Doctor Strange / Punisher - Wunderwaffe

von John Barber, Andrea Broccardo (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 24. Mai 2018

Doctor Strange / Punisher - Wunderwaffe

Magie und brachiale Gewalt sind im Grunde Gegensätze. Doch manchmal ist es notwendig, dass sich die beiden ergänzen. Nicht nur bei klassischen Dungeon-Abenteuern, wo ein tumber Barbar von einem mächtigen Magier unterstützt wird. Nein, auch in bekannten Superhelden-Universen müssen manchmal Brutalität und Spiritualität Hand in Hand gehen. So wie bei „Doctor Strange / Punisher“ und ihrer gemeinsamen Story „Wunderwaffe“.

Eigentlich ist es nur ein weiteres, kleines Gangsterkartell, dass der Punisher ausheben will und sich dabei kleinen Ganoven als Hilfsmittel bedient. Als er dort jedoch eine Tür eintritt, die er besser nicht hätte öffnen sollen, ergeben sich neue Perspektiven. Denn die Familie ist mit übernatürlichen Wesen im Bunde. Also tut er das Naheliegendste. Er besorgt sich einen Magier. Leider ist Doctor Strange, den er aufsucht, gerade nicht in Höchstform. Nach einem kräfteraubenden Krieg, besitzt er kaum magische Kräfte und verlässt sich auf Talismane und – Frank Castle ist positiv überrascht – eine riesige Axt. Und dann geht es gegen ein dämonisches Geschwisterpaar, mit magischen Utensilien, einem magischen Geisterflugzeug und – Frank Castle ist fast begeistert – einer magischen Gatlin-Gun.

Wer sich eine Geschichte mit viel Tiefgang erwartet, sollte definitiv zu einem anderen Comic greifen. Denn hier geht es darum, wie zwei sehr unterschiedliche Kämpfer im Kampf gegen das Böse wider Willen kooperieren und mit Magie, Waffen und scharfen Gegenständen lebende, untote, besessene und höllische Schurken zur Hölle schicken – und an alle anderen Orte, wo sie eben hinkommen. Es gibt eine Menge markiger Sprüche, Situationskomik, Splatter-Humor und Schurken-Komik. Aber das war es dann auch. Strange ist tatsächlich nicht in Bestform und weit davon entfernt, der Meister der Magie zu sein, den man sonst gewohnt ist. Und Frank Castle muss widerwillig anerkennen, dass Strange sogar brauchbar ist, während letzterer auch den wirkungsvollen Einsatz brutaler Gewalt anerkennen muss. Ob das am Ende eine Win-Win-Situation ist, muss wohl der Leser selbst entscheiden, denn der Zeichenstil ist eher durchschnittlich und zweckdienlich.

John Barber und Andrea Broccardo haben mit Doctor Strange / Punisher und „Wunderwaffe“ ein seltsames Duo auf Verbrecherjagd geschickt. Magie und rohe Gewalt ergänzen sich jedoch über weite Strecken und auch die sehr unterschiedlich gelagerten Charaktere funktionieren erstaunlicherweise gut. Als One-Shot kann man das Werk auch mit den eher rudimentären Illustrationen und trotz des fehlenden Tiefgangs genießen. Solider Durchschnitt eben.

Details

Bewertung

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  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Illustration: