Das Eselchen und der kleine Engel

von Otfried Preußler, Christiane Hansen (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 02. November 2015

Das Eselchen und der kleine Engel

Weihnachten ist die Zeit des Jahres, die uns Menschen immer wieder verzaubert. Wenn Kerzen brennen, die Wohnungen festlich geschmückt sind und es aus den Küchen herrlich duftet, feiern wir die Geburt von Jesus Christus. Obwohl dieses Wunder vor rund zweitausend Jahren geschah, wiederholt es sich doch Jahr für Jahr wieder. Davon erzählt auch Otfried Preußlers Bilderbuch "Das Eselchen und der kleine Engel".

Jeden Abend wenn es Schlafenszeit ist, erzählt die Mutter dem kleinen Eselchen von der Geburt des Jesuskindes. Als das Eselchen eines Morgens erwacht, ist seine Mutter weg. Stattdessen steht ein kleiner Engel an der Stalltür. Er weiß wo die Mutter ist, nämlich an der Krippe beim Jesuskind, wo sich das Wunder von Weihnachten ereignet. Also macht sich das Eselchen auf den Weg dorthin, geführt vom kleinen Engel. Unterwegs trifft es zahlreiche Menschen: Kinder, Hirten, die Bäckerfamilie, die Wurstverkäuferin, den Polizisten. Sie alle begleiten das Eselchen, um ebenfalls das Wunder von Weihnachten zu sehen.

Mit "Das Eselchen und der kleine Engel" schuf Otfried Preußler eine moderne Weihnachtsgeschichte mit traditionellen Elementen. Er mischt die biblische Geschichte, deren Ereignisse sich vor zweitausend Jahren zutrugen, mit dem Heute und lässt moderne Personen in ihr vorkommen. So sind es nicht Hirten, Bauern und die Heiligen Drei Könige, die zum Christkind gehen, sondern Kinder, Bäckersleute, Wurstverkäufer und Polizisten. Das verleiht der Geschichte eine Portion Witz und Humor, zeigt dabei aber noch etwas ganz wichtiges. Die Weihnachtsgeschichte um Jesu Geburt wiederholt sich Jahr für Jahr aufs Neue. Der Zauber der Weihnacht geht nicht verloren, sondern wird von uns noch immer zelebriert. Die Familie aus Josef, Maria und dem Christkind, der Stall mit seinen Tieren, das alles steht im übertragenen Sinn für die Krippenspiele, die auch heute noch aufgeführt werden. Wir alle pilgern zu ihnen, um selbst den Zauber der Weihnacht zu erleben und daran teilzuhaben. So wiederholt sich Jahr für Jahr die Weihnachtsgeschichte und bewegt die Menschen.
Poetisch und warmherzig erzählt Otfried Preußler diese etwas andere Weihnachtsgeschichte. Mit Neugier macht man sich zusammen mit dem Eselchen auf den Weg zum Stall von Bethlehem und ist gespannt darauf, was uns erwartet. Dort angekommen berührt uns die Szene genauso, wie damals die Hirten und Schäfer. Zwischendrin finden sich heitere und fröhliche Passagen. Wenn sich der bunten Gefolgschaft immer mehr Leute anschließen oder andere sie gar nicht wahrnehmen.
Christiane Hansen illustrierte diese Ausgabe neu. Herzige Charaktere, stimmungsvolle, heitere Szenen und ein moderner Strich zeichnen ihren Stil aus. Ihre Illustrationen passen wunderbar zu Otfried Preußlers Erzählung und beide ergänzen sich ganz zauberhaft.

Zusammengefasst ist "Das Eselchen und der kleine Engel" eine wunderschönes, fröhlich und poetisch erzähltes Bilderbuch. Otfried Preußler zeigt, dass die Weihnachtsgeschichte nicht nur nach wie vor aktuell ist, sondern dass sich ihr Wunder, ihr Zauber jedes Jahr wiederholt - für all diejenigen, die es zulassen. Ein wunderschönes Bilderbuch, das wir sehr empfehlen können.

Details

Bewertung

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