Die Sonnwendherrin

Das erste Schwert

von Anna Kashina
Rezension von Stefan Cernohuby | 20. Februar 2010

Das erste Schwert

Einmal ist immer das erste Mal. Die erste große Liebe, das erste Abenteuer, das erste Schwert, der erste Kampf... und manchmal auch gleich der letzte. Mehrere der beschriebenen Ingredienzien soll auch Anna Kashinas neu in deutscher Sprache erschienener Roman "Das erste Schwert" enthalten. Etwas, was man selbigem nach ihrem diesjährigen Debüt bei dtv durchaus zutraut. Liebhaber von Fantasyromanen dürften mit Recht gespannt sein.

Skip und sein Bruder Erle wissen gar nicht, wie ihnen geschieht. Von einem Tag auf den anderen wird ihr Leben völlig umgekrempelt. Sie erfahren, dass ihnen offensichtlich ein Assassine auf der Spur ist, ihr Vater wird überfallen und schwer verletzt, zudem scheint eine Truppe kirchlicher Elitekrieger sie ebenfalls zu suchen. Da kommt die gutaussehende Söldnerin Kara gerade Recht. Sie soll die beiden Jungen gemeinsam mit dem Mädchen Ellah ungesehen aus der Stadt bringen, denn der Wunsch des Schmieds ist, dass seine Söhne ein bestimmtes Schwert zu den so genannten "Bewahrern" bringen sollen.
Diese Aktion beginnt allerdings alles andere als vielversprechend. Schon in den Sümpfen nahe ihrem Heimatdorf halten sie sich viel länger auf als geplant. Mehrmals müssen sie sich gegen Feinde verteidigen und den mächtigen Gegnern, die sie jagen, ausweichen. Dabei begegnen sie nicht nur uralten Sagengestalten sondern auch einem mutigen Reitervolk und einer großen Seherin. Über allem steht die bange Frage, ob tatsächlich zwei der legendären Diamant-Majat mit gegensätzlichen Aufträgen ausgesandt wurden. Beim letzten Mal als dies geschah, brach ein gewaltiger Krieg aus.
Welche Rolle spielen nun die beiden Jungen, wenn es um die Thronfolge des ganzen Reichs geht? Kann Herzog Evan Dorn mit ihnen seinen Anspruch in irgendeiner Form legitimieren?
Fragen die nur durch das Lesen des vorliegenden Romans beantwortet werden können.

Auch wenn "Das erste Schwert" ein wenig langatmig beginnt - die Helden wollen eigentlich nur das Dorf verlassen, benötigen dazu aber ewig - schafft es Anna Kashina den Leser bei der Stange zu halten. Denn danach wird die Geschichte spannend und der Leser bekommt durch die mehrfach wechselnden Perspektiven größeren Einblick in das Geschehen als die Charaktere. So ist eine als große Überraschung aufgebaute Situation für den Leser in keinem Fall ein Grund zur Verwunderung. Schon zirka ab der Hälfte des Romans liegen die meisten Erzählfäden klar sichtbar vor ihm. Trotzdem ist der Roman spannend, man ist auf das Ende des Buchs gespannt und auch auf das scheinbar schon vorprogrammierte Scheitern der sich anbahnenden Liebesgeschichte zwischen Skip und Kara.
Die Übersetzung des Romans ist zwar gut gelungen, man fragt sich allerdings trotzdem, ob so viele Abkürzungen bei Verwendung der direkten Rede notwendig waren. Zudem heißt es "So schnell wie möglich" und nicht "als möglich". Auch das Cover ist nicht unbedingt als sehr passend zu bezeichnen, da eine Person, wie sie dort dargestellt wird, im Buch schlichtweg nicht vorkommt. Doch trotz den wenigen Kritikpunkten kann das Buch Liebhabern von Fantasy- und Abenteuerromanen nur empfohlen werden. Die Autorin lässt auch diesmal wieder einige Elemente russischer Mythologie einfließen und deutet durch einige Hinweise an, dass es sich hier vermutlich nicht um den letzten Roman mit den aktuellen Hauptpersonen gehandelt haben könnte.

Anna Kashina ist es mit "Das erste Schwert" gelungen, einen Fantasyroman zu schaffen, der sich nicht zu sehr an das übliche Schema anlehnt, aber gleichzeitig auch nicht zu weit entfernt, um nicht zu gefallen. Das Buch kann jedem empfohlen werden, der auch Romanen von russischen Autorinnen eine Chance geben will.

 

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    2
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    09/2008
  • Umfang:
    640 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ISBN 13:
    9783423210850
  • Preis:
    9,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Erotik:

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