Monstress

Monstress: Das Erwachen

von Marjorie Liu, Sana Takeda (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 04. Januar 2017

Monstress: Das Erwachen

Es gibt viel Literatur darüber, was in den Abgründen unserer Seele schlummert. Ob man dies nun das Böse nennt, Dunkelheit oder gar Monster, bleibt der jeweiligen Interpretation überlassen. Die Marvel-Autorin Marjorie Liu hat sich in ihrer Reihe „Monstress“ eindeutiger festgelegt. Wir wollten uns die Graphic Novel, die gemeinsam mit der japanischen Zeichnerin Sana Takeda entstanden ist, näher ansehen.

Eigentlich wollte sich die junge Maika für die Zukunft von allen Kampfhandlungen fernhalten. Doch die Vernichtung der Arkanen durch die Menschen geht weiter, seit man herausgefunden hat, dass man aus ihnen ein Mittel gewinnen kann, mit dem man das Leben verlängern und Wunden heilen kann. Doch die einarmige Maika hat noch einen weiteren Grund, warum sie sich freiwillig von ihren Erzfeinden gefangen nehmen lässt. Denn in ihr schlummert ein Dämon. Und dieser giert nach dem Teil einer Maske, den sie aus der Sammlung einer einstigen Peinigerin stiehlt. Doch sie ist nicht die einzige, die einen solchen Teil besitzt. Begleitet wird die gesamte Geschichte von Katzen, die offenbar die Weisen Lehrer und Überlieferer der Weisheiten darstellen, aber nicht von allen als solche akzeptiert werden.
Doch in dem epischen Gefecht gibt es mehr als nur Menschen, Arkane und Dämonen – denn zu guter Letzt sieht es sogar so aus, als würde eine Gruppe dunkler Engel intervenieren...

Das erste was einem beim Betrachten von „Monstress“ ins Auge sticht, ist der wilde Stilmix. Obwohl die Geschichte als längere Graphic Novel konzipiert ist, sind sowohl der Zeichenstil als auch die vorkommenden Charaktere eher typisch für japanische Mangas. Wäre das gesamte Werk so aufgezogen worden, wie das erste Drittel des Buchs, hätte das Gesamtkonzept wunderbar funktioniert. Die im Konflikt befindlichen Personen, Parteien und Gruppierungen sind ausreichend umrissen und der geheimnisvolle Hintergrund und die Natur der Protagonistin hält den Leser bei Laune. Leider werden im Laufe der Handlung so gut wie alle getöteten Bösewichte wiederbelebt, es kommen immer wieder völlig neue und unglaublich wichtige Personen dazu, die am Anfang keinerlei Rolle gespielt haben. Daher wird es nicht nur langsam unübersichtlich, die Geschichte wird auch immer konfuser. Zusammenhänge aus der Vergangenheit werden nur angedeutet, aber nie wirklich aufgeklärt. Da dies den Unterhaltsamkeitsfaktor der Lektüre ein wenig trübt, können wir das Werk insgesamt nur als durchschnittlich bezeichnen.

„Das Erwachen“ ist der erste Teil der Reihe „Monstress“. Dabei handelt es sich um eine Kooperation der Marvel-Autorin Marjorie Liu und der japanischen Künstlerin Sana Takeda. Doch auch wenn das Konzept für eine Graphic Novel durchaus funktionieren könnte, wird die Geschichte mit Fortlauf der Handlung immer unübersichtlicher und bleibt letzten Endes leider nicht herausragend.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
  • Illustration: