Star Trek

Star Trek Kostüme


Fünfzig Jahre Mode aus Unendlichen Weiten
von Paula M. Block, Terry J. Erdmann
Rezension von Stefan Cernohuby | 22. Januar 2017

Star Trek Kostüme

Über fünfzig Jahre sind mittlerweile vergangen, seit der erste Pilotfilm von „Star Trek“ gedreht wurde. Danach startete die Serie, die bis jetzt vier Nachfolgeserien und dreizehn Kinofilme produzierte. Wenn man an all jene Persönlichkeiten denkt, die in den Serien vorgekommen sind, kommt man an einem nicht vorbei: ihren Kostümen. Im Zauberfeder Verlag ist nun ein bildgewaltiger Führer durch die Epochen der unterschiedlichen Gewandungen erschienen. Er trägt den Titel „Star Trek Kostüme“.

„Star Trek“ begann mit einem Pilotfilm, der erst über zwanzig Jahre später gezeigt wurde. Doch der Kostümdesigner William Ware Theiss hatte seine Hände sowohl im Piloten, als auch während der gesamten Originalserie und der ersten Staffel der „Next Generation“ mit im Spiel. Trotz minimalem Budget gelang es ihm für eine größtenteils noch auf Schwarz-Weiß-Fernsehern gezeigte Serie gleichzeitig minimalistische, futuristische und für einige Charaktere auch aufreizende Kostüme zu erschaffen. Die farblichen Kontraste der Uniformen, geschmackvolle Arrangements für Nebendarstellerinnen und gewagte Kostüme für Femme Fatales hielten einander dabei die Waage. Doch auch seine Nachfolger leisteten hervorragende Arbeit. Robert Fletcher modernisierte die Uniformen der Originalserie für den ersten Kinofilm – seine Kreationen für Klingonen blieben dabei bis zu den Paralleluniversums-Folgen von J. J. Abrams weitgehend unverändert. Auch das ikonische Kostüm des ersten Khan Singh wurde von ihm entworfen. Aber auch Frauen bekamen die Chance, die Reihe optisch zu verändern. Nilo Jodis-Ramero schuf nicht nur Christopher Plummers Augenklappe in „Das unentdeckte Land“ sondern auch das Pelzkostüm der Chamäleonidin Martia. In den Folgereihen „Deep Space Nine“ und „Voyager“ wurden immer mehr neue Elemente eingebracht. „Enterprise“ dagegen war ein ziemlicher Bruch. Die aktuellen drei Filme wirken zum Teil wie eine Rückbesinnung auf die Originalserie. Und wie sich die Reihe „Star Trek: Discovery“ entwickeln wird… muss erst die Zeit zeigen.

Das Buch „Star Trek Kostüme“ ist weit mehr als nur ein Bildband. Es rollt die Geschichte der Entstehung der Serien und Filme aus Sicht der Kostümdesigner auf. Dabei wurde sowohl die budgetäre Situation der Projekte, die Vorgehensweise der Designer und die Wirkung ihrer Kreationen informativ beleuchtet. Und natürlich werden Glanzstücke und Fehlgriffe präsentiert. Dabei zeigt sich nach der Originalserie eine zunehmende Züchtigkeit bei den Kostümen, die erst wieder in den aktuellsten Filmen etwas nachlässt. Im überformatigen Buch finden sich nicht nur großflächige Abbildungen der Kostüme, auch deren Skizzen, Fotos beim Anprobieren und im Film- oder Serieneinsatz sind zu finden. Etwas schade ist allerdings, dass sich ein Großteil des Werks tatsächlich auf die ersten beiden Serien konzentriert. Natürlich waren „Star Trek“ und „Star Trek: The Next Generation“ die wichtigsten Einflüsse für das Universum. Doch gerade in „Voyager“ und „Deep Space Nine“ gab es Kontakt mit vielen fremden Völkern, die im Alpha-Quadranten der Galaxie nicht ansässig sind und daher völlig neue Ideen benötigt haben. Auf diese Kostüme wird leider nicht eingegangen, da man sich nur auf die relativ konventionelle Bekleidung der Protagonisten der jeweiligen Serie konzentriert. Dennoch kann man diesen kleinen Wermutstropfen problemlos wegstecken. Denn die mitgelieferten Informationen und Anekdoten von Designern und Schauspielern, mitsamt den hervorragenden Fotos der Kostüme, der Abbildung von Skizzen und den Fotos von den Dreharbeiten lassen das Herz jedes Trekkies höherschlagen. Das muss einem den natürlich nicht unbeträchtlichen Kaufpreis einfach wert sein.

„Star Trek Kostüme“ von Paula M. Block und Terry J. Erdmann ist ein wirklich eindrucksvolles Werk. Es gelingt ihm nicht nur, über fünfzig Jahre an Kostümentwicklung des Star Trek Universums in Bildern einzufangen, man erhält auch eine unglaubliche Menge an begleitenden Informationen, Anekdoten und Stimmungen, dass man als Leser einfach nur staunen kann. Im Grunde ein Pflichtkauf für jeden Trekkie, der etwas auf sich hält.

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