Baker Street


Das Vermächtnis des Sherlock Holmes
von Panini
Rezension von Stefan Cernohuby | 26. August 2021

Baker Street

Es gibt einige Elemente im Namen von Produkten, die können einen zusätzlichen Kaufreiz bei potenziellen Interessenten auslösen. Gleich mehrere dieser Begriffe kommen gleich im Namen eines bestimmten Produkts, eines Gesellschaftsspiels in diesem Fall vor. „Baker Street – Das Vermächtnis von Sherlock Holmes“ lautet der Titel eines Spiels, das als Escape Game geführt wird. Es wartet mit dem Konterfei des berühmtesten Detektivs von allen auf und verspricht noch einiges mehr für zwei bis sechs Spieler. Man darf also gespannt sein.

Öffnen und Staunen

Schon das Öffnen der Packung offenbart, dass man es mit einem wohlüberlegten Spiel zu tun hat. Denn die Packung auseinandergefaltet, bildet gleich einen Teil des Spielplans. Dieser offenbart die verschiedenen Orte, an denen man bei Nachforschungen auf Hinweise gestoßen werden kann und dient gleichzeitig als Ablage für die Kartenstapel. Die meisten Karten liegen aber auf der Baker Street. Kein Wunder, ist das doch die Wohnstatt von Sherlock Holmes. Oder etwa nicht?

Der große Detektiv nimmt sich selbst aus dem Spiel

Nein, ist sie nicht. Oder zumindest nicht mehr lange. Denn Sherlock Holmes hat sich aufs Land zurückgezogen und beauftragt die versammelten Nachwuchsdetektive, die Ermordung Shirley Hawkes zu untersuchen. Er gibt noch einige Tipps mit auf den Weg und verspricht dem Gewinner des Wettstreits sein legendäres Büro in der Baker Street 221 B. Und ja Gewinner, denn er suggeriert, dass die Teilnehmenden an der Ermittlung Teams bilden und versuchen, schneller als die Gegner zu sein – beziehungsweise richtiger.

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Kombinatorik ist elementar, Watson!

Aber ob man nun miteinander oder gegeneinander spielt, der grundlegende Mechanismus bleibt der gleiche. Man kann für jeden der vier Standorte abseits der Baker Street eine von jeweils neun Rätselkarten ziehen, die entweder direkt oder eben durch ein Rätsel auf eine Hinweiskarte verweisen, mit deren Hilfe man an eine andere Hinweiskarte gelangen kann, die einem dann einen eindeutigen Hinweis auf eine der Verdächtigen geben. Zum Beispiel ob es ein Mann oder eine Frau war, die Person jung oder alt, einen Hut getragen hat oder gar ein Raucher war. Löst man alle vier Rätsel an allen vier Standorten, sollte man genügend Hinweise haben, um Mörder oder Mörderin zu identifizieren. Dies gelingt anhand eines Posters, auf dem alle Verdächtigen abgebildet sind. Die Auflösung findet dann auf Basis der Rückseite statt, wo Kombinationstabellen die richtige Lösung offenbaren.

Escape Game?

Fakt ist, Sherlock Holmes war ein Meister der Deduktion, selbst wenn er fiktiv war. Definitiv ist er auch mehreren Fallen entkommen. Doch davon handelt dieses Spiel nicht. Warum es also als Escape Game angepriesen wird, ist nicht ganz klar. Durch 9 hoch 4 mögliche Kombinationen ist aber in jedem Fall Langzeitmotivation gewährleistet, auch wenn die Texte nicht immer ganz so eindeutig sind, wie sie sein könnten.

„Baker Street – Das Vermächtnis von Sherlock Holmes“ ist ein Kombinationsspiel für 2 bis 6 Spieler aus dem Hause Panini. Es läuft zwar unter dem Label „Escape Game“, hat damit aber nicht wirklich etwas zu tun. Auch wenn man ein paar Missverständnisse in den Texten besser ausgeräumt hätte, ist das Spiel sowohl im kooperativen als auch im kompetitiven Modus spannend und fordernd – man hat darüber hinaus viele verschiedene Rätselkombinationen zu kösen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Erschienen:
    05/2021
  • Umfang:
    diverse Spielmaterialien
  • Typ:
    Spiel
  • Altersempfehlung:
    12 Jahre
  • Spieldauer:
    30 Minuten

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Spieltiefe:
  • Grafik: