Eine Oma für Fridolina

Antolin Quiz
von Anna Lott, Nikolai Renger (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 18. September 2018

Eine Oma für Fridolina

Für viele Kinder ist es absolut selbstverständlich, eine Oma zu haben. Genauso wie man eine Mama und einen Papa hat, gehören auch die Großeltern zum Familienbild. Trotzdem gibt es Kinder, die keine Großmütter mehr haben, weil diese schon gestorben sind. Dieser Umstand kann für sie durchaus belastend sein. Davon erzählt Anna Lott in ihrem Kinderbuch „Eine Oma für Fridolina“.

Oma-Tag im Kindergarten

Fridolina ist niedergeschlagen. Morgen ist im Kindergarten Oma-Tag. Da bringen alle Kinder ihre Omas mit. Alle, außer Fridolina, denn ihre Oma Rita ist schon vor vielen Jahre gestorben. Fridolinas findet das Ungerecht. Ihr Freund Henry hat sogar fünf Omas: zwei Omas, zwei Uromas und eine Ururoma. Fridolina ist niedergeschlagen und betrübt. Doch Henry wäre nicht ihr Freund, wenn er nicht eine prima Idee hätte. Er bietet ihr an, sich eine seiner Omas auszuleihen! Am Nachmittag treffen sich die beiden für ausgiebige Oma-Besuche. Dabei lernt Fridolina nicht nur viel über Omas, sie macht auch eine ganz wichtige Entdeckung.

Vorlesegeschichte über ein trauriges und schwieriges Familienthema

Großeltern haben in Familien eine wichtige Rolle. Sie sind nach den Eltern die wichtigsten Ansprechpersonen, springen ein, wenn die Eltern einmal nicht können und kümmern sich rührend um ihre Enkel. Die wiederum genießen es, Zeit mit den Großeltern zu verbringen, lustige Geschichten aus der Kindheit der eigenen Eltern zu hören, sich verwöhnen zu lassen und garantiert das zu bekommen, was die Eltern normalerweise nicht erlauben.
Die Anwesenheit von Großeltern ist fast selbstverständlich. Doch nicht alle Kinder haben eine Oma oder einen Opa - und genau darum geht es in Anna Lotts gefühlvollem Kinderbuch. Sie stellt uns ein kleines Mädchen vor, dessen Oma vor langer Zeit gestorben ist. Für Fridolina ist das an sich kein großes Thema. Sie ist es nicht anders gewohnt, doch als im Kindergarten ein Oma-Tag veranstaltet wird, belastet sie diese Tatsache schwer. Sehr feinfühlig und gleichzeitig mit einer wohlportionierten Prise Humor gemischt, erzählt Anna Lott hiervon. Dabei gelingt es ihr, trotz aller Traurigkeit, die hinter dem Thema steckt, einen positiven, ja fröhlichen Grundton beizubehalten. Der Besuch bei Henrys Omas wird zu einem lustigen Unterfangen, wenngleich er natürlich deutlich macht, dass keine Ersatzoma den leeren Platz einnehmen kann. Doch unsere kleine Protagonistin lernt auch etwas Wundervolles. Sie erfährt, dass ihre Oma noch immer da ist. Dass sie in Fridolinas Erinnerungen, in ihrem Aussehen und in ihrem Herzen weiterlebt. So trägt das Mädchen seine Oma immer bei sich und kann trotz allem (oder gerade deswegen) einen wundervollen Oma-Tag im Kindergarten verbringen.
Anna Lott erzählt nicht nur eine unterhaltsame Familiengeschichte, sie hilft Eltern und Kindern mit einem ähnlichen Verlust, mit einer ähnlichen Situation leichter umzugehen. Sie zeigt, wie man sich die Erinnerungen an die Oma bewahren kann, wie man sie bei sich hat, ohne dass sie wirklich da ist. Damit bietet das Buch eine gute Grundlage für ähnliche Gespräche in Familien. Wenn Kinder nach ihren bereits verstorbenen Großeltern fragen und Eltern zunächst nicht so recht wissen, was sie darauf antworten sollen.

„Eine Oma für Fridolina“ ist ein gefühlvolles Kinderbuch über ein wichtiges Familienthema. Sehr feinfühlig und mit einer gut portionierten Prise Humor zeigt Anna Lott, dass Omas, selbst wenn sie bereits verstorben sind, noch immer in unseren Herzen wohnen. Dass sie uns begleiten, selbst wenn sie körperlich nicht mehr da sind. Die Autorin spricht mit ihrer Kindergeschichte Mut zu und zeigt Eltern, wie man mit seinen Kindern einfach und positiv über dieses traurige Thema sprechen kann.

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