Deadpool Samurai

Deadpool Samurai 1

von Sanhiro Kasama, Hikaru Uesugi (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 13. Juni 2022

Deadpool Samurai 1

Worauf kann man sich bei Deadpool verlassen? Dass er Dinge tut, die Superhelden in der Regel nicht machen. Bestimmt. Dass man ihn verkehrt herum lesen muss? Moment, aber das ist doch nur bei Mangas der Fall?! Korrekt. Denn nun gibt es den Manga „Deadpool Samurai“, geschrieben von Sanshiro Kasama, illustriert von Hikaru Uesugi. Ob Deadpool in diesem neuen Medium anders agieren wird als sonst? Wohl kaum.

Hemmungslose Eigen- und Verlagswerbung säumen seinen Weg. Und Leichen natürlich. Schon beim Eintritt in die Geschichte in Japan muss ein fieser Schurke, der die Weltherrschaft an sich reißen will, besiegt werden. Und dann kommt die Einladung, auf die Deadpool ein Leben lang gewartet hat. Jene zu den Avengers. Also, zumindest zu einer japanischen Zweigstelle, der sogenannten „Samurai Squad“. Von Iron Man monetär überzeugt trifft Deadpool schnell auf sein zweites Teammitglied, ein Mädchen namens Sakura Spider, das mehr als nur ein wenig Ähnlichkeit mit der Ursprungsgeschichte der beliebtesten Spinne aus der Nachbarschaft hat. Nach einer vereitelten Geiselnahme, einem Einstandsbesuch von Captain America und einer kleinen Auseinandersetzung mit Loki, treffen die beiden Partner auf ihr drittes potenzielles Teammitglied. Neiro-Chan versucht nichts geringeres, als die süßeste Sängerin der Welt zu werden. Leider lebt sie in Symbiose mit einem Venom-Symbionten, was gewisse Probleme verursacht. Genauso wie das Auftauchen von Deadpool und Sakura Spider. Doch wer mag nach Loki und Hydra der große Endboss sein? Und kann dieser mit einem Fingerschnipsen besiegt werden? Das wollen wir hier nicht verraten.

Als Leser stellt man sich unvermeidlich einige Fragen. Die Antworten darauf sind in folgender Reihenfolge: Ja. Nein. Hätten Sie etwas Anderes erwartet? Weder Deadpool noch Autor und Zeichner nehmen sich ernst, machen sich gleichermaßen über die Charaktere wie auch über einige typische Aspekte eines Mangas lustig. Deadpool macht zum Beispiel von der Unart, einen Angriff anzukündigen, ausgiebig Gebrauch, in dem er das gegen seine Kontrahenten nutzt. Sakura Spider lässt kaum ein Spinnen-Fett-Netzchen aus und ein Venom-Symbiont mit Vorliebe für Schokolade ist auch selten. Das alles kann den Lesenden aber kaum auf den Endkampf und Cliffhanger vorbereiten, mit dem diese Deadpool-Manga (ja, man muss ihn so nennen) endet. Ob es den zweiten Band auch auf Deutsch geben wird, werden wohl die Verkaufszahlen entscheiden. Auf Englisch existiert er bereits – vielleicht sogar auf Japanisch. In jedem Fall hat sich Deadpool wieder einmal selbst neu erfunden, obwohl er ganz der Alte bleibt. Und genauso viel Spaß macht, wie in den üblichen Comics. Vielleicht sogar mehr, weil er sich diesmal gleich über zwei unterschiedliche Konventionen hinwegsetzt.

„Deadpool Samurai 1“ ist genau das, wonach es klingt. Ein Deadpool-Manga über Deadpool in Japan. Es ist klischeehaft, es ist brutal und der Protagonist durchbricht die vierte Wand öfter als Captain America salutiert. Aber der Band, für den Sanshiro Kasama und Hikaru Uesugi verantwortlich sind, ist vor allem eines: Witzig. Und das ist genau das, was man von einem Deadpool-Werk erwartet.

Details

Bewertung

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