Die Geschichte des Marvel-Universums

von Mark Waid, Javier Rodriguez (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 16. August 2020

Die Geschichte des Marvel-Universums

Alles hat eine Geschichte und damit etwas zu Geschichte wird, muss diese in irgendeiner Form erzählt werden. „Die Geschichte des Marvel-Universums“ ist eine lange und sehr verschlungene, die zahlreiche unterschiedliche Realitäten beinhaltet. Wie nähert man sich einer derartigen Thematik an? Am Besten am Ende des Universums, wenn die beiden letzten existierenden Individuen ein Gespräch führen. Klingt komisch, aber so kann man es im gleichnamigen Band lesen.

In jedem Universumg gibt es das Alpha und das Omega. Schöpfung und Vernichtung, nur dass sie in der Regel keine personifizierten Rollen einnehmen. Im Marvel-Universum ist das anders. So gibt es mit Franklin Richards – dem Sohn von Reed und Susan Richards – einen gewissermaßen allmächtigen Schöpfer, und als Gegenpart Galactus, den Verschlinger von Welten. Als das Universum endet, beschließen die beiden, sich nochmals zu Erinnern und ihre Erinnerungen zu teilen. Von damals, als die Ursprungsformen erschaffen wurde. Abstraktionen von Daseinsfomen, Infinity-Steine, ursprüngliche Kräfte und göttliche Wesen. Doch dabei bleibt es nicht, weiteres Leben entsteht, wird geschaffen, erschaffen. Es erwacht, kämpft, schläft und erforscht seine Welt. Jene, die andere beherrschen wollen erheben sich, Helden treten ihnen gegenüber. Und viele ihrer Namen bleiben in Erinnerung. Hulk, Spider-Man, Namor. Aber auch alte Kräfte wie die Phoenix-Kraft treten wieder Erscheinung. Alles scheint sich erneut zu wiederholen. Doch nicht für immer…

Dem blumigen und etwas ausschweifenden Gespräch zwischen den beiden Entitäten folgt ein zweiter Abschnitt, der einerseits Panels aus über 50 Jahren Comicgeschichte beinhaltet, andererseits aber auch Fakten, um Eckpunkte der Ereignisse näher auszuführen. Hier kann man sich nochmal an das Drama Hank Pym erinnern, der Ultron erschafft, man begegnet den Skrull zum ersten Mal und sieht die Transformation von Norrin Radd in den Silver Surfer. Man bekommt in Erinnerung gerufen, dass die „Human Torch“ der Fantastic Four längst nicht die erste lebende Flamme war. Man erlebt mit, wie Victor von Doom zum ersten Mal seine stählerne Maske aufsetzt. Wolverine erhält sein Adamantium-Skelett und einer der größten Helden stirbt an Krebs.
Es ist schwierig, den Ereignissen zu folgen, da der Band zwar versucht, eine Kontinuität zu erzeugen, aber die verschiedenen Events stammen aus unterschiedlichen Reihen und sind nicht immer streng chronologisch. Denn immer wieder sind Geschichten dazugekommen, um Lücken zu füllen und Ereignisse zu verbinden. Um einen Überblick über das reguläre Marvel-Universum zu erhalten – ohne alle Ableger – ist der Band jedoch trotzdem gut geeignet.

„Braucht man dieses Werk?“, stellt sich die Frage bei „Die Geschichte des Marvel-Universums von Mark Waid und Javier Rodríguez. Nein. Man benötigt das Werk nicht unbedingt, da es viel zu viel Wissen gibt, um es alles zwischen zwei Buchdeckel zu pressen. Zu viele Geschichten, die hier nur angedeutet werden können. Aber es vermittelt einen Eindruck. Es erinnert. Und es macht neugierig auf mehr. Für all jene, die dafür offen sind, kann man es empfehlen.

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