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Der Rote Baron

Der Rote Baron - Tanz der Maschinengewehre

von Pierre Veys, Carlos Puerta (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 06. April 2016

Der Rote Baron - Tanz der Maschinengewehre

In jedem Zeitalter gibt es legendäre Gestalten oder Helden. Der Helden der einen ist die Nemesis der anderen. Eine der berühmt-berüchtigsten Gestalten im ersten Weltkrieg war das Fliegerass Manfred von Richthofen, genannt „Der Rote Baron“. Zu diesem Thema ist bei Panini eine erste Grahpic Novel erschienen, die den Titel „Tanz der Maschinengewehre“ trägt. Wir waren sehr gespannt, wie der französische Autor Pierre Veys die Geschichte angelegt hat.

Der junge Manfred von Richthofen ist ein Sportler, wie er im Buche steht. Sport ist nicht nur sein Lieblingsfach, er demonstriert dabei regelmäßig perfekte Körperbeherrschung und unglaubliches Balancegefühl. Dabei liegt er so weit vor allen anderen, dass er damit den ebenfalls im Kurs befindlichen Prinz Friedrich verärgert. Als dieser ihm mit durch einige Handlanger eine Lektion erteilen will, stellt Manfred fest, dass er negative Gefühle lesen kann – damit weiß er immer vorab, was seine Angreifer vorhaben und kann darauf reagieren. Nachdem er diese verprügelt hat, sehnt er sich danach, das Gefühl wieder zu erleben. Als er von den Ulanen, einer nicht mehr zeitgemäßen Kavalarieeinheit, über den Nachschub zu den Aufklärungsfliegern versetzt wird, lernt er ein völlig anderes Umfeld kennen. Dort stellt er nicht nur fest, wie schwierig es ist, das eigene Truppen den Unterschied zwischen Flugzeugen erkennen, sondern auch, dass seine Fähigkeiten im Luftkampf ebenfalls von Vorteil sind...

In der Adaption des Themas „Der Rote Baron“ von Autor Pierre Veys und Illustrator Carlos Puerta wird ein Ansatz gewählt, der nicht nur historische Fakten aufgreift sondern auch ein wenig Übernatürliches mit ins Spiel bringt. Dass Manfred von Richthofen negative Gefühle spüren und daher die Aktionen seiner Angreifer vorhersagen kann, wäre zwar ein Gedanke, der erklärt, wieso er im Luftkampf derartig überlegen war, ist ansonsten aber eher ins Reich der Dichtung einzuordnen. Was auffällt ist, dass er besonders in seinen jüngeren Jahren als grausam und teilweise fast blutrünstig dargestellt wird. Ein Charakterzug, über den in der Literatur nicht allzu viel berichtet wird. Dass er jedoch in ein Verbrecherviertel geht und dort einfach Leute umbringt, wirkt etwas fehl am Platz. Die anderen Situationen sind sehr stimmungsvoll geschrieben und vor allem fantastisch illustriert. Carlos Puerta ist wahrlich ein Meister, wenn es darum geht, Emotionen einzufangen. Doch auch Flugzeuge und Umgebung sind fantastisch dargestellt. Somit erhält der Fan eine sehr stimmungsvolle Graphic Novel – oder besser den Auftakt zu einer Reihe – mit leichten Punkteabzügen wegen übertriebener Gewaltanwendung.

„Tanz der Maschinengewehre“ ist der erste Band der Adaption der Lebensgeschichte eines der berühmtesten deutschen Piloten als Grahpic Novel. „Der Rote Baron“, oder auch Manfred, Freiherr von Richthofen, erlebt seine Abenteuer in diesem Rand ein wenig anders als man vielleicht denkt. Dichterische Freitheit und etwas übertriebene Gewalttätigkeit treffen auf herauragende Illustrationen. Das zusammen ergibt ein tolles Gesamtbild mit einigen kleinen Schönheitsfehlern.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
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  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Illustration:

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