Das Vierzehn-Tage Date

von René Freund
Rezension von Emilia Engel | 13. Juni 2021

Das Vierzehn-Tage Date

Dass Tindern schon mal in die Hose gehen kann, wird wohl niemanden groß überraschen. Wie groß ist schon die Wahrscheinlichkeit, den richtigen Partner übers Internet zu finden? David und Corinna wollen es wissen und treffen sich zu einem ersten Date. Dass sie sich nicht auf Anhieb toll finden, ist ja kein großes Problem, immerhin muss man sich ja nicht wiedersehen. Doch - oh Schreck - dann kommen Beamten und stellen die beiden Nicht-Verliebten 14 Tage unter Quarantäne. Ob das gutgehen kann?

Es ist Sonntag, der 15. März 2020. Die Regierung hat Maßnahmen angekündigt, um das neuartige Coronavirus einzudämmen und die Infektionszahl zu minimieren. Bevor es soweit ist und alles verboten wird, wollen David und Corinna, die sich von Tinder kennen, noch einmal treffen. Beim Chatten hat das mit dem Flirten ja schon mal ganz gut funktioniert. Doch schon bevor es überhaupt an der Tür zu Davids Wohnung klingelt, geht es bergab. Corinna ist zwei Stunden zu spät. Als sie sich gegenüberstehen geht es gleich los. David, der im persönlichen Umgang mit Frauen nicht geübt ist, ist natürlich erst einmal überfordert von dieser chaotischen, wilden jungen Frau. Obwohl sie gleich zu Beginn feststellen, dass sie nicht zueinander passen und es da gar nicht funkt, wollen sie dennoch einen schönen Abend miteinander verbringen.
David ist der sensible Musiker, gut trainiert und eher der schüchterne Typ wenn es Face-to-Face kommt. Corinna ist eine Kellnerin, die immer auf die falschen Typen reinfällt und gar nicht weiß, wie es ist, mit einem Netten zusammenzusein. Das ist ja wahrlich keine gute Ausgangsbasis für eine Liebschaft oder Beziehung.
Zum Glück wird es nur bei diesem Date bleiben, denken die beiden zumindest. Doch leider verlängert sich wider Willen die Verabredung um 14 Tage. Sie dürfen die Wohnung nicht verlassen - weder zum einkaufen noch zum spazieren. Wie kann das nur gutgehen? Sie ist total chaotisch und er mag es lieber aufgeräumt. Und eigentlich kommt einem so eine Wohnung plötzlich furchtbar klein vor…

René Freund versteht es unterhaltsame Literatur zu schreiben. Es sind tatsächlich Geschichten bei denen man auch lachen muss. Auch das “Vierzehn-Tage-Date” ist in gewohnter Manier erfrischend humorvoll, wie man es nur selten in Romanen findet.
René Freund hat sich genau die richtigen Themen ausgesucht. Zum einen den “Corona”-Beginn mit dem ersten Lockdown in Österreich und zum anderen Beziehungen zu finden. Eine fabelhafte Kombination, die er perfekt vereint hat.
Seine Protagonisten sind glaubhaft eigensinnig und authentisch. Die gemeinsame Quarantäne ist für beide eine Herausforderung. Corinna ist eine Chaotin, die gar nicht weiß wie man mit einem netten Mann umgehen soll, da sie nur anderes gewohnt ist. David ist der liebe und brave, der eine heimliche Schwärmerei für jemanden hat, die im Buch Thema wird.
Sie liefern sich herrliche unterhaltsame Wortgefechte, die an Screwball Comedies erinnern. Eigentlich passen die beiden gar nicht zusammen, aber irgendwie schweißt sie diese schwierige Zeit auch zusammen. Sie lernen sich nach diesem ersten desaströsen Date kennen, wie sie es nie vorgehabt haben. Und vielleicht gibt es da doch das eine oder andere Gefühl. 

Wer Lektüre sucht die unterhaltsam ist, nicht zu anspruchsvoll, aber mit Witz und Charme findet in “Das Vierzehn-Tage-Date” das perfekte Buch. Es ist ideal als Urlaubslektüre und für zwischendurch für jene, die ein bisschen Spaß brauchen und etwas Leichtes in Zeiten wo ohnehin alles so schwer scheint. Wir wünschen gute Unterhaltung beim Lesen!

Details

Bewertung

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