Wernauer Adventskalender 2015,

von Bischöfliches Jugendamt Wernau (Hrsg.)
Rezension von Janett Cernohuby | 12. Oktober 2015

Wernauer Adventskalender 2015,

Wir alle wissen wie ein Adventskalender auszusehen hat: Ein Karton, viereckig oder rund oder in einer anderen Form, mit 24 Türchen oder Boxen, in denen kleine Schokoladenstücke, Präsente, Grüße, Bilder und vieles mehr liegen. Alle natürlich mit Bezug auf Weihnachten. Moderne Adventskalender präsentieren sich auch gerne in Buch- oder Hörbuchform und jeder Tag hält eine andere Geschichte bereit. Doch was erwartet den Interessierten, wenn er den "Wernauer Adventskalender 2015" zur Hand nimmt? Nun, auf jeden Fall keine der klassischen Formen dieser Kalenderart.

Denn der "Wernauer Adventskalender 2015" teilt die Zeit vom 1. Dezember bis Heilig Abend nicht in 24 Tage ein, sondern in 24 Stunden. Begonnen wird mit Stunde 0 am 30. November, was sich jeden Tag mit einer weiteren Stunde fortsetzt. So finden wir uns am 24. Dezember auch zur 24. Stunde wieder. Es ist eine ungewöhnliche Form eines Adventskalenders, die uns aber die Möglichkeit gibt, jede Stunde eines Tages einmal unter einer anderen Perspektive zu betrachten. Etwa am 4. Dezember den Wecker auf 4 Uhr zu stellen und dann den ersten Gedanken, der einen durch den Kopf geht, zu notieren. Am 6. Dezember auf seine Gewohnheiten zu achten und diese spontan zu ändern. Bei der rechnerischen Tagesmitte um 12 Uhr zu überlegen, ob das wirklich für einen selbst die Mitte des Tages ist. Oder um 19 Uhr aufzutanken und überlegen, was um diese Uhrzeit wirklich passiert. Und am 24.12. umblättern und einfach wieder mit Stunde 0 beginnen.

Nun darf man sich zu Recht die Frage stellen, was dieser Kalender mit dem Advent zu tun hat, mit Weihnachten und mit Besinnlichkeit. Nun, es ist auf jeden Fall eine sehr kreative Herangehensweise an die Vorweihnachtszeit. An das Verkürzen des Wartens auf das Christkind (oder den Weihnachtsmann). Lässt man sich auf die Gedankenspiele und Anregungen ein, die dieser Kalender seinen Lesern stellt, kann man Abschalten vom "Last Christmas", von kitschigem Weihnachtsschmuck und dem Stress rund um das Einkaufen von Geschenken. Man kann sich ganz auf sich selbst konzentrieren, sich besinnen. Und genau das wollen wir Weihnachten ja eigentlich.
Der "Wernauer Adventskalender" möchte die Weihnachtszeit von der anderen Seite aus betrachten. Das ist auch das Motto, dass sich durch dieses Heft zieht. Umblättern. Die Dinge von einer anderen Warte aus zu betrachten. Wer weiß, vielleicht sehen sie dann anders, leichter, einfacher aus? Eine Antwort darauf findet man nur, wenn man es wagt, es versucht. Beispielsweise mit den Anregungen dieses Adventskalenders.
Ja, er enthält merklich wenige Themen über Engel, duftendes Gebäck, stimmungsvolle Lieder, leuchtende Dekorationen, Geschenke. Stattdessen ruft er uns auf, über jede einzelne Stunde nachzudenken. Zu überlegen, was man mit ihr verbindet, was sie für einen selbst bedeutet, welche Impulse sie liefert. Kreative Ideen, um zu sich selbst zu finden, zur Ruhe zu kommen und manches in seinem Leben zu hinterfragen. Und der Bezug zu Weihnachten? Der ist nicht für jeden gleichermaßen zu finden. Der "Wernauer Adventskalender" ist vielmehr ein spiritueller Begleiter, der fernab der klassischen Weihnachtsklischees agiert und unterhält. Wer sich hierauf einlassen kann und will, der wird auch in diesem Adventskalender den Bezug zu Weihnachten finden.

Kurz gefasst ist der "Wernauer Adventskalender 2015" ein spiritueller, kreativer und alternativer Adventskalender. Er kommt nicht mit den klassischen Themen, den klassischen Grafiken und Illustrationen und noch weniger im klassischen Layout zu den Lesern. Tatsächlich wird er nur jene ansprechen, die auf spirituelle Art durch den Advent gehen und diese Zeit von einer anderen Seite zu sehen. Er ist eher für junge, spirituelle Menschen geeignet, die nicht auf der Suche nach dem klassischen Stück Schokolade sind.

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