Der Barde

von Angus Donald
Rezension von Stefan Cernohuby | 17. April 2010

Der Barde

Wein, Weib und Gesang - das gehört für viele auch heute noch zusammen. In früheren Jahrhunderten gab es allerdings noch keine analogen oder digitalen Tonträger und so mussten engagierte Künstler direkt für den dritten Teil des Sprichworts sorgen. In "Der Barde" von Angus Donald geht es allerdings um einen besonderen Vertreter seiner Zunft. Warum besonders? Weil er mit Robin Hood zusammen lebt, kämpft und auch leidet.

Der junge Alen ist wenig mehr als ein Kind, als er am Markt beim Stehlen erwischt wird. Obwohl es nur um eine Pastete geht, ist ihm eines klar: Man wird ihm zur Strafe die Hand abhacken. Also flieht Alan und erreicht mit knapper Not das Lager von Robin Hood. Der Gesetzlose, der seit geraumer Zeit Sherwood unsicher macht, ist jedoch alles andere als ein kleiner Krimineller. Im Gegenteil, er hat sich wichtiger Persönlichkeiten und Qualitäten gesichert und so eine Bande brutaler Verbrecher zu einer völlig loyalen und gut ausgebildeten Armee ausgebildet. Doch weder für Robins Liebe zu seiner Marie-Anne noch für den gesetzlosen Status der Männer scheint es Hoffnung zu geben. Als bei einem Überfall auf ihr Lager in Abwesenheit Robins viele Wehrlose getötet werden, sieht es eine zeitlang ziemlich düster aus. Und doch setzt Alan seine Ausbildung durch einen Meisterbarden fort, lernt nebenbei sogar zu Kämpfen. Etwas, was auch dringend notwendig ist, hat er doch Robin Hood "Treue bis in den Tod" geschworen. Eine Zeitlang ermöglichen Alan seine Fähigkeiten als Spion am Königshof zu agieren. Robin hat den Plan, sich nach dem Tod des alten Königs das Wohlwollen seines Nachfolgers Richard zu sichern, um endlich kein Dasein mehr als Gesetzloser fristen zu müssen und seine Geliebte nach langen Jahren des Wartens heiraten zu können. Doch dies erweist sich ebenfalls als schwierig, als Ralph Murdac, der Sheriff von Nottingham eine eigene Armee aufstellt und gegen Robin marschiert...

Der Protagonist des Romans ist also ein Barde. Ist er ein besonders guter Barde? Diese Frage muss leider mit "Nein" beantwortet werden. Seine Popularität erwächst hauptsächlich daraus, dass er einer der Wegbegleiter von Robin Hood ist. Abgesehen davon, dass er seine eigenen Fehlschläge im Bereich der Liebe hinnehmen muss, zu Musizieren und zu Kämpfen lernt, ist er allerdings keineswegs herausragend. Da allerdings aus seiner Perspektive erzählt wird, ist die ganze Handlung rund um ihn aufgebaut. Ein Aufbau, der leidlich gelungen ist und eine einigermaßen spannende Handlung vermittelt. Hier haben wir leider den Knackpunkt. Es handelt sich, wie schon vorab angekündigt und keinesfalls verschleiert, um ein weiteres Werk, das sich dem Mythos Robin Hood widmet. "Der Barde" tut dies vielleicht auf eine etwas andere Art als seine diversen Vorgänger, aber trotzdem keineswegs besser oder auf eine bestimmte, nicht zu erklärende Art und Weise, genial. So erhält der Leser für seine knapp 9 Euro einen unterhaltsamen Roman für zwischendurch, den er einmal lesen wird, zufrieden weglegen kann und niemals wieder angreift. Solide pseudo-historische Lesekost für zwischendurch, aber nichts Besonderes. Wer genau nach solchen Werken sucht, liegt daher sicher nicht falsch damit, sich das Buch zu kaufen.

Angus Donalds Werk "Der Barde" widmet sich einem Gefolgsmann, der das Leben Robin Hoods aus seinem Blickwinkel darstellt. Das Buch ist spannend und weiß zu unterhalten, wird jedoch keinem Leser lange in Erinnerung bleiben. Insofern ist der Roman als gutes Mittelmaß einzustufen. Liebhaber historischer Romane mit großen Helden können bedenkenlos zugreifen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    03/2010
  • Umfang:
    445 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • ASIN:
    3426503700
  • ISBN 13:
    9783426503706
  • Preis:
    8,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
  • Erotik:

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