Fantastic Four - Die Geschichte eines Lebens

von Mark Russell, Sean Izaakse (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 24. Juni 2022

Fantastic Four - Die Geschichte eines Lebens

Auch wenn vieles bereits wieder umgeschrieben wurde, beginnt die Geschichte der meisten klassischen Superhelden irgendwann gegen Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 2022 wären die meisten von ihnen daher in den besten Fällen bereits ziemlich alt. „Fantastic Four – Die Geschichte eines Lebens“, neu interpretiert von Mark Russell und Sean Izaakse wählt für eine der bekanntesten Marvel-Gruppierungen eine neue Herangehensweise.

Die Geschichte beginnt mit einer verzweifelten Bitte des US-Präsidenten an Reed Richards. Dieser soll ihm eine funktionsfähige Rakete bauen, um damit im Rennen um den Weltraum endlich einen Schritt aufzuholen. Doch Reeds Raumschiff, das mit einem neuartigen subatomaren Treibstoff betrieben wird, reagiert auf die kosmische Strahlung und verändert die vier Passagiere für immer. Von nun an sind sie die „Fantastic Four“ und besitzen übernatürliche Fähigkeiten. Reed hat im Zuge seiner Veränderung eine große Gefahr erkannt, die immer näherkommt. Einen Weltenverschlinger namens Galactus. Reed will die Erde retten und widmet dieser Aufgabe all seine Mühe. In den kommenden Jahrzehnten begegnen die vier verschiedenen anderen Helden, Schurken und Personen irgendwo dazwischen. Tony Stark, Namor, Black Panther, Victor van Doom – sie alle kreuzen ihren Weg und sind doch nur eine Zwischenstation vor der unvermeidlichen Konfrontation mit Galactus. Doch dieser Fokus ist es, der die ungleiche Familie beinahe zerbrechen lässt.

„Die Geschichte eines Lebens“ trägt ihren Titel zu Recht, denn die Handlung startet in den 1960ern und erstreckt sich bis ins Jahr 2017. Und obwohl es sich um einen alternativen Zeitstrahl handelt – wieder eine von Marvels unzähligen Parallelwelten – hat man nie das Gefühl, sich nicht zurecht zu finden. Alle Charaktere passen sich wie von selbst ins Geschehen ein. Ein ehrgeiziger Laborassistent, ein Milliardär und Playboy. Es ist eine lange, etwas melancholische, aber trotzdem sehr gelungene Erzählung. Für viele ist es vermutlich sogar die beste „Fantastic Four“-Story seit vielen Jahren. Und ja, das ist etwas, was kaum zu bestreiten ist. Denn wenn man sie zu Ende gelesen hat, ist man darüber beinahe traurig, weil man weiß, dass dieser Strang auf diese Art und Wiese zu Ende erzählt ist. Der Illustrator orientiert sich zwar am klassischen Look der Fantastic Four, lässt das Bild und die Darstellung der Charaktere zunehmend modernere Züge annehmen, je weiter sich die Geschichte der Gegenwart nähert. Und auch das ist voll und ganz gelungen.

„Fantastic Four – Die Geschichte eines Lebens“ von Mark Russell und Illustrator Sean Izaakse hat alles, um ein zukünftiger Klassiker des Marvel-Universums zu werden. Eine Geschichte, die Jahrzehnte überbrückt. Charaktere, die sich ganz einer Sache verschreiben. Wichtige Persönlichkeiten und ein übermächtiger Gegner. Da das Werk auch noch toll geschrieben und illustriert ist, kann man es jedem Fan guter Superheldencomics nur empfehlen.

Details

  • Originaltitel:
    Fantastic Four: Life Story
  • Verlag:
  • Genre:
  • Erschienen:
    05/2022
  • Umfang:
    196 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ISBN 13:
    9783741628351
  • Preis:
    22,00 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Illustration:

Könnte Ihnen auch gefallen: