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Der Rote Baron

Der Rote Baron - Tanz der Maschinengewehre

von Pierre Veys, Carlos Puerta (Illustration)
Rezension von Gabriel Zupcan | 03. Mai 2016

Der Rote Baron - Tanz der Maschinengewehre

Der Erste Weltkrieg: Mit viel imperialem Propaganda-Getöse stürzten sich die Großmächte des 19. Jahrhunderts in die lange ersehnte Entscheidungsschlacht und fanden heraus, dass die Schützengräben ruhmreiche Sturmangriffe mit noch nie da gewesenen Verlusten belohnten. Doch eine neue Art des Kampfes erinnerte an längst verloren geglaubte Tage der Ritterlichkeit. Der größte dieser neuen Ritter war der „Rote Baron“.

Manfred von Richthofen, mit 80 anerkannten Abschüssen, das Ass der Asse des Ersten Weltkriegs, ist nicht nur jedem Fan der Luftfahrt ein Begriff. Er ist wohl der allgemein bekannteste Kampfpilot, den es bis dato gegeben hat. Heldenkult zu Lebzeiten und exzentrisch gebrauchte rote Farbe haben dafür gesorgt, dass seine Legende bis zum heutigen Tage lebt.

Luftschlachten, sowie historische Ereignisse genießen in der vom französischen Sprachraum geprägten europäischen Comickunst eine hohe Aufmerksamkeit. Kein Wunder also, dass der Meister höchstselbst früher oder später als Thema aufscheinen mußte. Autor Pierre Veys, sonst eher weniger für Kriegscomics bekannt, nahm sich des Freiherrn an. Unterstützt wird er dabei vom spanischen Künstler Carlos Puerta. Im typischen, großen europäischen Albenformat wird die Geschichte des Roten Barons erzählt.

Nach einem Luftkampf an der Westfront erinnert sich der siegreiche von Richthofen daran, warum er in diesem Krieg kämpft. Es wird in seine Jugend in Berlin zurückgeblendet und wir erleben seinen ersten Luftkampf, bei dem er noch nicht am Steuerknüppel sitzt. Veys gibt dem höchst realistisch dargestelltem Geschehen einen unerwarteten Touch, als er ein übernatürliches Element einführt, das Richthofen nicht nur seine unglaubliche Fähigkeit Kämpfe zu gewinnen verleiht, sondern gleichzeitig als seine düstere Motivation dient. Dieses Mystery-Element bleibt jedoch sehr dezent und sollte selbst Hardcore-Fans von realistischen, historischen Comics nicht abschrecken. Für diese viel erschreckender dürfte es wirken, wenn ein deutscher Unteroffizier in der deutschen Übersetzung als „Sergeant“ angesprochen wird. Zu einem Feldwebel hätte es reichen können, so weit darf die Übersetzung dann durchaus gehen.

Für eine tiefe Charakterisierung der Hauptfigur reicht es in „Tanz der Maschinengewehre“ nicht aus. Das stört aber nicht, denn man ist sofort in den faszinierend schönen Aquarellen von Carlos Puerta gefangen. Die realistischen Bilder vermitteln dem Betrachter nicht nur perfekt plazierte historische Details, sondern auch die Ästhetik der Periode. Luftkämpfe in abenteuerlichen Segeltuch-und-Holz-Flugzeugen vor der idyllischen Kulisse belgischer Städte sahen wohl noch nie so gut aus.

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