Tod im Sommerhaus

von Ake Smedberg
Rezension von Janett Cernohuby | 08. Februar 2009

Tod im Sommerhaus

Ein Sommerhaus ist ein Ort der Erholung und Entspannung. Hier verbringt man während der warmen Zeit des Jahres seinen wohlverdienten Urlaub. Man erholt sich von Stress und Hektik des Alltags und tankt neue Energie. Ganz anders ist das jedoch in Ake Smedbergs Roman "Tod im Sommerhaus".

In einem entlegenen Sommerhaus werden die bestialisch zugerichteten Leichen des Ehepaares Haglund entdeckt. Eine am Tatort gefundene Brieftasche führt die Polizisten auf eine erste Spur. Bosse Lindberg, ein Kleinkrimineller der den Behörden schon länger bekannt ist, wird wegen Mordverdacht festgenommen und verhört. Doch dieser bestreitet seine Tat vehement und gibt an, die ganze Zeit in seiner Wohnung verbracht zu haben. Überraschend erhält Lindberg ein Alibi seiner Geliebten. Sie behauptet, zum Tatzeitpunkt mit Lindberg zusammen gewesen zu sein. Doch Lindberg bestreitet dies. Die Polizei ist verwirrt darüber und setzt ihre Ermittlungen fort. Zur gleichen Zeit stellt der Journalist Nielsen auf eigene Faust Nachforschungen an. Dabei deckt er nicht nur die kriminelle Vergangenheit des ermordeten Ehepaares auf, sondern stößt auch auf andere Menschen und Begebenheiten, welche der Polizei entgangen sind. Doch Nielsen muss sich beeilen, denn schon wurden zwei weitere Leichen gefunden...

Mit "Tod im Sommerhaus" veröffentlichte Ake Smedberg seinen zweiten Roman, in dem der Journalist John Nielsen die Hauptrolle spielt. Doch warm wird man mit der Handlung nicht so recht. So sehr man sich auch bemüht, bleibt der Zugang zum Roman verwehrt. Woran liegt das? Vielleicht an der komplizierten und umständlichen Sprache des Romans oder an der zusammenhanglosen Erzählweise des Autors? Nicht selten scheinen die Handlungsstränge verworren und erzwungen. Immer wieder reißen sie ab und es wird mit etwas Neuem begonnen. Personen werden durch weit hergeholte Begründungen in die Handlung eingebaut oder tauchten von Zeit zu Zeit ohne ersichtlichen Grund auf. Die Bedeutungen einiger Geschehnisse für die Gesamthandlung blieben dem Leser auch am Ende des Romans unklar, obwohl der Mord zum Schluss aufgeklärt wird. Welche Rolle hatte die Geliebte Bosse Lindbergs? War sie einfach nur da? Warum ihr tragisches Ende? Warum verlangte Lindberg die Zeugenaussage eines Polizisten, der ihn vor Jahrzehnten einmal verhaftet hat? Aus welchem Grund will Nielsen den Fall aufklären, wenn er doch gar keinen Artikel darüber schreibt? Letztendlich blieben zu viele Unklarheiten und Ungereimtheiten.
Ist der Roman misslungen oder wollte der Autor lediglich vermeiden, dass die Geschichte zu vorhersehbar wird? Dies hat er zwar erreicht, aber keinesfalls hat er dadurch die für einen Krimi sonst so typische Spannung aufgebaut. Diese fehlt in dem Buch. Stattdessen quält sich der Leser durch den Roman, um am Ende die Auflösung des Mordfalls zu erfahren.

Somit ist "Tod im Sommerhaus" ist ein Roman, welches gerade einmal als mittelmäßig bezeichnet werden kann. Hartgesottenen Fans von schwedischen Krimis könnte dieses Werk zusagen, wer jedoch nach einer spannenden und kurzweiligen Lektüre sucht, wird hier eher enttäuscht werden.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    05/2006
  • Umfang:
    284 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ISBN 13:
    9783442461882
  • Preis:
    7,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gewalt:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
  • Erotik:
    Keine Bewertung