Ganz schön langweilig!

Antolin Quiz
von Henrike Wilson
Rezension von Janett Cernohuby | 23. August 2019

Ganz schön langweilig!

Wer kennt sie nicht, diese Tage, an denen uns die Decke auf den Kopf zu fallen droht. An denen wir dasitzen und alles ganz furchtbar langweilig finden. Bei Kindern kann sich diese Langeweile sehr schnell einstellen - und dann unerwartete Ideen hervorbringen. Davon erzählt Henrike Wilson in ihrem Bilderbuch „Ganz schön langweilig“.

Wenn die Langeweile beflügelt

Dem kleinen Bären ist langweilig. So richtig, furchtbar langweilig. Zu allem Überfluss haben seine Freunde keine Zeit, um mit ihm etwas zu unternehmen. Selbst Mama Bär, die sonst immer Zeit für ihn hat, ist beschäftigt. Und so trottet der kleine Bär weiter, lässt sich ins Gras plumpsen und schaut hinauf in den Himmel. Dort ziehen Wolken entlang und mit einem Mal entdeckt der kleine Bär vor seiner Nase etwas, das ihm die Langeweile nimmt…

Ganz schön langweilig

Lernen, sich zu langweilen

Langeweile kann etwas furchtbar Schreckliches und unheimlich Kreatives zugleich sein. Langeweile lullt uns ein und gibt uns ein Gefühl von Trägheit. Doch gerade in dem Moment, in dem man sich dieser Langeweile hingibt, in dem man sie akzeptiert und verloren um sich blickt, werden die Sinne mit einem mal viel schärfer. Plötzlich entdeckt man spannende Dinge, die man vorher nicht wahrgenommen hat. Langeweile regt unsere Fantasie, Kreativität und unseren Ideenreichtum an. Die tollsten Spiele, die aufregendsten Momente entstanden aus dem zähen Gefühl der Langeweile heraus.
Doch in unserer Zeit ist Langeweile etwas geworden, das Kinder nicht mehr kennen. Zu sehr werden sie ständig und von allen Seiten bespaßt. Die Kinderzimmer quellen über vor Spielsachen, moderne Medien bieten monotone Ablenkung. Langeweile kennen sie gar nicht mehr, dürfen es kaum noch genießen. Ja, man muss schon von genießen sprechen, denn sich dem Nichtstun hinzugeben ist ein Luxus, den man als Erwachsener kaum noch kennt. Henrike Wilson erinnert uns daran und führt uns mit diesem wunderbaren Bilderbuch vor Augen, wie aufregend Langeweile sein kann.
Mit wenigen Worten erzählt sie diese Geschichte. Es ist eine Geschichte, die den Umstand Langeweile einfach großartig beschreibt. Über Seiten hinweg, aber mit minimalem Einsatz von Worten, beschreibt Henrike Wilson dieses Gefühl. Es schwappt auf uns über und wir können uns richtig gut in den kleinen Bären hineinversetzen. Sehr gut dazu passen auch die Illustrationen. Großflächig und plakativ rücken sie den kleinen Bären in den Mittelpunkt, zeigen aber sonst kaum weitere Elemente. Diese Bilder sind unglaublich aussagekräftig und passen perfekt zur Geschichte.
Und so ermutigt die Autorin jeden ihrer kleinen, aber auch großen Leserschaft, wieder einmal nichts zu tun, sich der Langeweile hinzugeben und einfach zu schauen, was diese im Gepäck dabeihat.

Ganz schön langweilig

„Ganz schön langweilig“ ist ein wunderbares Bilderbuch mit einer großen Botschaft. Es erinnert uns daran, was Langeweile ist, was sie bedeutet und was für großartige Dinge wir aus ihr ziehen können. Mit wenigen Worten und ausdrucksstarken Bildern lädt uns Henrike Wilson dazu ein, uns der Langeweile hinzugeben und dabei die spannendsten Dinge zu entdecken.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gefühl:
  • Illustration:

Könnte Ihnen auch gefallen: