Der Falke von Aryn

von Richard Schwartz
Rezension von Stefan Cernohuby | 03. Dezember 2012

Der Falke von Aryn

Deutschsprachige Fantasy ist nicht in allen Breiten der Leserschaft angekommen. Für diejenigen, die sich nur am Rande mit den deutschen Vertretern der Autorenzunft auseinander gesetzt haben, beginnt sie vermutlich bei Wolfgang Hohlbein und endet bei Markus Heitz. Doch schon jene Leser mit ein wenig mehr Kenntnissen zählt Richard Schwartz bereits zu einem elitären Kreis der erfolgreichen Autoren der letzten zehn Jahre. Aus seiner Feder haben wir Der Falke von Aryn" als Rezensionsmuster vorliegen.

Majorin Lorentha von der Garde ist keine einfache Zeitgenossin. Stets war ihr ihre Pflicht wichtiger als gesellschaftliche Konventionen, was bereits ihre Berufswahl widerspiegelt. Eigentlich eine Baroness, hat sie eine Position inne, die für Frauen äußerst unüblich und alles andere als angesehen ist. Entgegen ihrer Anweisungen hat sie ihre Ermittlungen bezüglich des Mordes an Herzog Albrecht - dem Bruder des Kaisers und ihres Liebhabers - nicht eingestellt. Daraufhin erfährt sie, dass ihr Offizierspatent nicht verlängert wird, und sie beschließt sich einer Aufgabe zu widmen, die sie viel zu lange vor sich hergeschoben hat: Sie will den Mord ihrer Mutter aufklären, der vor knapp 20 Jahren passiert ist. Ein Schlag auf den Kopf hatte eine jahrelange Amnesie zur Folge, der ihr Leben komplett anders verlaufen und sie inmitten der Unterwelt von Aryn aufwachsen ließ.
Nun ist sie zurück und bekommt den Auftrag, neben ihren geplanten Nachforschungen auch den Diebstahl eines wichtigen religiösen Artefakts zu untersuchen. Gemeinsam mit Lord Raphanael soll sie diese Vorkommnisse untersuchen. Doch abgesehen davon, dass ihnen eine gemeinsame Vergangenheit angedichtet wird, ist der Mann auch noch Magier.
Die beiden stoßen in ein Wespennest und finden heraus, dass viele Ereignisse über Jahre miteinander zusammenhängen. Doch auch über die eigene Vergangenheit und Zukunft gilt es vieles herauszufinden, während zwischen den beiden die Funken zu sprühen beginnen...

Es ist schwierig, im Rahmen eines einzigen Romans eine Welt, die Struktur der Gesellschaft auszuarbeiten und darüber hinaus auch noch eine überzeugende Handlung und einen gelungenen Spannungsbogen unterzubringen. Doch Richard Schwartz hat die dafür nötige Routine, was er mit in dem vorliegenden Roman beweist. Wie er die Vergangenheit der Protagonistin mit ihrer geheimen Bestimmung verknüpft, eine alte Intrige in die Gegenwart überdauern und die Charaktere mit viel Elan das gesellschaftliche Parkett aufwischen lässt, ist nicht nur spannend, sondern auch amüsant zu lesen. Leider verliert die Geschichte gerade gegen Ende des Buchs ein wenig an Fahrt, wo es um die Auflösung der verschiedenen Rätsel geht. Denn diese sind dann letztendlich doch nicht so kompliziert, wie zwischenzeitlich angenommen. Dies schmälert das Lesevergnügen allerdings nur unbeträchtlich. Davon aber einmal abgesehen kann man den Roman jedem Liebhaber von Fantasy-Literatur, der keine Berührungsängste davor hat, die Werke deutschsprachiger Autoren zu lesen. Einzig und allein der Preis, knapp 17 Euro für ein Taschenbuch, könnten den einen oder anderen potenziellen Käufer abschrecken.

Der Falke von Aryn" ist definitiv einer der besten aktuellen Fantasy-Romane aus deutscher Feder. Genauer gesagt stammt er von Richard Schwartz. Das vorliegende Werk ist spannend, unterhaltsam und besitzt die richtige Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart der Erzählung, phantastischen Elementen und amüsant agierenden Charakteren. Lediglich der relativ hohe Preis könnte manche interessierten Leser zu einem anderen Buch greifen lassen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    10/2012
  • Umfang:
    464 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3492702791
  • ISBN 13:
    9783492702799
  • Preis:
    16,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:

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