Farm der Tiere


Die Graphic Novel
von George Orwell, Odyr (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 15. Mai 2021

Farm der Tiere

Manche Geschichten sind absolut zeitlos. Aber darüber hinaus sind sie geeignet, in ganz unterschiedlichen Medien überzeugen zu können, da es hauptsächlich auf ihre Kernaussage ankommt. Einer dieser Klassiker ist definitiv George Orwells Roman „Animal Farm“, hierzulande bekannt als „Farm der Tiere“. Bei Panini Comics ist nun eine Version als Graphic Novel erschienen, in Zusammenarbeit mit dem Illustrator Odyr.

Als das alte Schwein Old Major wenige Tage vor seinem Tod seine Theorien vom Animalismus verbreitet, also dem eigenständigen Leben von Tieren, ganz ohne Menschen, geht ein Ruck durch die Tiere auf Manor Farm. Als sich eine Gelegenheit dazu ergibt, vertreiben sie Mr. Jones und seine Knechte. Danach müssen sie sich selbst um alles kümmern. Nach einer schwierigen Anfangsphase gelingt ihnen das auch, denn die intelligenten Schweine, allen voran Snowball und Napoleon, übernehmen die Planung. Durch Gemeinschaft, Regeln und harte Arbeit gelingt es ihnen nicht nur, die Farm produktiver werden zu lassen als zuvor, sie schaffen es auch, einen ersten Versuch der Menschen abzuwehren, die Farm zurückzuerobern. Doch dann gibt es interne Differenzen. Das Schwein Snowball möchte eine Windmühle bauen, wogegen ein anderes Schwein namens Napoleon vorgeht, erst mit Argumenten, dann mit Gewalt. Durch die Kontrolle wilder Hunde vertreibt Napoleon Snowball von der Farm, die bereits den Namen „Animal Farm“ trägt. Doch nun ändern sich die Dinge. Schweine und Hunde übernehmen die Kontrolle und werden ihren Vorgängern, den Menschen immer ähnlicher. Einige Mitglieder der Farm sind so unerschütterlich in ihrer Treue und ihrem Vertrauen, dass sie gar nicht merken, was passiert, bis es längst zu spät ist.

Auf etwas über 170 Seiten wird die Geschichte der „Animal Farm“ als Graphic Novel dargestellt, mit Illustrationen, die rudimentär sind, selten wirklich detailliert, aber genau das auf die Seite bringen, was notwendig ist. Die Handlung ist weitgehend dieselbe wie im Buch, allerdings mussten einige Details gestrafft und gekürzt werden. So tritt der zynische Esel Benjamin, der meist alles besser weiß, aber nie bereit ist, seine eigene Sicherheit zu gefährden, hier kaum auf. Auch der gegen Ende immer stärker werdende Alkoholkonsum der Schweine, der zu Beginn verboten war, passiert nur im Hintergrund. Was aber gleichgeblieben ist, ist der schleichende Griff nach der Macht. Eine Macht, die durch Desinformation und Manipulation sowie Angst und Terror immer mehr ausgebaut wird. Als Parabel funktioniert die Graphic Novel genauso gut, wie der Roman. Auch die Illustrationen von Odyr passen perfekt ins Konzept. Das Ergebnis ist also eine gut gelungene Adaption der Ursprungshandlung an ein anderes Konzept, das jedoch nicht ganz an das Original heranreichen kann.

„Farm der Tiere – Die Graphic Novel“ ist ein ambitioniertes Projekt, das den legendären Roman „Animal Farm“ von George Orwell in ein illustriertes Format überführt hat. Gelungen ist das in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Illustrator Odyr, dessen Bilder es schaffen, jede Stimmung so wiederzugeben, wie sie die Handlung verlangt. Aufgrund einiger leider notwendiger Kürzungen schafft es die Graphic Novel nicht ganz, die Geschichte des Originals vollständig zu vermitteln, jedoch durchaus die Stimmung.

Details

  • Autor/-in:
  • Originaltitel:
    Animal Farm
  • Verlag:
  • Erschienen:
    04/2021
  • Umfang:
    176 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • ISBN 13:
    9783741623141
  • Preis:
    25 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Illustration: