Rogue und Gambit - Feuer und Flamme

von Kelly Thompson, Pere Pérez (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 26. Februar 2019

Rogue und Gambit - Feuer und Flamme

Selbst in Superhelden-Universen gibt es einige notorische Paare, denen es letztendlich nie erlaubt ist, wirklich zusammenzukommen. Seit den 1990er-Jahren waren es bei Marvel insbesondere Rogue und Gambit, die eine sehr stark aufgeladene, explosive und kräftezehrende Beziehung zueinander haben. Gewissermaßen zur Rekapitulation ist nun ein neuer Band erscheinen, welcher den Titel „Feuer und Flamme“ trägt.

Was sich schon immer etwas problematisch auf die Situation zwischen Rogue und Gambit ausgewirkt hat, war die Tatsache, dass sie sich nicht berühren konnten. Den wen immer Rogue berührt, dessen Lebensenergie entzieht sie ihm – gemeinsam mit eventuell vorhandenen Superkräften. Bei kurzen Berührungen übernimmt sie selbige nur Zeitweise, bei langen für immer. Nach einem funkensprühenden Training im Gefahrenraum der X-Men schickt sie deren neue Chefin Kitty Pryde auf eine Mission. Die beiden sollen sich als Paar ausgeben und auf einer einsamen Insel eine Institution untersuchen. Dort, wo angeblich Paartherapie für Mutanten stattfindet, verschwinden immer mehr Leute. Doch neben dem paradiesischen Eiland hat es die Therapie in sich. Zudem werden die beiden nicht so erfolgreichen Turteltäubchen mit mehr Erinnerungen und früheren Ichs konfrontiert, als sie je gedacht hätten.

„Rogue & Gambit – Feuer und Flamme“ ist eine Hommage an ein Superhelden-Pärchen, auf das man in der aktuellen Storyline schon beinahe wieder vergessen hat. Gamit und Rogue waren beides Charaktere, die extra für die Marvel-Comicserie im Kinderfernsehen entwickelt wurden. Beide schafften es aber aufgrund ihrer Popularität und auch wegen ihrer Beziehung zueinander in die Comics und auch in die Verfilmungen (X-Men, Wolverine). Dennoch ist das Thema bittersüß – und so ist auch der Band aufgezogen. Er lebt von den Erinnerungen an frühere Ereignisse und die letztendliche Feststellung, dass die beiden nicht ohne einander leben können, wie auch immer die Sache letztendlich ausgehen wird. Die Geschichte von Kelly Thompson ist dabei eher ein Mittel zum Zweck als ein wirklicher Geniestreich, die Illustrationen sind aber sehr gut gestaltet und greifen dabei auch Elemente aus der Vergangenheit der beiden auf. Wer also in Erinnerungen schwelgen will und dabei Fan der beiden ist, macht mit dem Kauf dieses Bandes sicher keinen Fehler.

 

„Rogue & Gambit – Feuer und Flamme“ ist ein spannender, unterhaltsamer Band für zwischendurch. Er lebt hauptsächlich aus der Interaktion der beiden Charaktere, die sich niemals nahekommen können und von den Erinnerungen an Ereignisse, an die sich sowohl Leser als auch die beiden Protagonisten nur noch schemenhaft erinnern können. Ein Band für Fans, aber kein Pflichtkauf für jedermann.

Details

Bewertung

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