Schmitt: Mit Geduld und Spucke

Antolin Quiz
von Steven Gätjen, Andreas Karlström, Nikolai Renger (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 26. März 2021

Schmitt: Mit Geduld und Spucke

Keine Frage, wer geduldig ist und gelassen an knifflige Dinge herangeht, dem gelingen diese dann viel besser. Natürlich ist es manchmal gar nicht so leicht, die nötige Ruhe mitzubringen. Dennoch, ein Versuch zahlt sich aus und man wird sehen, „Mit Geduld und Spucke“ geht vieles besser. Eine Erfahrung, die auch Schmitt macht.

Freundschaft mit Hindernissen

Schmitt ist ein ganz besonderes Tier. Er kann sich mühelos in jedes Tier verwandeln. Zumindest was die Farbe seines Körpers anbelangt, denn Schmitt ist ein Chamäleon. Und Schmitt ist noch etwas: sehr neugierig. Bei einem seiner Spaziergänge entdeckt er eine hohe Mauer. Neugierig blickt er über sie und entdeckt einige Hasen, die dort toben und miteinander spielen. Schmitt würde auch gerne mitmachen und spricht die Hasen einfach an. Doch die sind ganz verschreckt. Schmitt ist keiner von ihnen und mit anderen Tieren dürfen sie doch nicht spielen. Da verwandelt sich Schmitt einfach in einen grauen Hasen und schon kann der Spaß losgehen. Doch unter den Hasen ist einer, der das ganz und gar nicht toll findet und alles tut, um Schmitt aus der Gruppe auszuschließen. Selbst vor einer Lüge schreckt er dabei nicht zurück. Wie wird Schmitt darauf reagieren?

Schmitt: Mit Geduld und Spucke

Große Themen, unterhaltsam verpackt

Das herzige Chamäleon Schmitt ist wieder da und natürlich hat er auch ein neues, cooles Abenteuer im Gepäck. In dieses haben die Autoren Steven Gätjen und Andreas Karlström große Themen ganz einfach für Kinder heruntergebrochen. Es geht ums Anderssein und um Offenheit. Wir haben die Hasen, die sich von den anderen Tieren abgeschottet haben und hinter schützenden Mauern leben. Draußen, so erzählen sie sich, lauern böse Monster. Diese Mauer ist jedoch nicht unüberwindlich, immerhin ist es für Schmitt ein leichtes, über sie zu klettern. Prompt wird natürlich er für ein Monster gehalten, doch er findet einen Weg, das Vertrauen der Hasen zu gewinnen. Fürs erste spielt er mit ihnen und hat Spaß. Doch nicht alle Hasen sind so offen für Neues und für Unbekanntes. Einer unter ihnen schießt quer und sucht immer wieder nach Gründen, warum Schmitt verschwinden muss. Als er nicht so recht weiterkommt, greift er sogar zur Lüge. - Als Erwachsener zieht man an dieser Stelle unweigerlich Parallelen zu aktuellen Themen, zu populistischen Gruppierungen und mit welchen Mitteln diese versuchen Einfluss zu nehmen. Aber das ist vielleicht etwas zu viel hineininterpretiert. Kinder sehen also einen Hasen, der dadurch auffällt, dass er schlechte Stimmung gegen Schmitt verbreitet. Der wiederum versteht die Welt nicht mehr und überlegt, wie er seine Unschuld beweisen kann. Da hat der Igel einen Tipp für ihn - mit Geduld und Spuke und einem kleinen Trick kann er die Wahrheit herausfinden. Dabei stellt sich heraus, dass dieser Hase selbst ein paar Unsicherheiten hat, nicht zuletzt wegen seines Aussehens. So wendet sich doch noch alles zum Guten und die Hasen erkennen, dass das Leben außerhalb ihrer Mauern sehr lustig und vor allem monsterfrei sein kann.
Die Geschichte ist, wie schon der Vorgänger, in herrlich witzigen und stimmigen Reimen erzählt. Versmaß und Melodik passen wunderbar. Man kommt unglaublich schnell hinein, findet seinen eigenen Rhythmus, wodurch die Geschichte gleich noch grandioser rüberkommt. Die jungen Bilderbuchfreunde lauschen gebannt, wenn Schmitt seine Hasenabenteuer erlebt.
Abgerundet wird das Buch von Nikolai Rengers Illustrationen. Herrlich komisch, mit einzigartigen Figuren setzt er die Handlung in seinen Bildern um. Die großflächigen Zeichnungen bieten Kindern viel Ulkiges und Komisches zum Entdecken, wodurch der Bilderbuchspaß gelungen abgerundet wird.

Schmitt: Mit Geduld und Spucke

Geduldig haben wir gewartet und werden nun mit einem genialen zweiten Abenteuer des außergewöhnlichen Chamäleons belohnt. In diesem muss auch er zeigen, wie geduldig er sein kann, wie beharrlich er vorgeht, um am Ende neue Freunde zu gewinnen. Ein genial gereimtes, toll illustriertes Bilderbuch, das der ganzen Familie Spaß machen wird.

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Bewertung

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