Dr. Impossible schlägt zurück

von Austin Grossman
Rezension von Stefan Cernohuby | 17. Mai 2009

Dr. Impossible schlägt zurück

Viele Geschichten drehen sich, insbesondere in den letzten Jahren, um Superhelden. Charismatisch, mit kleinen charakterlichen Schwächen und oftmals von der Allgemeinheit nicht akzeptiert, kämpfen sie darum, die Welt zu retten. Selten hingegen widmet man sich den Bösewichten, deren ganzes Streben danach ausgerichtet ist, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Austin Grossman wollte diesen Zustand ganz augenscheinlich ändern und hat den Roman "Dr. Impossible schlägt zurück" verfasst, der nun bei Knaur erscheint.

Zu Beginn des Romans ist die Situation zwar etwas angespannt, aber keineswegs hoffnungslos. Das Verbrechergenie Dr. Impossible, möglicherweise der intelligenteste Mensch auf dem Planeten, sitzt im Gefängnis und wartet auf den richtigen Zeitpunkt. Was er nicht weiß ist, dass bei seinen ewigen Widersachern längst nicht mehr alles stimmt. Das mächtigste Mitglied der Heldengruppe "Champions" ist verschollen. CoreFire, der unbesiegbare, unzerstörbare und vor allem unbestechliche Kämpfer für das Gute, ist nicht auffindbar. So muss einerseits die Truppe durch neue Kräfte verstärkt werden, andererseits der Verantwortliche gefunden werden. Das Klima wird dadurch nicht besser. Zwischen Blackwolf und Damsel, die früher verheiratete waren, herrscht Eiszeit. Ein Mitglied ist Alkoholiker, das andere so ichbezogen, dass es kaum mit anderen spricht. Für die beiden neuen Lily und Fatale wird es daher nicht leicht, sich einzufinden. Als im Zuge der Ermittlungen Dr. Impossible (wieder einmal) aus dem Hochsicherheitsgefängnis flieht, fällt der Verdacht selbstredend sofort auf ihn - obwohl er nichts damit zu tun hat. Nun hat das bösartige Genie völlig eigene Pläne, um der Welt ein für alle Mal seine Knute aufzuzwingen und die Helden planen ihn aufzuhalten. Dabei ist es beinahe selbstverständlich, dass diese Pläne die Planungsphase nicht sehr lange überleben...

Ein Roman über einen Superschurken? Warum nicht? Das dürfte sich auch Austin Grossman gedacht haben, als er das Buch "Dr. Impossible schlägt zurück" (Englischer Originaltitel: "Soon I will Be Invincible") schrieb. Gewagt ist allerdings die Erzählperspektive. Zwar erzählt der Erzbösewicht aus seiner Perspektive, es gibt aber mit dem Cyborg Fatale noch eine zweite Ich-Erzählerin. Diese beiden wechseln sich kapitelweise ab. Hier wäre es vermutlich besser gewesen, bei einer zentralen Rolle zu bleiben. Abgesehen davon ist die Geschichte gut erzählt. Fehlerlose Helden gibt es nicht und auch der Humor bleibt nicht auf der Strecke. Der Vollständigkeit halber sollte aber erwähnt werden, dass sich der Autor gerne und oft an existierende Superhelden-Comics anlehnt. Insbesondere scheint es ihm dabei eine in unseren Breiten eher unbekannte Heldentruppe aus dem "Wildstorm"-Universum angetan zu haben, deren Name an dieser Stelle allerdings nicht genannt werden soll. Denn trotz so mancher Ähnlichkeit ist das Buch amüsant, unterhaltsam und sehr spannend zu lesen. Zudem scheint sich Austin Grossman die Möglichkeit offen gehalten zu haben, die Handlung fortzuführen und den einen oder anderen Folgeroman aus dem Ärmel zu zaubern. Denn schließlich lernen weder Superhelden noch Superschurken dazu...

Austin Grossmans Roman "Dr. Impossible schlägt zurück" ist ein erfrischend anderer Roman, der die Superheldenthematik von der anderen Seite aus aufrollt. Humorvoll und spannend gelingt es, ausgetretene Pfade zu verlassen und dem Leser eine etwas andere Geschichte zu präsentieren. Aus diesem Grund ist das Werk nicht nur Liebhabern von Superhelden aus bekannten Comicuniversen zu empfehlen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    04/2009
  • Umfang:
    396 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3426500450
  • ISBN 13:
    9783426500453
  • Preis:
    8,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:
    Keine Bewertung