Bizarro

von Heath Corson, Gustavo Duarte (Illustration)
Rezension von Gabriel Zupcan | 17. April 2016

Bizarro

Es ist kein Vogel, es ist kein Flugzeug und es ist garantiert nicht Superman. Wer da bruchpilotenhaft seine Bahnen über Metropolis zieht, ist Bizarro – der Anti-Superman. Doch statt einer tragischen und ernsten Konfrontation zwischen Mann und Monster im Rahmen der Superman-Serie, darf er hier als tollpatschiger Held selbst das Ruder übernehmen. Das wird bestimmt furchtbar!

Natürlich wird es das nicht, aber um Bizarros eigentümlicher Sprechweise zu folgen, muß natürlich alles verkehrt gemeint sein. Wenn Bizarro etwas „hasst“, dann liebt er es selbstverständlich. Dieses Thema wird von vorne nach hinten liebevoll durchexerziert. Das beginnt bei der Nummerierung der Kapitel (Rückwärts selbstverständlich!) bis zu den Credits. Das Frankenstein-Monster unter Supermans Feinden ist in der vorliegenden Version ein freakiger Außerirdischer (und kein Klon von Supes), der zwar ein Held sein will, aber dabei nicht nur verkehrt redet, sondern auch etwas verkehrt handelt. Die Prämisse ist überaus geeignet für Unfug im Stil von Harley Quinn und die Geschichte spielt in einer cartoonigen Version des für gewöhnlich etwas düster und ernst dargestellten DCU.

Schon der Zeichenstil von Gustavo Duarte sollte somit bei Puristen die Warnglocken läuten: wir sind hier in einem Cartoon, und es darf auch mal über andere Sachen gelacht werden, als Captain Colds eisige One-Liner. Der ulkige Held wird von Jimmy Olsen vom Daily Planet gebeten sich mit ihm auf einen Road-Trip nach Kanada (in Bizarrosprech als „Bizarro-Amerika“ bezeichnet) zu begeben. Der durchtriebene Fotograf erhofft sich mit einem Bildband viel Geld zu verdienen, denn den Superklotz hält er nicht unbedingt für den hellsten aller fliegenden Superhelden. Das alles ist eine Entschuldigung das ungleiche Buddy-Duo wider Willen (besser gesagt: gegen Jimmys Willen) in aberwitzige Situationen an verschiedensten Orten der DCU-USA zu bringen. Zunächst einmal begegnen sie King Tut, dem Möchtegern-Pharao, in Smallville. Genau der King Tut aus der guten alten Batman-Serie der 60er Jahre. Und er verkauft in Smallville Autos… Zahlreiche beliebte DC-Charaktere haben Gastauftritte oder Cameos: Zatanna, Superman, Jonah Hex und sogar Ch’k von den Green Lanterns. Die Insidergags die sich dadurch ergeben sind für Kenner sehr amüsant, aber auch Bizarros Markenzeichen alles verkehrt zu meinen bürgert sich bald als kultige Eigenschaft ein.

Aufgrund der cartoonigen Machart ist Bizarro durchaus auch für jüngere Leser geeignet, die sicherlich ebenfalls mit dem Humor etwas anzufangen wissen. Aber man sollte sich nicht beschweren, wenn die Kids anfangen alles umgekehrt zu meinen!
Ein überaus amüsanter Road-Trip mit allerübelsten Freunden, der einen unbeschwert-komischen Blick auf das DCU wirft. Der kultige Held ist sympathisch und trotz (oder wegen?) der einfachen Botschaft wird man gut unterhalten. Ganz furchtbar schlimm.

Details

Bewertung

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