Edition Piepmatz

Willi Wutz braucht keine Windel mehr

von Katja Reider, Frau Annika (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 01. Mai 2021

Willi Wutz braucht keine Windel mehr

Irgendwann im Kleinkindalter beginnt das dicke Windelpaket zu stören. Die Kleinen fühlen sich groß und wollen nicht mehr wie Babys eine Windel tragen. Andere sehen, dass ihre Freunde die Windel nicht mehr brauchen und wollen es ebenfalls ohne versuchen. Doch der Weg zu windelfrei ist schwer und es braucht oft Unterstützung und vor allem Zuspruch durch die Eltern. Aber auch Bilderbücher können mit alltagsnahen Geschichten dabei helfen, sauber zu werden. Natürlich bietet auch die Edition Piepmatz ein entsprechendes Windelbuch an.

Tschüss Windel!

Willi Wutz hat Besuch von seiner Freundin Lala. Gemeinsam hüpfen sie auf dem Bett um die Wette. Willi staunt, wie hoch Lala hüpfen kann. Viel höher als er selbst. Kein Wunder, denn Lala trägt seit einer Weile keine Windel mehr. Willi will auch gerne höher springen und so probiert er das mit dem Klo gehen gleich mal aus. Zunächst will gar nichts so richtig klappen. Willi ist traurig, doch Papa tröstet ihn, sagt, dass es uns allen einmal so ging und Willi es weiter probieren soll. Das macht Mut und schon bald klappt es auch bei Willi.

Willi Wutz braucht keine Windel mehr

Thema Sauberkeit einfühlsam aufgegriffen

Es gibt kaum ein Thema, das Eltern so umtreibt, wie die Sauberkeitserziehung. Bei den einen klappt es prima und schon in sehr jungem Alter, bei den anderen dauert es länger. Es steckt viel Druck dahinter, was zu Stress und Frustration führt. Sowohl beim Kind, als auch bei den Eltern. Diesen Druck versuchen Katja Reider und Frau Annika mit diesem Pappbilderbuch rauszunehmen. Sie erzählen eine herzige Kindergeschichte, die sich nah am Alltag orientiert. Jedoch begegnet man hier keinen Menschenkindern, sondern vermenschlichten Tierkindern. Katja Reider webt in ihrer Geschichte typische Alltagszenen ein, die Kleinkindern vertraut sind und mit denen sie sich leicht identifizieren können. Der Besuch von Freunden, das gemeinsame Spielen, der Ausflug zum Spielplatz - das sind alles Stationen, die jedes Kind kennt. In diese Kulisse baut die Autorin nun behutsam das Sauberkeitsthema ein. Die dicke Windel, die bei Bewegungen nur hinderlich ist. Die Freundin, die schon längst keine Windel mehr braucht, der eigene Versuch, erfolgreich auf Toilette zu gehen. Und natürlich die Rückschläge. Ja, auch sie gehören dazu und werden hier offen und vor allem ehrlich angesprochen. Eine sehr schöne und liebevoll umgesetzte Szene ist hierbei der Trost des Vaters. Er macht Willi Mut, baut ihn auf, sagt ihm, dass es uns allen ähnlich ging. Das kommt nicht nur bei dem kleinen Schweinchen im Buch an, sondern auch bei der jungen Leserschaft.
Frau Annika zeichnete wieder wundervolle Bilder zur Geschichte. Im klassischen „Edition Piepmatz“-Stil sehen wir hier klare Figuren und Formen, die in sanften Pastelltönen ausgemalt sind. Die Bilder strahlen Fröhlichkeit und Spaß aus, sind liebevoll und haben etwas Hyygeliges an sich.

Willi Wutz braucht keine Windel mehr

Die Sauberkeitserziehung ist ein großer Meilenstein für alle Kleinkinder. Sie bringt großen Stress mit sich, der aber nicht sein muss. Nimmt man einfach den Druck raus und steckt mehr Motivation und Zuspruch hinein, kann das Klogehen schnell gelernt sein. Etwa so, wie Katja Reider und Frau Annika in „Willi Wutz braucht keine Windel mehr“ es tun.

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