Der Fluch des alten Bergwerks

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Die dunklen Bücher
von Matthias Bauer, Timo Grubing (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 30. Juni 2020

Der Fluch des alten Bergwerks

Auch Kinder lesen gerne unheimliche Geschichten. Geschichten über verlorene Seelen, die umherziehen und nach Frieden suchen. Oder die an einem Unglücksort darüber wachen, dass man sich hier respektvoll verhält. In diese Richtung geht auch Matthias Bauers Kinderroman „Der Fluch des alten Bergwerks“, das in der Gruselreihe „Die dunklen Bücher“ erschienen ist.

Ein Familienurlaub mit Gruselfaktor

Franziska Schaller möchte endlich mal wieder Zeit mit ihrer Familie verbringen. Ohne Handys und ständige Erreichbarkeit. Darum fährt die Familie in die Berge, wo Onkel Andreas eine Almhütte hat. Die Schwestern Augusta und Julia sind zunächst gar nicht begeistert, vor allem nachdem sie erfahren, dass ihr fünfjähriger Cousin Max auch mitkommt. Auf der Berghütte angekommen, scheint alles idyllisch und friedlich zu sein. Doch das täuscht. Schon in der zweiten Nacht rinnt es Julia eiskalt den Rücken hinab, als sie ein bleiches Gesicht aus dem Stall bei der Almhütte anstarrt. Zunächst glaubt ihr Augusta nicht und meint, ihre Fantasie habe ihr einen Streich gespielt. Doch als die Gestalt erneut auftaucht und Augusta selbst in die dunklen Augenlöcher schaut, wird dem Mädchen anders. Am nächsten Tag entdeckt Julia eine alte Sage über eine Mutter, deren Sohn einst in einem Bergwerk verunglückte und die daraufhin den Herrn des Bergwerks verfluchte…

Die dunklen Bücher: Der Fluch des alten Bergwerks

Schauriger Lesespaß

Matthias Bauer entführt junge Leser/-innen ab neun Jahre hoch oben in die Berge, wo ein lang vergessenes Unglück seine Schatten wirft. Zunächst deutet jedoch alles auf einen gemütlichen - oder eher langweiligen? - Familienurlaub hin. Eine Almhütte abseits von Internet und Netzverbindung. Doch so bleibt es nicht lange und mit dem ersten Auftauchen der unheimlichen Gestalt beginnt ein spannendes Abenteuer, bei dem eine Portion Grusel nicht fehlt. Doch der Autor übertreibt es nicht. Er baut die schaurigen Elemente behutsam ein, schließlich ist und bleibt es ein Roman für eine junge Leserschaft. Diese soll sich zwar gruseln, aber man will die Leserschaft nicht verängstigen, so dass sie nachts nicht mehr schlafen kann. Also bringt der Autor viele Anker in der Geschichte unter, die wieder auf sicheren Boden führen und die Leser/-innen aufatmen lässt. Gleiches gilt für das Finale, das zwar in einem alten, vergessenen Bergwerksstollen stattfindet, das unglaublich spannend ist, aber nur einen Hauch von Grusel beinhaltet. Eben gerade mal so viel, dass es einem die Haare zu einer Gänsehaut aufstellt. Es wird schnell klar, dass die Geister den Kindern nicht schaden wollen, sondern dass sie deren Hilfe brauchen. Sie wollen niemanden stören, aber sie wollen eben auch nicht selbst gestört werden.

Die dunklen Bücher: Der Fluch des alten Bergwerks

So entwickelt sich eine fesselnde Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Einmal angefangen, will man dann das Geheimnis hinter allem wissen. Hinter der mysteriösen Gestalt mit dem bleichen Gesicht und dunklen Augenhöhlen, hinter der Sage und hinter dem Bergwerk. Gekonnt schafft es der Autor, den Spannungsbogen gleichmäßig aufzubauen und am Ende in einem Finale ausklingen zu lassen. Unterstützt wird alles von einfachen Schwarzweißzeichnungen, die aber ganz gezielt platziert wurden und damit eine zusätzliche unheimliche Stimmung hervorrufen. Doch auch sie übertreiben es nicht und verängstigen sie die Kinder nicht.

„Der Fluch des alten Bergwerks“ ist ein spannender Kinderroman mit grusligen Elementen. Das Setting, eine einsame Berghütte und ein vergessenes Bergwerk, sind perfekt für Schauergeschichten mit Geistern, die aber nicht immer etwas Böses wollen, sondern manchmal nur ihre Ruhe suchen. Ein toller Roman für kleine Gruselfans.

Details

Bewertung

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