Wieder beste Freunde

Antolin Quiz
von Katja Reider, Henrike Wilson (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 11. Juli 2016

Wieder beste Freunde

In jeder Freundschaft gibt es irgendwann einmal Streit. Egal wie viel Zeit man miteinander verbringt, welche tollen Sachen man unternimmt - einmal kommt der Moment, wo zwei allerbeste Freunde unterschiedlicher Meinung sind. So ein Streit ist nicht immer etwas Schlechtes. Man lernt sein Gegenüber besser kennen, seine Wünsche und Bedürfnisse, das fördert auch die Persönlichkeitsentwicklung. Wichtig ist nur, dass man sich nach einem Streit auch wieder verträgt. Das fällt nicht immer leicht, wie das Bilderbuch "Wieder beste Freunde" zeigt.

Eigentlich waren Mats und Schimansky die besten Freunde. Von früh bis spät waren sie zusammen unterwegs und haben viel unternommen. Doch dann - keiner weiß mehr genau wann und warum - kam es zum Streit zwischen beiden. Seither reden sie nicht mehr miteinander. Wenn sie doch einmal etwas zu sagen haben, dann bitten sie ihre Freunde, dem anderen etwas auszurichten. Klar sind diese schon bald ziemlich genervt und haben auch keine Lust mehr, ständig als Boten zwischen den beiden zu fungieren. Und da passiert es. Eines Morgens lässt Schimansky mal wieder etwas ausrichten. Er bittet den Maulwurf, Mats etwas mitzuteilen. Doch der Maulwurf hat keine Lust mehr und bittet den Hasen, die Nachricht zu überbringen, Der sagt sie dem Eichhörnchen, dieses gibt die Nachricht an den Biber weiter, der geht zur Ziege - tja, und am Ende kommt etwas ganz anderes heraus, als was Schimansky eigentlich hatte sagen wollen…

Von den Themen Streiten und Versöhnen ist jedes Kindergartenkind immer wieder betroffen. Gerade spielte eine Gruppe noch friedlich miteinander, plötzlich ist irgendjemand doof, weil er sich nicht an die Regeln hielt oder etwas Neues einführen wollte. Auch unter Geschwistern kommt es immer wieder zum Streit, wenn der eine plötzlich Interesse am Buch, Auto oder Buntstift des anderen hat. Konfliktpotential gibt es viel unter Kindern, doch glücklicherweise vertragen sie sich auch ebenso schnell wieder, wie sie sich streiten. Manche Kinder können allerdings etwas nachtragend sein. Für sie alle ist diese witzige Geschichte. Sie zeigt, dass der Streitgrund manchmal so banal ist, dass man ihn schneller vergisst, als den Streit selbst. Unter einem solchen Streit leidet man nicht nur selbst, sondern auch die anderen Freunde - im Fall der Geschichte die Waldbewohner. Sie stehen von nun an zwischen den beiden Streithähnen. Das macht ihnen natürlich keinen sonderlichen Spaß und so drücken sich bald alle vor der dem nächsten Botengang. Heraus kommt eine "Stille Post" mit einem witzigen Ausgang, der die beiden Freunde wieder zusammenführt.
Mit einem Augenzwinkern erzählt Katja Reider diese rührende und gefühlvolle Geschichte. Sie spricht Kinder an und zeigt ihnen eine Thematik, die ihnen im Alltag immer wieder ähnlich begegnen wird.
Der Text wird von großen, plakativen Illustrationen begleitet. Stimmungsvolle Aquarellzeichnungen zeigen das Stille Post-Spiel unter den Tieren und wie die Nachricht von Schimansky zu Mats gelangt. Der Fokus der Bilder liegt hier ganz klar auf den Tieren und nur wenige Details stören den Blick. Toll ist dabei auch der Farbverlauf. Der anfänglich durch den Streit verdunkelte Himmel klart im Laufe der Geschichte auf und leuchtet am Ende in hellem Blau und mit fluffigen Schäfchenwolken.

"Wieder beste Freunde" ist ein witziges und rührendes Bilderbuch. Es erzählt über das Streiten von zwei Freunden, wie sie sich nichts mehr zu sagen haben und stattdessen die anderen Tiere als Sprachrohr benutzen. Das führt am Ende zu einem witzigen Stille Post-Effekt, der alles wieder ins rechte Lot rückt. Ein unterhaltsames, warmherziges Bilderbuch mit tollen Illustrationen und einer alltagsnahen Geschichte.

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