Aeternum

von Andrea Bottlinger
Rezension von Stefan Cernohuby | 10. Juni 2013

Aeternum

Seit es phantastische Literatur gibt, werden auch Elemente verschiedenster Mythologien in selbiger verarbeitet. Engel und Dämonen sind dabei besonders in christlich geprägten Breiten sehr beliebt. Auch in Andrea Bottlingers Debutroman "Aeternum" sind es Angehörige jener beiden Gruppierungen, mit der es die Menschen zu tun bekommen. Etwas, was jeglichen Glauben auf eine harte Probe stellt. Man darf gespannt sein.

Gewisse Dinge scheinen sich nie zu ändern und die Beteiligten sind zwar nicht damit zufrieden, haben sich aber mit der Situation arrangiert. Wenn sich dann urplötzlich etwas daran ändert, erfordert das im Fall der Zusammenarbeit von uralten Todfeinden vor allem Improvisation. Konkret stürzt unter dem Berliner Alexanderplatz ein Hohlraum ein. Zurück bleibt ein gewaltiger Krater, in dem seltsame Dinge vor sich gehen. Selbst die Zeit verrinnt nicht konstant. Um den seit Jahrhunderten anhaltenden Waffenstillstand nicht zu gefährden entsenden Engel und Dämonen jeweils einen Späher, um mehr über die Narbe in Raum und Zeit zu erfahren. Doch die beiden sind keine normalen Vertreter ihrer Fraktion. Jul ist ein zweifelnder Engel, dem man seine Flügel genommen hat, Amanda ist eine Magierin, die von einem Dämon nur durch Erpressung und Schmerz bei der Stange gehalten wird.
Die beiden, die sich naturgemäß misstrauen, stoßen auf eine schreckliche Wahrheit. Denn nach einem versuchten Mord an Gott sind Luzifer und er verschmolzen - tödlich verwundet, aber doch unsterblich. Und Luzifer erteilt ihnen einen Auftrag. Sie sollen eine Waffe finden, mit der man Götter töten kann, und sein versuchtes Werk zu Ende bringen. Es beginnt ein Spießrutenlauf, denn an dieser Entwicklung sind weder Engel noch Dämonen interessiert. Drohende Auslöschung und Verlust der Seele sind nur einige Gefahren, denen sich Jul und Amanda nun aussetzen müssen. Und dabei kommen sich die beiden näher...

Zahlreiche Romane drehen sich um Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Engeln. Allerdings ist eine Geschichte, in der ein (gefallener) Engel und eine Dämonendienerin vom Lichtbringer höchst selbst den Auftrag übernehmen, Gott zu töten, zumindest dem Verfasser dieser Kritik noch nie untergekommen. Und obwohl die Handlung durch den Hintergrund ein wenig anmaßend erscheinen mag, ist sie im Gegenteil keineswegs abgehoben. Die Charaktere der beiden Protagonisten sind gut gezeichnet und auch die schon Beginn an unvermeidliche Romanze, die sich zwischen den beiden entwickelt, ist nicht wirklich kitschig. Da das Buch ansonsten sehr spannend ist, die richtigen Mengen an Mystizismus, theologischen Details, Magie und Drama enthält, kann man das Werk jedem Liebhaber guter, phantastischer Literatur empfehlen. Zudem ist der Roman der Autorin ein Versprechen für die Zukunft. Sie wird sicherlich noch etliche andere interessante Geschichten weben. Etwas, worauf man gespannt sein darf - möglicherweise sogar zum gleichen Hintergrund.

Andrea Bottlinger hat mit "Aeternum" einen spannenden und phantastischen Debutroman vorgelegt. Trotz einer gewagten Interpretation einiger christlicher Überlieferungen - oder gerade deshalb - schafft es das Werk den Leser gleichermaßen zu fesseln wie zu unterhalten. Obwohl einige Entwicklungen von Beginn an vorhersehbar sind, weiß der Gesamteindruck dennoch zu überzeugen. Das macht den Roman empfehlenswert, nicht nur für Fans des "Engel"-Genres, auch Fans guter Phantastik und interessierte Quereinsteiger können bedenkenlos zugreifen. Man kann auf weitere Werke der Autorin gespannt sein.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    04/2013
  • Umfang:
    576 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3426511797
  • ISBN 13:
    9783426511794
  • Preis:
    12,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:

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