Eins für dich und eins für mich


Teilen macht Spaß
von Sandra Grimm, Sabine Kraushaar (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 15. Oktober 2020

Eins für dich und eins für mich

Ein großes Thema ist das Teilen. Teilen ist schwer, vor allem für Kinder. Sie haben gerade erst begonnen, sich selbst als Person zu begreifen. Nun sollen sie ihre eigenen Sachen mit jemandem anderen teilen? Andre Bedürfnisse erkennen? Ein komplexer Lernprozess, der lange dauert und erlernt werden muss. Doch wir können unsere Kinder dabei unterstützen. Durch aktives Vorleben, aber auch durch das Lesen von Geschichten, in denen es ums Teilen geht. Eine davon ist Sandra Grimms „Eins für dich und eins für mich“.

Eine Torte für alle

Der Bär reibt sich seinen Bauch und freut sich riesig. Vor ihm liegt eine große Torte, aufgeteilt in fünf große Stücke. Jedes ist mit einem großen Klecks Sahne und einer leckeren Frucht belegt. Da kommt die kleine Maus, sieht die Torte und fragt nach dem Stück mit der Erdbeere. Klar teilt der Bär mit ihr, die Maus ist schließlich seine Freundin. Kurz darauf kommt auch der Hase, der so gerne das Stück mit der Weintraube möchte. Auch dieses gibt der Bär ab, ihm bleiben ja noch drei Stück. Dann stehen plötzlich Ente und Eichhörnchen vor ihm - und der Bär teilt natürlich wieder mit seinen Freunden. Doch am Ende freut er sich, denn jetzt kann er endlich das große Stück Torte mit den Beeren essen - zusammen mit all seinen Freunden, die ebenfalls schmatzend um ihn herum sitzen.

Eins für dich und eins für mich

Spielerisch Teilen lernen

Wie gesagt, es ist nicht einfach, Dinge zu teilen. Wir brauchen uns ja nur einmal umsehen und beobachten, wie viele Erwachsene bereit sind zu teilen.
Doch wie bringt man seinem Kind nun Teilen näher? Ganz klar ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Druck und ohne Belehrungen. Denn wie eingangs erwähnt, ist Teilen ein komplexer Prozess. Sandra Grimm hat dies für ihre Geschichte stark vereinfacht und in die kindliche Erlebniswelt geholt. Sie spricht hier nicht davon, wie schwer es dem Bären fällt, ob er traurig ist, immer ein Stück weniger zu haben. Sie lässt diese Dinge einfach mal beiseite und zeigt nur das Wesentliche: Ein Stück Torte für fünf Freunde und jeder bekommt ein Stück. Am Ende sind alle glücklich, alle sitzen fröhlich zusammen und es wird klar: Teilen macht alle froh. Wenn man etwas abgibt, kann jeder an der Freude, oder in diesem Fall der Torte, teilhaben. Darauf kommt es an. Alles andere ist für Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren einfach noch zu komplex.
Gleichzeitig wird noch ein zweites Thema angeschnitten: die Zahlen bis fünf und deren Bedeutung. Durch die mittels Stanzung dargestellte Torte, die von Seite zu Seite um ein Stück weniger wird, lernen Kinder den Zahlenraum bis fünf kennen und auch die Bedeutung der Mengen. Mit jedem Umblättern wird die Torte um ein Stück kleiner, der Kreis der Freunde um einen größer.
Sabine Kraushaars Illustrationen stellen dies ganz wundervoll dar. Die große Torte ist Mittelpunkt der Bilder. Drum herum platzieren sich liebevoll gezeichnete Tiere. Mehr Details gibt es nicht und so können sich Kinder ganz auf das Wesentliche konzentrieren und werden nicht abgelenkt. Sie zählen die Kuchenstücke, sie benennen die Tiere und sie erzählen die Geschichte mit eigenen Worten nach. So wird das gemeinsame Anschauen zu einem wunderbaren Bilderbuchmoment.

Eins für dich und eins für mich

„Eins für dich und eins für mich“ ist ein tolles Pappbilderbuch, das eine erste Geschichte über das Teilen erzählt. Auf Augenhöhe von Kleinkindern beschreibt Sandra Grimm, wie der Bär seinen Freunden etwas abgibt und alle gemeinsam glücklich sind. Dabei lernen sie auf spielerische Art auch den Zahlenraum bis Fünf und die Bedeutung der Mengen kennen.

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