohl die gesamte Handlung des Werks mit Gags ersten, zweiten und dritten Grades gespickt ist, geht der Autor diesmal wirklich nicht zimperlich mit Deadpool um. Nicht dass es ihn stören würde, Gliedmaßen zu verlieren oder Kugeln und Elektroschocks einzustecken, aber wenn ihn etwas psychisch trifft, kann er einem beinahe leidtun, egal wie viel Blut er völlig unnötig vergießt. Besonders wenn es um eine Tochter geht, die er nie kennengelernt hat.
Zeichentechnisch ist die Umsetzung bestenfalls mittelmäßig. Der Blutverbrauch ist hoch, das Gewaltaufkommen ebenfalls und das Niveau auf typischer Höhe. Aber insgesamt ist die Stimmung fast ein wenig zu drückend, damit wirklich Freude aufkommt.

"Drei glorreiche Halunken“, das Deadpool-Special in Kooperation mit Captain America und Wolverine, macht wirklich Schluss mit Lustig. Leider. Denn als irgendwann der Punkt überschritten wird, wo dem psychisch ohnehin nicht so stabilen Deadpool richtig übel mitgespielt wird, hört sich das Lachen auf. Daher ist der Band für uns nur durchschnittlich, da helfen auch kein Blutvergießen und amüsanter Beginn.

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    1
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    09/2014
  • Umfang:
    116 Seiten
  • Typ:
    Heft
  • EAN:
    419880420599101
  • Preis:
    5,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung
  • Illustration:
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