Der letzte Detektiv

Safari

von Michael Koser
Rezension von Janett Cernohuby | 08. Februar 2009

Safari

In den frühen 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts veröffentlichte der Bayerische Rundfunk eine sehr erfolgreiche Hörspielreihe. Nun versucht man diesen Erfolg noch einmal aufleben zu lassen und präsentiert im Hörverlag eine Neuauflage dieser Serie. Die Rede ist von "Der letzte Detektiv", von welcher uns die zweite Folge "Safari" vorliegt.

Jonas ist Detektiv; der letzte Detektiv. Er lebt im frühen 21. Jahrhundert in Babylon, einer Supermetropole der Vereinten Staaten von Europa. Seinen Beruf gibt es eigentlich nicht mehr. Eigentlich, denn als unverbesserlicher Nostalgiker übt Jonas ihn als einziger noch aus. Er besitzt alle wichtigen Eigenschaften, die ein Privatdetektiv braucht: Ehrenhaftigkeit, Sturheit, Unverschämtheit und Witz - das alles gemischt mit ein bisschen Sentimentalität. An seiner Seite der unausstehliche, aber unentbehrliche Computer Sam. Sam spricht, oder besser gesagt, er labert, schnattert und raubt einem manchmal den letzten Nerv. Trotzdem ist er eine unverzichtbare Hilfe für Jonas.
In dieser Nacht will Jonas eigentlich schlafen, doch das Läuten des Telefons hindert ihn daran. Am Apparat ist Oleander Quartz, einer der reichsten Männer der Welt - uralt, mehrfach geliftet und mit gerade erst implantierten Augen. Er hat einen brisanten Fall, den er Jonas doppelt so hoch zu vergüten verspricht. Quartz Privatsekretärin ist verschwunden; zusammen mit äußerst vertraulichen Unterlagen. Der Millionär vermutet eine Verschwörung dahinter und fürchtet nun um seine Existenz. Daher bittet er Jonas um Hilfe. Dieser überlegt nicht lange, kann er doch das Geld gut gebrauchen. Sofort begibt er sich auf die Suche nach der verschwunden Sekretärin und erkennt zu spät, dass er in eine Falle gelockt wurde.

Bereits die zweite Folge dieser einstigen Erfolgsreiche liegt nun als Audio-CD vor.
Die Handlungszeit der Geschichte ist 2009, ein Jahr also, das in greifbare Nähe rückt. So scheinen auch einige der Themen, wie etwa Umweltverschmutzung, nicht mehr nur Fiktion zu sein. Nebenbei sei bemerkt, dass Michael Koser als Währung der Vereinigten Staaten von Europa Euro und Cent anführt. Und das zu einer Zeit, als vom Euro als Währung noch gar nicht die Rede war, sondern dieser noch Ecu hieß.
Der Protagonist dieser Reihe ist ein Nostalgiker, der nur schwer von alten Bräuchen und Gepflogenheiten loslassen kann und daher einen Beruf ausübt, den es eigentlich nicht mehr gibt. Daher gerät er immer wieder in Geldnot, weswegen er auf jeden Auftrag angewiesen ist. An seiner Seite steht der nervige, aber dennoch sympathische Roboter Sam. Auch wenn man ihn meistens aufgrund seiner Unausstehlichkeit nur verschrotten möchte, erweist sich dieser in brenzligen Situationen als unverzichtbarer Helfer.
Obwohl es sich bei "Safari" um den zweiten Teil einer Reihe handelt, brauchen Quereinsteiger keine Sorge zu haben, den Anschluss zu verlieren. Tatsächlich werden die wichtigen Personen und ihre Beziehungen zueinander im Verlauf der Handlung ausreichend vorgestellt. Zwar nimmt das Hörbuch gegen Ende Bezug auf den ersten Teil, was aber ebenfalls ausreichend erläutert wird und keine Verständnislücken zurücklässt.
Gesprochen wird das Hörbuch von allem, was Rang und Namen hat; von Bodo Primus als Jonas, über Karin Anslem als Judith Delgado bis hin zu Joachim Wichmann als nerviger aber unersetzlicher Sam.
Neben einem hervorragenden Hörspiel kann sich auch die CD-Gestaltung sehen lassen. Um den Einstieg in das Hörbuch zu erleichtern, haben die einzelnen Tracks eine Länge von ungefähr fünf Minuten. So kann man jederzeit unterbrechen und ist nicht gezwungen, die kompletten 52 Minuten hintereinander zu hören. Das Booklet bietet neben einer Auflistung der Sprecher Hintergrundinfos zu Autor und Bodo Primus, den Sprecher von Jonas. Das am Computer erstellte Titelbild des Hörbuchs passt sehr gut zu einer futuristischen Krimiserie.

"Safari" aus der Reihe "Der letzte Detektiv" ist somit ein tadelloser Hörspielgenuss, der Krimifans alles bietet: Spannung, schlagfertige Dialoge, Musik der 80er und Science-Fiction der Jetztzeit. Die Umsetzung ist sehr gut gelungen, was das Werk zu einem tollen Hörgenuss macht.

Details

Bewertung

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