Buchmesse Leipzig 2018

Der Bücherfürhling, der ein Winter wurde

von Stefan Cernohuby | 21. März 2018

Eigentlich war alles so wie immer. Der Frühlingsbeginn stand vor der Tür und mit ihm auch die Leipziger Buchmesse 2018. Doch dann kam zumindest wettertechnisch alles anders. Der Fixtermin für Buch- und Medienbranche fand zumindest an zwei Tagen im dichtesten Schneegestöber, bei Kälte und in einen weißen Mantel gehüllt statt. Durch das Schneechaos, das auch zahlreiche Behinderungen für Bahn und Auto mit sich brachte, wurde ein erneuter Besucherrekord verhindert. Die Buchmesse, die diesmal vom 15. bis zum 18. März stattfand, beherbergte zwar 2.600 Aussteller aus 46 Ländern, konnte aber nur knapp unter 200.000 Besucher begrüßen.

Unterschiedliche Veranstaltungen und Preisverleihungen

Zum bereits fünften Mal fand die Manga-Comic-Con statt, die selbst kaum Besucherrückgänge hinnehmen musste. Samstag stand der traditionelle Cosplay-Contest an, zu dem es zusätzlich Superhelden, Superschurken und einen Doctor Who-Contest gab.

30 herausragende Kinder- und Jugendbuchtitel wurden mit dem "Leipziger Lesekompass" prämiert. Darunter sind in der Kategorie von 2 bis 6 Jahre Titel wie "Sorum und Anders" und "Nickel und Horn. Zwei Detektive mit Durchblick". In der Kategorie 6 bis 10 Jahre finden sich "Das Wimmelbuch der Weltreligionen" und "Finn macht es anders".

Der Preis der Leipziger Buchmesse ging dieses Jahr an Esther Kinsky (Kategorie Belletristik), Karl Schlögl (Kategorie Sachbuch/Essayistik) sowie Sabine Stöhr und Juri Durkot (Kategorie Übersetzung).

Der diesjährige avj-medienpreis für hervorragendes journalistisches Engagement im Bereich Kinder- und Jugendbuch ging an Roswitha Budeus-Budde von der Süddeutschen Zeitung.

Zum siebten Mal wurde der SERAPH-Literaturpreis verliehen. "Der Kanon mechanischer Seelen" von Michael Marrak errang den Titel des besten Buchs. Theresa Hannig sicherte sich mit "Die Optimierer" den Preis für das beste Debüt, und der dieses Jahr vergebe Preis für den besten Independent-Titel ging an Janna Ruth für "Bann der zertanzten Schuhe".

Phantastik-Lounge: Rückzugsort und Interviews

Auch dieses Jahr zeigte sich die von PAN organisierte Phantastik-Lounge als beliebter Treffpunkt, an dem nicht nur die Mitglieder des Phantastik-Autoren-Netzwerks selbst willkommen waren, sondern auch befreundete Autoren und Journalisten. Hier gab es sowohl Starautoren als auch jene aus kleineren Verlagen. Aber Kai Meyer, T. S. Orgel, Thomas Finn und Bernhard Hennen gehören schon beinahe zum Inventar.

Einzig und allein das Wetter hat die Leipziger Buchmesse 2018 davon abgehalten, neue Rekorde zu erzielen. Vor allem bei den phantastischeren Literaturpreisen zeigte sich dieses Jahr eine Tendenz, zu weniger klassischen Vertretern von Großverlagen. Offene Konfrontationen zwischen Verlagen mit unterschiedlichen politischen Anschauungen wie bei der Frankfurter Buchmesse gab es zum Glück kaum. So ist es gut, dass in Leipzig mit dem Gastland Rumänien, eine Buchmesse größtenteils im Zeichen von Toleranz und Akzeptanz stattfinden konnte.

Lese-Haltestelle

Lese-Haltestelle

Leipziger Buchmesse 2018

Leipziger Buchmesse 2018

Leipziger Buchmesse 2018

Leipziger Buchmesse 2018

Nicole Hummel vom Tessloff Verlag

Nicole Hummel vom Tessloff Verlag

Leipziger Buchmesse 2018

Leipziger Buchmesse 2018

Nevermoor

Nevermoor

Leipziger Buchmesse 2018

Leipziger Buchmesse 2018

SKOUTZ

SKOUTZ

Leipziger Buchmesse 2018

Leipziger Buchmesse 2018

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Leipziger Buchmesse 2018

Buchmesse Leipzig 2018